Für die schönen Künste

Im letzten Jahr zeichnete das Aargauer Kuratorium 29 Kunstschaffende für ihr Wirken aus, darunter viele aus der Region.
Sebastian Bohren ist ein international gefragter Violinist mit starkem Bezug zur Stadt Brugg. (Bild: Marco Borggreve)

Brugg – as Aargauer Kuratorium hat letztes Jahr insgesamt 29 Kunstschaffenden Atelieraufenthalte und Werkbeiträge in verschiedenen Sparten zugesprochen. Im Rahmen der Jahresausstellung «Auswahl 25» im Kunsthaus Aarau wurden zudem Kunstschaffende aus den Bereichen Bildende Kunst und Performance unterstützt. Die Beiträge sollen es den Ausgezeichneten ermöglichen, sich weiter in ihre künstlerischen Arbeit zu vertiefen oder ihre Ideen weiterzuentwickeln.

Das Aargauer Kuratorium ist das von Parlament und Regierung eingesetzte Fachgremium, das über Fördermassnahmen und Auszeichnungen im Bereich des zeitgenössischen künstlerischen Schaffens im Aargau entscheidet. Es hat den Auftrag, dessen Vielfalt, Qualität und Lebendigkeit zu steigern und zu fördern.

Sechs seiner Mitglieder werden vom Grossen Rat, fünf vom Regierungsrat gewählt, der aus den elf Mitgliedern auch die Präsidentin oder den Präsidenten bestimmt. Gleichzeitig hat das im Rahmen der bewilligten Mittel strukturell und ideell unabhängige Gremium den Auftrag, die Öffentlichkeit für die Ansprüche und Belange der Kunst zu sensibilisieren.

Breit gefächertes Talent
Unter den 29 Ausgezeichneten sind zahlreiche Kunstschaffende aus der Region. Einer von ihnen ist der in Umiken aufgewachsene Violinist Sebastian Bohren. Der künstlerische Leiter der Konzertreihe «Stretta Concerts Brugg» und Gründer des Brugg-Festivals erhält seinen Werkbeitrag von 30 000 Franken für die «grosse Professionalität und bewundernswerte Konstanz», mit der er seit Jahren seine internationale Karriere als Solist und Kammermusiker vorantreibt, wie Benjamin Engeli, Mitglied des Kuratoriums, im Jurybericht schreibt.

Ebenfalls bedacht wurde der aus Wettingen stammende Dirigent Jonas Ehrler, der bis im Herbst letzten Jahres den Wettinger Singkreis leitete. Inzwischen hat er sich als Orchesterleiter, Chordirigent, Kulturunternehmer und Arrangeur in der Musikszene des Kantons und darüber hinaus einen Namen gemacht, wie auch das Aargauer Kuratorium findet. Er erhielt ebenfalls 30 000 Franken, um nach aktuellen, ganz persönlichen Konzertformaten suchen zu können und so sein künstlerisches Potenzial weiter zu entfalten.

Der gleiche Betrag ging an die Sopranistin Viviane Hasler aus Nussbaumen. Sie wurde für ihren Einsatz in zahlreichen Projekten und Ensembles bedacht. Bei ihrer Arbeit gilt ihr besonderes Interesse der szenischen Arbeit und der zeitgenössischen klassischen Musik.

Der in Baden aufgewachsene Romanautor Demian Lienhard wurde für sein aktuelles Buchprojekt ausgezeichnet. Für das Werk mit dem Arbeitstitel «Das Bild hinter der Wand» erhielt auch er 30 000 Franken. Darin widmet sich Lienhard der Welt und den Abgründen des Kunsthandels.

Die Ehrendinger Künstlerin Isabelle Morton wurde für ihre konzeptuelle Malerei an der Grenze zwischen digitaler und realer Welt mit einem Förderbeitrag bedacht, der mit
10 000 Franken dotiert ist.

Für seine «Suche nach alternativen Formen von Malerei und Identität», wie Aoife Rosenmeyer im Namen der Jury schreibt, erhielt auch Tristan Amor Rabit einen Förderbeitrag. In Wettingen geboren, widmet sich Tristan Amor Rabit bei der künstlerischen Arbeit vornehmlich den Themen Transition und Transsexualität.

Schliesslich erhielt der aus Baden stammende Künstler Max Treier für einen Atelieraufenthalt in der deutschen Hauptstadt Berlin 9000 Franken – für seine Arbeit mit Schnittstellen zwischen Mensch und Technologie.