Die Dorfgemeinschaft funktioniert

Der gutbesuchte Neujahr­sapéro bildet für den neu ­zusammengesetzten Gemeinderat den Start in eine neue Legislatur.
Toni Suter am Rednerpult. (Bild: pg)

Gebenstorf – Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat sowohl beim neuen Gebenstorfer Gemeindeammann Toni Suter als auch bei der Bevölkerung Betroffenheit ausgelöst, und so wurde der Neujahrsapéro im Gemeindesaal im Gedenken an die Todesopfer, die Verletzten und Angehörigen mit einer Schweigeminute eröffnet. Nicht selten lassen Politikerinnen und Politiker den rhetorischen Witz etwas vermissen. Einer der Gründe dürfte die Angst vor einer drohenden Skandalisierung sein. Toni Suter hat in seiner ersten Neujahrsansprache vor weit über 200 Gebenstorferinnen und Gebenstorfer bewiesen, dass er, nachdem er sich beim Souverän für die Teilnahme an den Neu- und Bestätigungswahlen vom vergangenen Herbst bedankte, bewiesen, dass er sich mit der Geschichte und Zahlen vertraut gemacht hat.

14 Kubikmeter Wasser
Die Geschichte Gebenstorfs geht bis auf die Kelten zurück, was durch den Fund eines keltischen Bronzeschwerts aus dem Bereich der Limmatmündung bewiesen ist. «Der Wasserverbrauch der aktuell 5909 Einwohnerinnen und Einwohner betrug 2025 83 121 Kubikmeter und lag damit, bedingt durch den trockenen Sommer rund ein Drittel über dem Verbrauch des Vorjahres», so Suter. Der Hinweis, dass auf der 179 Hektar grossen Waldfläche 174 473 Bäume wachsen und nebst der Bevölkerung in Gebenstorf auch 65 Milchkühe, 1 Stier, 105 Schafe, 4 Böcke, 17 Geissen, 10 Enten und 562 eierlegende Hennen sowie 6 Hühner mit oder ohne Federn leben, wurde mit kräftigem Applaus zu Kenntnis genommen. Danach war die Reihe an seinen Ratskolleginnen und Kollegen, sich und ihre Verantwortlichkeiten gleich selbst vorzustellen.

Anstossen auf das neue Jahr. (Bild: pg)

Dorfgemeinschaft will gelebt werden
Den Auftakt machte Vizeammann Urs Bätschmann. Er steht dem Ressort Infrastruktur, Umwelt und Sicherheit vor. «Obwohl ich die durch Toni Suter erwähnten Bäume alle persönlich kenne, bitte ich bei Bedarf, nicht mich, sondern die 117 anzurufen», so Bätschmann. Auch die für die Bildung zuständige Gemeinderätin Milena Peter hatte bereits erste Kontakte. Sie zeigt sich überzeugt, dass den 748 schulpflichtigen Kindern während jährlich 39 Wochen in 58 500 Lektionen durch die 85 Lehr- und 9 Assistenzpersonen das notwendige Wissen vermittelt wird. Für Soziales, Gesellschaft, Kultur und Sport ist künftig der neugewählte Gemeinderat Mathias Dössegger zuständig. «Ich freue mich auf eine erspriessliche Zusammenarbeit mit den Kommissionen und möchte aber festhalten, dass ich für die sechs durch Toni Suter erwähnten Hühner mit oder ohne Federn nicht verantwortlich bin», so Dössegger. Giovanna Miceli, die nun bereits in der vierten Legislatur dem Gemeinderat angehört, kann künftig ihr berufliches Fachwissen im Ressort Finanzen einbringen. Ihr wurde auch das Mandat als Verwaltungsratspräsidentin der EV Gebenstorf AG übertragen. Präsidiales, die Siedlungsentwicklung sowie die Bereiche Hoch- und Tiefbau fallen künftig in den Zuständigkeitsbereich des neuen Gemeindeammannes. «Nur wenn sich wie heute möglichst viele engagieren kann eine Dorfgemeinschaft, so wie sie in Gebenstorf gelebt wird, funktionieren. Danken möchte ich den 35 Mitarbeitenden der Gemeinde, die Tag für Tag ihr Bestes geben», so Suter. Dann erhob er das Glas, um auf ein erfolgreiches 2026 anzustossen und den reichhaltigen Apéro zu eröffnen.