Markus Haas besteht Feuertaufe

Die Einführung des Geschäftsleitungsmodells dürfte den Wettinger Gemeinderat entlasten. Dieser steht dennoch vor grossen Aufgaben.
Markus Haas tritt erstmals als Gemeindeammann ans Rednerpult. (Bild: pg)

Wettingen – Das neue Jahr wurde in Wettingen bereits am 1. Januar mit einem Apéro begrüsst. Nachdem die Gläser gefüllt waren und der neugewählte Gemeindeammann Markus Haas (FDP) zu seinem ersten öffentlichen Auftritt in dieser Funktion in der Aula der Schulanlage Margeläcker ans Rednerpult trat, verstummten die angeregten Gespräche des zahlreich erschienen, gutgelaunten Publikums. «Nein, es geht nicht um Hitachi, auch schuldenfrei sind wir noch nicht und auch die Stadt Baden soll nicht übernommen werden. Dies wohl auch nicht, zumal die Wettinger Bevölkerung zwischen Weihnachten und Neujahr die Grenze von 22 000 Einwohnenden überschritten hat». Mit diesen, wohl nicht ganz ernstgemeinten Worten eröffnete Gemeindeammann Markus Haas seine erste Neujahrsansprache. Der Hinweis, dass es ihm beim Halten von Reden noch an Erfahrung fehle und sich dies in den kommenden ein bis zwei Legislaturen sicher verbessern lasse, brachte ihm einen ersten Applaus ein.

Lob und Tadel sind zu trennen
Mit der Masterplanung Schulrauminfrastruktur und der Gesamtrevision der allgemeinen Nutzungsplanung (Anup), dem kommunalen Instrument der Raumentwicklung, wurden Weichen für die Zukunft gestellt. Dies hat denn auch dazu geführt, dass drei bisherige Mitglieder der Wettinger Exekutive, Gemeindeammann Roland Kuster (Die Mitte), Vizeammann Markus Maibach (SP) und Gemeinderat Sandro Sozzi (Die Mitte), sowie einige Mitglieder des Einwohnerrates auf eine erneute Kandidatur verzichteten. Markus Haas würdigte ihre Leistungen und dankte ihnen für ihr Engagement zum Wohle der Gemeinde Wettingen.

Dann bat er sowohl das neugewählte Gemeinderats-Kollegium als auch die Geschäftsführerin Sandra Thut, die seit der Einführung des neuen Geschäftsleitungsmodells, mit dem die operative und strategische Leitung getrennt wurde, ihre Aufgaben wahrnimmt, auf die Bühne. Die Neugewählten, Christian Wassmer (Die Mitte), Vizeammann Lilian Studer (EVP) und Orun Palit (GLP) übernehmen die Ressorts Bildung, Soziales respektive Finanzen. Die Bisherigen Kirsten Ernst (SP), Martin Egloff (FDP) und Philippe Rey (parteilos) behalten die Ressorts Tiefbau, Hochbau und Gesellschaft. Gemeindeammann Markus Haas übernimmt das Präsidiale sowie Sicherheit und Planung. 

Der neu gewählte Gemeindeammann Markus Haas bei seinem ersten Auftritt im Amt. (Bild: pg)

Einiges in der Pipeline 
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass der Wettinger Exekutive auch in den kommenden Monaten und Jahren die Arbeit nicht ausgehen wird. Nebst der immer wieder angesprochenen Sanierung der Gemeindefinanzen sollen auch die Bemühungen um die Ansiedelung von Hitachi und die dafür notwendige Realisierung und Anbindung des Industriecampus sowie die Umsetzung der Masterplanung Schule zur Bereitstellung adäquater Schulinfrastruktur vorangetrieben werden.

Auch die Sanierung der unteren Landstrasse zwischen dem Rabenkreisel und der Grenze zu Baden sowie der bereits beschlossene Ausbau des Hochwasserschutzes gilt es in Angriff zu nehmen. Bevor auf ein erfolgreiches 2026 angestossen wurde, brachte Markus Haas das Mitgefühl für die Betroffenen der Brandtragödie in Crans-Montana zum Ausdruck. Zum Schluss bedankte sich Haas beim Geschäftsleitungsmitglied Urs Blickenstorfer für die Ausrichtung des Anlasses und bei den Wettinger Landfrauen, die mit einem reichhaltigen Apéro für das Wohl der rund 250 Gäste besorgt waren.