Stabsübergabe im Gemeindehaus

Mit der symbolischen Übergabe der Verantwortung über die Gemeinde ist Würenlingen am Schmutzigen Donnerstag in die Fasnachtszeit gestartet.
André Wenzinger im Büro des Gemeindeammanns. (Bild: sma)

Würenlingen – Begleitet von Rauchpetarden zogen die Guggen, Fasnächtler und Fasnächtlerinnen in Würenlingen am Donnerstagmorgen, 12. Februar, gemeinsam zum Schulhausplatz. Neben den zahlreichen Kostümierten und Musizierenden waren auch viele Schulkinder auf dem gut gefüllten Areal, um das Spektakel zu begutachten. Bis 9 Uhr erklangen bekannte Hits wie «Footloose», während man bereits in bester Fasnachtslaune das eine oder andere alkoholische Getränk konsumierte. Und zumindest für den Moment blieb es von oben trocken.

Im Anschluss an das Mini-Konzert wechselte man die Strassenseite und brachte nacheinander die zahlreichen fahrbaren Schlagzeuge und Trommeln in das Würenlinger Gemeindehaus. Selbst dicht gedrängt wurde der Platz im Erdgeschoss des Gebäudes knapp – umso lauter erklang dafür die Guggenmusik. Ohrenschützer gab es hier fast ausschliesslich nur bei den kleinsten Teilnehmern und Teilnehmerinnen.

Machtübernahme

Für Gemeindeammann Patrick Zimmermann war es bereits die dritte Stabsübergabe an André Wenzinger, den Präsidenten der Fasnachtsgesellschaft Würenlingen. Zimmermann erfreute sich an den Guggenklängen und sprach vom Spass am Leben, die in der Fasnachtszeit zelebriert wird, bevor er anmerkte, dass das Wetter durchaus noch Potential hätte. 

Für die folgenden sechs Tage übernimmt André Wenzinger die Geschicke in der Fasnachtshochburg. Auch Wenzinger fiel der Platzmangel bei der Stabsübergabe auf und so kündigte er humorvoll als erste Massnahme einen Planungskredit von 500 000 Franken für ein neues Gemeindehaus mit grosser Eingangshalle an. «In den letzten beiden Jahren habe ich mich zurückgehalten, aber es ist auch in eurem Interesse, dass es endlich vorwärtsgeht», sagte der oberste Fasnächtler in seiner Ansprache. Wenzinger betonte noch einmal, dass die Fasnacht die schönste Jahreszeit sei und bedankte sich für die enorme Unterstützung der ganze Gemeinde, bevor er seine Rede ganz klassisch mit einem dreifachen «Fasnacht ahoi!» beendete.

Mit ganzem Herzen dabei

Während es die Guggen und Fasnächtler wieder nach draussen zog, traf sich der Rat der Fasnachtsgesellschaft an der neuinstallierten Shotbar im Gemeindehaus, bevor man gemeinsam das neue Dienstbüro des Gemeindeammanns bezog.

«Die Verantwortung im Dorf ist natürlich enorm in der Fasnachtszeit, aber ich mache es ja schon seit 16 Jahren und von ganzem Herzen», kommentierte Wenzinger seine neue Position mit dem 1,5 Kilogramm schweren Zepter in der Hand. Auf der Frage nach der Farbe des neuen Gemeindehauses zeigte sich der Fasnachtsexperte offen für alle Farben, auch wenn das eigene Wappen mit Grün und Weiss schon eine gute Vorlage sei.

Und was macht Patrick Zimmermann in den kommenden sechs Tagen? «Mich erholen von den bisherigen Strapazen im Amt», antwortete der Gemeindeammann mit einem herzhaften Lachen. Auch bei der Rückgabe des Zepters hätten beide inzwischen einiges an Erfahrung, wobei das Putzen des Büros nicht dazu gehöre. Am Ende versprach Zimmermann noch mit Blick auf das Wetter, dass es viel besser werde. Man sei zuversichtlich, dass die Fasnacht zumindest wettertechnisch trocken bleibe.


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Die Guggen auf dem Weg zum Schulhausplatz. (Bilder: sma)

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