Keine Lösung für den Verkehr

Die IG OSN kritisiert das Massnahmenpaket des GVK Raum Baden und fordert neue Kriterien für eine mögliche Umfahrung im Siggental.
Die vielbefahrene Hauptstrasse. (Bild: Archiv)

Siggenthal – Vermeiden, verlagern und verträglich, nach diesem Leitmotiv setzt sich die Siggenthaler IG OSN für eine siedlungsverträgliche Verteilung des (Strassen-)Verkehrs ein. Einst gegründet gegen die damaligen Pläne des Martinbergtunnels, geht es heute um das neue Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Baden. Bis Ende März läuft dafür die Online-Anhörung. Für die Interessengemeinschaft die «letzte Chance, eine ständig wachsende Verkehrslawine im Siggental zu verhindern.»

Das kürzlich vorgestellte Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Baden enthält über 200 Massnahmen und ein Investitionsvolumen von ca. 450 Millionen Franken. «In diesem Massnahmenpaket sind die beiden Umfahrungen von Ober- und Untersiggenthal (Zentrumsentlastung ZEL lang+) nicht enthalten», klagt die IG OSN. Und das «obwohl der Kanton in einem seiner Berichte festgehalten hat, dass die Verkehrsprobleme auf der Landstrasse im Siggental mit dem vorliegenden Massnahmenpaket nicht gelöst werden können», heisst es weiter von Seiten der Interessengemeinschaft.

Konkret geht es um die Zentrumsentlastung ZEL lang+ für Ober- und Untersiggenthal, welche aktuell nicht im Massnahmenpaket enthalten ist. Dabei handelt es sich um eine unterirdische Umfahrung von Untersiggenthal mit einem Tunnel unter dem Siggenthalerfeld zum Wilerloch, wo die Strasse die Bruggerstrasse kreuzt und als Tunnel im Berg Richtung Neuenhof führt.

Obwohl man grundsätzlich mit dem vorgelegten Massnahmenpaket einverstanden und der Martinsbergtunnel aus dem Richtplan entfernt worden ist, sieht man sich in der jetzigen Version des GVKs als «grosse Verlierer in diesem Jahrhundertprojekt».

Kampf dem Lärm
Laut der Interessengemeinschaft würde eine erneute Prüfung der Umfahrungen für das Siggental erst nach dem Abschluss aller Massnahmen im Jahr 2045 erfolgen – unabhängig vom weiteren Wachstum der Region. Inklusive Planung und Umsetzung würden dann im besten Falle weitere zehn Jahre ins Land gehen. Als entscheidendes Kriterium für die Umfahrung schlägt die IG eine Umsetzung für den Fall vor, dass das Verkehrsvolumen auf der Landstrasse in Obersiggenthal auf über 25 000 Fahrzeuge pro Tag anwächst. Aktuell verkehren dort bereits täglich 23 000 Fahrzeuge – mit Stau, Lärm- und Feinstaubbelastung.

«Nur die kombinierte Umfahrung von Ober- und Untersiggenthal bringt für das ganze Siggental eine echte Entlastung und verhindert, dass Untersiggenthal während weiteren Jahren oder Jahrzehnten vom Verkehr belastet wird», laut das Fazit der IGN. Alle Interessierten und Betroffenen werden zudem dazu aufgerufen, sich an der Anhörung zu beteiligen. Zusätzlich startet man ab dem 15. Februar eine Petition auf der Plattform Petitio.ch.