Das Windischer Budget für das laufende Jahr ist durch – dies bei einem unveränderten Steuerfuss von 115 Prozent. Die Stimmbevölkerung hat das Referendum dagegen am vergangenen Wochenende mit 55,4 Prozent Nein zu 44,6 Ja abgelehnt. 1841 gültige Wahlzettel gingen bei der Gemeinde ein, die Stimmbeteiligung betrug satte 39,4 Prozent.
Das Budget 2026 ist somit ab sofort freigegeben, wodurch die laufenden Aufgaben bei der Verwaltung, Schule, Betreuung, Sicherheit und Infrastruktur «ohne weitere Verzögerungen erfüllt werden können», so der Gemeinderat in einer Mitteilung. Das genehmigte Budget ermögliche es, wichtige Investitionen und Unterhaltsarbeiten nun planmässig umzusetzen.
«Wichtiges Signal für Stabilität»
Der Gemeinderat wertet das Abstimmungsresultat als «wichtiges Signal für Stabilität und Planungssicherheit» und gibt sich zufrieden. «Die 55 Prozent für das Budget sind ein solides Resultat und kein Zufallsmehr», sagt Gemeinderat Philipp Umbricht auf Anfrage. Und die relativ hohe Stimmbeteiligung trotz Skiferien und nur einer kommunalen Vorlage zeige, dass das Thema der Bevölkerung am Herzen liege. Zugleich versteht der Gemeinderat das Ergebnis laut Medienmitteilung als klaren Auftrag, die finanzielle Situation vertieft zu analysieren und im Rahmen der Legislaturziele 2026 bis 2029 tragfähige Massnahmen zu erarbeiten. Denn die fast 45 Prozent Nein-Stimmen zeigten, «dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung mit dem Weg, den das Budget 2026 eingeschlagen hat, nicht einverstanden ist», so Umbricht.
«Wir müssen uns nun gut überlegen, wie wir das Budget 2027 gestalten wollen und in Zukunft wieder ein ausgeglichenes Budget vorweisen können.» Der Gemeinderat werde die kommenden Monate nutzen, um die finanzielle Entwicklung aktiv zu steuern und transparent über die weiteren Schritte zu informieren.
Keine Enttäuschung
Das Referendumskomitee, bestehend aus Mitgliedern der Mitte, FDP und SVP, zeigt sich nach der Abstimmung ebenfalls zuversichtlich. «Das Referendum wurde abgelehnt, aber wir sind nicht enttäuscht», sagt Elsbeth Hofmänner vom Komitee. «Wir erachten das Resultat als Achtungserfolg, wenn man bedenkt, wie sehr die Gegnerschaft im Abstimmungskampf auf der emotionalen Schiene unterwegs war, anstatt handfeste Argumente gegen das Referendum zu liefern.» Das Referendum habe die Bevölkerung wachgerüttelt, so Hofmänner.
Der Gemeinderat seinerseits müsse nun handeln. Die finanzielle Situation «vertieft zu analysieren», wie der Gemeinderat schreibt, bringe dagegen nichts. «Es ist fünf Sekunden vor zwölf – und es gibt nichts mehr zu analysieren», sagt Hofmänner. «Der Gemeinderat steht jetzt unter Beobachtung, und bezüglich Budget 2027 haben wir unsere Erwartungen.»