Anpassung auf engem Raum

Im Zuge der Umsetzung der BehiG-Vorgaben soll die Haltestelle Bahnhof Ost effizienter gestaltet und elektrifiziert werden.
Elektrobusse sollen hier künftig geladen werden können. (Bild: sim)

Baden – Die Bushaltestelle Bahnhof Ost am oberen Bahnhofplatz in Baden soll den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) entsprechend umgebaut werden. Dies geht aus einem gemeinsamen Baugesuch der Stadt Baden und der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) hervor, das derzeit öffentlich aufliegt. Während die Stadt den Umbau der Haltekanten nach BehiG und die Erneuerung der Oberflächen plant, wollen die RVBW einen elektrischen Ladebalken installieren, um die Elektrifizierung ihrer Busflotte weiter voranzutreiben. Die Kosten für das gesamte Vorhaben werden mit 860 000 Franken ausgewiesen. Ausgearbeitet hat das Projekt die in Aarau domizilierte VZP Ingenieure AG.

Das BehiG trat bereits Anfang 2004 in Kraft. Seither werden überall in der Region nach und nach die Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel den neuen Vorgaben entsprechend angepasst. Dadurch sollen Benachteiligungen und Hindernisse beseitigt werden, denen sich Menschen mit einer Behinderung bei der Benutzung des öffentlichen Verkehrs ausgesetzt sehen.

Die heutige Bushaltestelle Bahnhof Ost wurde im Zuge des damaligen Bahnhofausbaus in den Jahren 1998 bis 2001, also noch vor Inkrafttreten des BehiG, erstellt. Die dortigen Haltekanten K bis N entsprechen daher nicht den geltenden Vorgaben und müssen umgebaut werden. Wegen der engen Platzverhältnisse auf dem oberen Bahnhofplatz sollen die Haltekanten dabei soweit möglich nur in ihrem heutigen Bestand erneuert werden.

Lediglich die Haltekante N soll dabei auf Wunsch der RVBW zur Doppelhaltekante ausgebaut werden. Künftig soll der Kleinbus der Linie 9 die Haltestelle dadurch wieder in Gegenrichtung anfahren können. Weil die Fahrzeuge dabei zwischen dem Perron der Haltekante N und dem Bahnhofsgebäude zu stehen kämen, wie dies früher bereits der Fall war, ist dazu die Zustimmung der SBB notwendig.

Die heutige Haltestelle Baden Bahnhof Ost entspricht nicht den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes. (Bild: sim)

Zentrales Element
Der Bahnhof Baden ist der wichtigste Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs im Ostaargau. Insgesamt sorgen hier 16 Buslinien, verteilt auf drei Haltestellen, für den Zugang zum Bahnbetrieb. Vom Umbau der Haltestelle Bahnhof Ost sind die Buslinien betroffen, die in Richtung Wettingen, Neuenhof, Dättwil und Baldegg verkehren. 

Im Rahmen der Projektierung seien die geometrischen Anforderungen an die neuen Haltekanten vertieft untersucht worden, wie aus den Auflage­akten hervorgeht. Ziel dieser Unter­suchungen war es, ein Bauprojekt zu ermöglichen, das sowohl den Anforderungen des BehiG als auch den Bedürfnissen heutiger Linien- und Gelenkbusse gerecht wird. Die veränderten Anfahrtsradien an die Haltekanten bedingen insbesondere im Abschnitt bei der ehemaligen Post sowie im Bereich des dortigen Vordachs Anpassungen am Fahrbahnrand. Dasselbe gilt für die gegenüberliegenden Seite bei der Apotheke Wyss.

Parallel dazu ist das Vorhaben mit den Planungen der RVBW abgestimmt, die im Bereich der Haltestelle die Installation eines Ladebalkens für Elektrobusse vorsieht. Dieser soll die Haltekanten N, M und L elektrifizieren und die Einführung weiterer von E-Bussen bedienten Linien ermöglichen.

Wendigkeit gewährleistet
Im Zuge der Umgestaltung entfällt der heute für den Güterumschlag reservierte Stellplatz vor der Apotheke Wyss, damit die Busachse für die Postautos freigehalten werden kann. Als Ersatz wird im Bereich der bestehenden Parkplätze vor der Liegenschaft Bahnhofstrasse 40 ein neuer Güterumschlagplatz für Lieferwagen eingerichtet. Dadurch fallen am oberen Bahnhofplatz drei Parkplätze weg. Bei der Neugestaltung ist darauf geachtet worden, dass die Busse auch künftig auf dem Bahnhofplatz wenden können, sollte dies beispielsweise aufgrund einer Sperrung des Bustunnels notwendig sein.