Sieben Stunden Kulturanlässe

Kulturbrugg überzeugte mit niederschwelligem Konzept: Wandern zwischen Kulturorten der Stadt und zehn verschiedenen Veranstaltungen.
Die Wegelagerer eignen sich den öffentlichen Raum auf dem Campus als Experimentier- und Perfomancegelände an. (Bild: zVg | Mike Enichtmayer, Die Mühle)

Brugg schwelgte am vergangenen Samstag in einer Kulturnacht. Andi Hofmann vom Künstlerkollektiv Die Wegelagerer bezeichnet die Mitwirkung bei Kulturbrugg als sehr inspirierend: «Das etwas unbelebte Gelände vor dem Campus mit verschiedenen Ausdrucksformen und medialen Mitteln zu verzaubern, hat grossen Spass gemacht», resümiert der Aktionskünstler, der mit dem Programmpunkt «Kulturhungermobile» bei Kulturbrugg mitwirkte. In ihrer Performance «Hinter den 8 Gleisen» hatten die Wegelagerer Fragen zu Gegenwart und Vergangenheit in Brugg thematisiert und dafür den Durchgangsort zwischen Tankstelle, Hochschule und Psychiatrie gewählt. Das Künstlerkollektiv belagerte diese Nische, an dem sich Kulturen im Schatten von Brugg treffen, mit multimedialen und grossformatigen Videoprojektionen, die auditiv unterlegt und von avantgardistischer Aktionskunst begleitet wurden. «Wir bezeichnen uns als Wegelagerer, weil wir den öffentlichen Raum als Bühne nutzen», erläutert Andi Hofmann die lichtbewegte Ausstellung. Im Labor in der Mitte des Campusplatzes befand sich ein Experimentiertisch mit Klang und künstlerischem Spielmaterial, das mit Licht und Beamern direkt an die Fassaden geworfen wurde. «Jede Aufführung hat sich in der gemeinsamen Aktion der Gruppe verändert und entwickelt», erklärt Hofmann.

Anregende Gespräche mit Gästen
Der Anlass sei für die Künstlergruppe ein erfolgreiches Experiment gewesen. «Wir konnten mit den Gästen interessante Gespräche führen», zeigt sich der Multimediakünstler, der lang in Unterwindisch wohnte, erfreut. Er hoffe sehr, dass der niederschwellige Kulturanlass auch künftig stattfinde.

Irene Simmen, die Koordinatorin von Kulturbrugg, deren Kernteam aus Mitgliedern vom Odeon, Salzhaus, Piccadilly und Zimmermannhaus besteht, freut sich über die gelungene Kulturnacht: «Das Konzept ‹Wandern von Ort zu Ort› ist bestechend.» Das Pu-blikum habe in sieben Stunden Einblick in ein äusserst vielfältiges Programm erhalten. «Zehn verschiedene kulturell hochstehende Veranstaltungen an den unterschiedlichsten Kulturorten unserer Stadt – das war grossartig.»

Über die Region hinaus strahlen
Mit der zweiten Kulturbrugg ist Irene Simmen sehr zufrieden. «Wir haben vor, diese Nacht zu etablieren, alle zwei Jahre, immer am letzten Wochenende im Oktober», sagt sie zu den Plänen. Schön wäre es, wenn der Kulturanlass künftig über die Region hinaus strahlen würde. Für Simmen steht bereits fest: «Die nächste Kulturbrugg findet 2025 statt.»