Die Theatergruppe Herbschtrose startet mit viel Energie in die neue Spielsaison. Dieses Jahr bringen die neun Seniorinnen und Senioren die Komödie «Kuh in Therapie» auf die Bühne. Es ist ein Stück, das mit fröhlichem Humor, schrägen Situationen und liebevollen Figuren überrascht. Schon in den Proben wird spürbar: Die Gruppe brennt darauf, das Publikum zu begeistern. Regie führt Piera Wildi-Silvestri.
Das Stück handelt von der Kuh Stella, die an einer Viehschau den ersten Preis gewonnen hat. Doch leider verhält sich die Kuh plötzlich auffällig. Da alle Hausmittelchen wirkungslos sind, bestellt die Bäuerin kurzerhand eine Kuh-Psychologin auf den Hof. Diese ist nicht die einzige, die sehnsüchtig erwartet wird. Die Magd Hildi freut sich auf einen romantischen Besucher. Verwechslungen um Verwechslungen sind da vorprogrammiert. Das Stück ist ein liebevoller Blick auf das Leben mit seinen kleinen Abwegen. Es lädt zum Lachen ein, aber auch zum Nachdenken. Und es zeigt, wie gut es tut, wenn man gemeinsam etwas erschafft.
Herzblut und Engagement
Getragen wird das Stück von einer bunt gemischten Laienschauspieltruppe, die seit 32 Jahren mit viel Herzblut und noch mehr Engagement Theater macht. «Wir sind allesamt pensionierte Schauspielende zwischen 68 und 85 Jahren und sind ein bunt zusammengemischter Haufen», freut sich die Vereinspräsidentin Marlies Nauer. Die Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugen nicht nur mit Witz und Tempo, sondern vor allem mit ihrer sichtbaren Freude am Spiel. Seit letztem September proben sie wöchentlich zwei Mal intensiv, unterstützen sich gegenseitig und bringen ihre eigenen Ideen ein. Genau diese Mischung macht die «Herbschtrose» so besonders: Jeder und jede findet hier einen Platz, jede Rolle erhält Persönlichkeit, jede Szene Wärme.
Jedes Jahr wird ein neues Stück eingeübt – die Produktion geht anschliessend auf Aargauer Tour. «Bis zu 40 Mal haben wir die Stücke schon beinahe in der Endlosschlaufe aufgeführt», witzelt Nauer. «Und bis tief in den April hinein waren wir mit Theaterspielen voll ausgebucht.»
In den vielen Jahren, in welchen die Schauspielenden nun gemeinsam unterwegs sind, haben sich schöne Freundschaftsbanden gebildet. «Über eine längere Zeitdauer zusammen so intensiv Theater zu machen, das verbindet», erzählt Nauer. Jährlich trifft sich der Theaterverein zur Generalversammlung und die Truppe unternimmt einmal auch eine kleinere Tagesreise. Auch die Bühnenbilder, also die Kulissen, gestalten die neun Theaterbegeisterten selber. Diese transportieren sie jeweils in einem Pferdeanhänger vom einen Aufführungsort zum anderen.
Auch dieses Jahr schafft es die Gruppe garantiert, das Publikum abzuholen und mitzunehmen. Man spürt bereits bei den aufwendigen Proben die Erfahrung der älteren Darstellenden – aber vor allem ihre Spielfreude. Sie zeigen, dass Theater nicht perfekt sein muss, um zu berühren. Es braucht Begeisterung, Mut und Gemeinschaft. All das ist bei der «Herbschtrose» reichlich vorhanden.
Premiere: Freitag, 9. Januar, 19.30 Uhr
Katholisches Kirchgemeindehaus, Windisch