Ein Sakralbau beim Kabelwerk

Die evangelisch-methodistische Kirchgemeinde reisst ihre Kirche am Kapellenweg ab und erstellt an selber Stelle einen Neubau.
Die Kirche der evangelisch-methodistischen Gemeinschaft in Windisch (im Bild) wurde 1907 erbaut, nun soll sie einem Neubau weichen. (Bild: zVg)

Windisch – Bald werden am Kapellenweg für zwei Jahre die Bagger auffahren. Die alte Kapelle der evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) wird abgerissen, ein moderner Neubau wird sie ersetzen.

Die 1907 erbaute Kirche sei stark sanierungsbedürftig. Sie habe nicht mehr den Brandschutzvorschriften entsprochen und sei ausserdem nicht barrierefrei, so die Begründung der EMK. Ausserdem sei der Bau für die wachsende Gemeinde heute zu klein. «Unser Platzbedarf ist grösser geworden», sagt der evangelisch-methodistische Pfarrer Ruedi Stähli. «Wir können den Saal in der bestehenden Kirche mit einer Sanierung jedoch nicht vergrössern. Ausserdem muss man für den Gottesdienst 20 Treppen hinauf gehen.» Rund zwei Jahrzehnte habe die Kirche über eine Sanierung nachgedacht, im April 2023 habe sie sich aber für einen Neubau entschieden.

Drei neue Gebäude
Insgesamt werden auf dem Areal der EMK, das sich 2016 nach einem Erwerb des Nachbargrundstücks vergrössert hat, drei Gebäude abgerissen. Drei neue Bauten sollen entstehen. Das Kirchengebäude, das vom Brugger Architekturbüro Tschudin Urech Bolt geplant wurde, soll parallel zum Kabelwerk zu stehen kommen. Das Foyer wird 84 Quadratmeter gross sein, der Saal 165 Quadratmeter. Die Räume werden von der Unteren Klosterzelgstrasse erschlossen, «womit das Quartier von Emissionen entlastet wird», so die EMK. Dazu entsteht im Parterre eine Küche. In den oberen zwei Stockwerken werden sich die Büros und Gruppenräume befinden.

Der geplante Neubau der EMK in Windisch ist kaum als Kirche zu erkennen. (Bild: zVg)

Auffallend am geplanten Neubau ist, dass er nicht wie eine Kirche im üblichen Sinn aussieht, sondern wie ein Wohn- oder Bürogebäude. «Das stimmt», sagt Ruedi Stähli. «Es gibt methodistische Kirchen, die sakral aussehen, aber sie sind älter. Heute bauen wir Methodisten keine sakralen Gebäude mehr. Wir wollen, dass unsere Kirchen aussehen wie aus dem Alltag.»

Neben der neuen Kirche baut die EMK Schweiz als Bauherrin auf dem Areal auch ein Wohnhaus mit drei Mietwohnungen am Rosenweg und eines am Kapellenweg mit sechs Wohnungen.

Fest vor dem Baubeginn
Im Februar beginnt der Abriss deralten Kirche. Während der rund zweijährigen Bauzeit trifft sich die evangelisch-methodistische Kirchgemeinde in der Folge im reformierten Kirchgemeindehaus zum Gottesdienst. Für die Aktivitäten unter der Woche konnte sie in Hausen ein kleines Gewerbehaus mit fünf Zimmern mieten, so die EMK.

Bevor es mit dem Bauprojekt losgeht, muss das alte Gebäude jedoch geräumt werden. Weil dabei viel Mobiliar und angesammelte Dinge abzugeben sind, lädt die EMK am 24. Januar zu einem «Ufbruch-Fescht» mit Räumungsverkauf ein. «Für wenige Franken kann man Bauholz, Sanitär-Einrichtungen, Regale, Tischlein, Dekoartikel und vieles mehr mitnehmen», schreibt die MFK in einer Mitteilung. «Ausserdem warten Selfmade-Stände, Kinderspiele, ein Winterbeizchen und die Pläne des Neubaus auf die interessierte Bevölkerung.»