Baden – Baden entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Innovations- und Start-up-Standort. Während es insbesondere in Zürich mittlerweile zahllose Förderprogramme für Jungunternehmen gibt, fehlt es daran in Baden laut Patric Hauser, Geschäftsführer von Rhino Innovation, noch. Vor allem mangelt es bisher an einer zentralen, physischen Anlaufstelle, die bestehende Initiativen bündelt, koordiniert und fördert.
Genau hier setzt die neue Plattform Power Plant an, die vor rund einem Jahr im Rahmen der Wirtschaftsinitiative «Baden 4.0» ins Leben gerufen wurde und die am Freitag in der ehemaligen Abfüllhalle auf dem Areal der Müllerbräu ihren physischen Standort einweihte. «Baden 4.0» ist ein von der Stadt und privaten Akteuren mitfinanziertes mehrjähriges Projekt, bei dem der Wirtschaftsstandort Baden durch verschiedene Formate und Initiativen weiterentwickelt werden soll. Dazu zählen der Hackathon «Baden hackt», der letztes Jahr erstmals durchgeführt wurde, oder auch der Health Innovation Hub, bei dem das Kantonsspital Baden gemeinsam mit weiteren Partnerorganisationen die Medtech-Branche voranbringen will.
Power Plant ist ebenfalls Teil dieser Bemühungen. Die Plattform soll das Innovationspotenzial aus der Start-up-Szene in der Region Baden erschliessen und den Austausch mit der Badener Wirtschaft aktiv fördern.
Wachstum bedingt Wandel
Die Badener Firmenlandschaft wächst stark: Im vergangenen Jahr entstanden 214 neue Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Hightech, Medtech, Informatik und Energie, womit die Stadt heute rund 3100 Firmen zählt. Baden profitiert dabei von seiner Nähe zu Zürich, einer starken Industrie- und Technologiebasis, seiner internationalen Ausrichtung sowie von kurzen Wegen und persönlichem Austausch, wie Patric Hauser ausführte.
Badens Stadtammann Markus Schneider sowie Vertreter aus der Wirtschaft betonten in ihren Ansprachen am Freitag den Mehrwert des Campus-Charakters der Stadt und sehen zusätzliches Potenzial in der stärkeren regionalen Vernetzung, etwa mit dem Park Innovaare in Villigen und durch den geplanten Beitritt des Kantons zur Greater Zurich Area ab 2027.
Power Plant will diese Potenziale nutzen und verfolgt das Ziel, den Innovationsstandort Baden innert Jahresfrist national zu etablieren, indem bestehende Förderformate vernetzt und aufeinander abgestimmt werden, ohne neue Strukturen unnötig zu duplizieren. «Ich bin überzeugt, dieser Raum und die einzelnen Initiativen von ‹Baden 4.0› haben noch sehr viel Potenzial», betont Patric Hauser.
Felix Meier, Geschäftsführer der Brauerei Müller AG, sieht in der laufenden Umnutzung des Müllerbräu-Areals mit neuen Wohnungen und einem Biergarten, der 2027 seinen Betrieb aufnehmen soll, ein Sinnbild für den wirtschaftlichen und strukturellen Wandel, der sich in der ganzen Stadt vollzieht.