«Machsch öppis und häsch dä Plausch»

Im Fasnachtsdorf Würenlingen laufen die Vorbereitungen seit Monaten. Ein Besuch bei einer Wagenbaugruppe und der Fasnachtsgesellschaft.
Von links: Carminda Pontes, Tobias Hediger und Fabiana Prota verleihen dem Braukessel die letzte Sprühdosen-Dusche. (Bild: Mg)

Würenlingen – Würenlingen ist das Fasnachtsdorf schlechthin: «Wer hier aufgewachsen ist, wächst sozusagen in die Fasnacht hinein, und wer hierhin zieht, der tut es wegen der Liebe, dem Job oder der Fasnacht», so die Mitglieder der Fasnachtsgesellschaft Würenlingen. Ihr gehören 44 Männer an, und sie existiert seit 1968.

Seit der ersten Fasnacht 1968 ist auch Jonny Schneider (87) dabei. Er ist Plaketten-Kreateur und Obmann der siebenköpfigen, neutralen Jury, welche die 40 Sujets am Fasnachtsumzug bewertet. «Kein Jury-Mitglied ist in einer Fasnachtsgruppe dabei; wir wollen und müssen neutral bleiben und haben eine genaue Checkliste, nach der wir die Sujets der Gruppen beurteilen», hält Schneider fest. Er erinnert sich auch an den ersten Fasnachtsumzug 1969: «Der Reitverein war dabei, vier Musikgesellschaften, und das Thema war ‹Indianerlis›», so der aktive Senior.

Wagenbaugruppen sind fleissig am Arbeiten
In einer Scheune im Dorf sind die Wagenbauenden der Würlikids dabei, ihrer mobilen «Brauerei» – das Thema ist 150 Jahre Feldschlösschen – den letzten Schliff zu verpassen. Seit Mitte Dezember treffen sich die Helfenden drei Mal pro Woche, um zu werken.

Die Gruppe entstand 1992 für Kinder, mittlerweile sind aber viele Familien dabei und somit alle Altersgruppen vertreten. Am Umzug sind dann über 50 Leute aus der Gruppe vertreten.

Die Mitglieder der Fasnachtsgesellschaft Würenlingen gehen unter die Brauer. (Bild: mg)

Fabiana Prota (22), Carminda Pontes (52) und Tobias Hediger (25) sprühen, schleifen, malen und sägen mit weiteren Helfenden auf engem Platz und haben dabei Spass: «Machsch öppis inere Gruppe, koschtümiersch di und häsch dä Plausch», bringt es Fabiana Prota auf den Punkt. Sie ist zudem im Schminkteam zuständig und seit «sicher acht Jahren» aktiv bei der Fasnachwt: «Mein Gotti hat mich dazu animiert», sagt sie mit einem Lachen.

Rund 15 000 Besucher sind jedes Jahr dabei
Am 56. Fasnachtsumzug, der am Sonntag, 15. Februar, um 14 Uhr stattfindet, laufen ungefähr 1500 Fasnächtler jeden Alters mit. Besuchende hat es pro Jahr rund 15 000, diese kommen von nah und fern.

14 Wagengruppen sind dabei, drei einheimische Guggenmusiken und eine Schnitzelbankgruppe. «Wir könnten noch viel mehr Guggenmusiken dabei haben, aber irgendwann sind wir ausgebucht, denn die Zuschauer und Zuschauerinnen möchten ja nicht nur Guggenmusiken am Umzug sehen, sondern eine bunte Mischung von allem erleben», erklärt Reto Neukom, Vorstand Guggen in der Fasnachtsgesellschaft Würenlingen.

Am Guggentattoo vom Samstag, 14. Februar, ab 17 Uhr, spielen 22 Guggenmusiken auf fünf Bühnen in acht Lokalitäten. «Da sind über 800 Musizierende dabei, und es findet zum elften Mal statt», so Reto Neukom.

Die Gruppen kommen aus der ganzen Schweiz, sogar aus Deutschland, und haben teils eine Anfahrt von vier Stunden. Dies zeigt, wie beliebt die Würenlinger Fasnacht ist. «Unser Dorf hat rund 5000 Einwohnende, da zieht die Fasnacht jeweils ganz schön viele Leute an», so André Wenzinger, Präsident der Fasnachtsgesellschaft.

Der 14. Kinderfasnachtsumzug findet am Montag, 16. Februar, um 14 Uhr statt. Rund 500 Kinder nehmen daran teil und liefern sich mit André Wenzinger eine Konfettischlacht, die er eröffnet. «Als Stärkung gibt es für die Kinder dann noch Schoggibrötli», so Wenzinger.

Mit dem Gratis-Bus an die ­Fasnacht und zurück
Wichtig ist den Organisatoren, zu verbreiten, dass es am Sonntag, 15. Februar, Gratis-Busse für die An- und Rückreise gibt: Mit den drei Linien Surbtal, Döttingen und Gebenstorf kann man bequem auch ohne Auto zur Fasnacht und zurück.

Parkplätze gibt es beim PSI, wo ein kostenloser Shuttle-Bus ins Dorf und zurück fährt. «Am Freitag, Samstag und Sonntag gibt es das Heimfahrservice-Taxi, welches innerhalb von zehn Kilometern für fünf Franken fährt», so André Wenzinger.