Hausen – An der letzten Gemeindeversammlung in seiner ersten Legislaturperiode 2022 bis 2025, die er gut bewältigte, wurde der vor vier Jahren komplett erneuerte Gemeinderat Hausen auf der ganzen Linie unterstützt. Die 135 anwesenden Stimmberechtigten – 5,8 Prozent – hiessen die meisten der sieben Vorlagen einstimmig gut.
Am gewichtigsten waren das leicht defizitäre Budget 2026 mit unverändertem Steuerfuss von 110 Prozent sowie Sanierungskredite in Höhe von 2,56 Millionen Franken für das gemeindeeigene Mehrfamilienhaus im Mitteldorf und in Höhe von 397 000 Franken für den Cholerweg, der einen neuen Belag, eine bessere Entwässerung und Beleuchtung bekommt.
Honorar- und Kreditanpassung
Die 18-jährige Mexikanerin Nora Galilea Rodriguez Terriques erhielt das Gemeindebürgerrecht. Mit der Nachbargemeinde Windisch wurde ein neuer Schulvertrag abgeschlossen. Für die Real-, Sekundar- und Bezirksschülerinnen und -schüler sind die Schulgelder nicht mehr unterschiedlich hoch, sondern betragen einheitlich 7200 Franken, im Durchschnitt etwas mehr als bis anhin. Dafür sinken die Beiträge für Kindergartenkinder sowie Primarschülerinnen und -schüler, die Hausen allerdings nicht nach Windisch schickt.
Anpassungen erfahren auch die Gemeinderatspauschalhonorare: Der Gemeindeammann erhält neu 44 000 Franken pro Jahr (bisher 40 000), der Vizeammann 29 000 Franken (26 000) und die übrigen Gemeinderäte je 25 000 Franken (22 000). Dazu kommen aufwandbezogene Entschädigungen.
Die Sanierung des 40-jährigen, ursprünglich für elf Alterswohnungen konzipierten Mehrfamilienhauses war an der Junigemeindeversammlung zurückgewiesen worden mit dem Auftrag, Kosteneinsparungen sowie einen allfälligen Rück- und Neubau als Alternative zu prüfen. Der Gemeinderat kürzte den Kredit in der Folge von 2,81 auf 2,56 Millionen Franken. Ein Ersatzneubau wäre hingegen 2 Millionen Franken teurer geworden. Der neue Sanierungsvorschlag mit der Dämmung der Gebäudehülle, dem Ersatz der Küchen und Nasszellen, Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie einer neuen Photovoltaikanlage auf dem Dach überzeugte die Gmeind.
Aufwand von 14,11 Millionen
Das nächste Budget rechnet bei einem Aufwand von 14,11 Millionen Franken mit einem Defizit in Höhe von 156 600 Franken. Die Finanzlage der Gemeinde hat sich allerdings deutlich verbessert. Durch gezielte Desinvestitionen – drei Grundstückverkäufe in diesem Jahr – kann die Schuldenlast reduziert, können die Abschreibungen verstärkt und die neuen Investitionen mit eigenen Mitteln finanziert werden.
Unter Verschiedenem orientierte der Gemeinderat über die Baufortschritte auf dem Reichhold-Campus und über eine für Forschungszwecke bewilligte, legale Hanfplantage in der ehemaligen Gärtnerei Umiker in Hausen West, die zu Erntezeiten störende Gerüche im Dorf verbreitet. Anwohnende gründeten eine Interessengemeinschaft. Der Gemeinderat verhandelt mit den Betreibern über Verbesserungen.
Mit 74 gegen 40 Stimmen stimmte die Versammlung schliesslich dem aus ihrer Mitte gestellten Antrag zu, der Gemeinderat solle auf der Hauptstrasse, im Schulbereich, nochmals die zeitlich begrenzte Einführung von Tempo 30 vor Unterrichtsbeginn und nach Schulschluss prüfen.
Schon 2023 hatte die Gemeindeversammlung für diesen Abschnitt eine generelle Tempobeschränkung beschlossen, aber das Anliegen war in der nachfolgenden Referendumsabstimmung klar verworfen worden. Eine differenzierte Tempolimitierung schiene mit elektronischen Anzeigetafeln im Zuge der Dorfstrassensanierung denkbar.
Zum Schluss der knapp zweistündigen Gmeind verabschiedete Gemeindeammann Res Arrigoni den nach vier Amtsjahren zurücktretenden Gemeinderat Kurt Schneider. Der Demissionär betreute das Bauressort. In seiner kurzen Amtszeit trieb er die Gestaltung und die Erschliessung des Reichhold-Campus voran, brachte die revidierte Bau- und Nutzungsordnung ohne Gegenstimmen durch die Gemeindeversammlung und konzipierte eine Werterhaltungsstrategie für die Gemeindeliegenschaften. Kurt Schneider amtet als Stadtbaumeister von Olten und absolviert gegenwärtig nebenberuflich eine weitere Masterausbildung in Verwaltungsmanagement.