Biokapseln und fairer Kaffee

Ole Bull kauft seinen Kaffee direkt bei den Produzenten in Mittelamerika und Afrika ein. So kann er die Kaffeebauern fair bezahlen.
Die lokale Rösterei Bulls Coffee ist auf Erfolgskurs. (Bild: leh)

Seine biologischen Kaffeekapseln aus Holz und Mais und ganz ohne Mikroplastik sind eine Erfolgsgeschichte. Ole Bull und seine Geschäftspartner haben die Kapseln in der schweizerischen und deutschen «Höhle des Löwen» bereits den Investoren präsentiert und stellen unterdessen für 118 Röstereien in der Schweiz exklusive Kapseln her.

Das Produkt ist der Hauptgeschäftszweig der 2019 gegründeten Firma Bulls Coffee. Daneben hat sich das Unternehmen des gebürtigen Kölners Ole Bull einen Namen als Kaffeerösterei gemacht. Er bezieht die Bohnen dafür direkt bei den Kaffeebauern in Kolumbien, Mexiko, Chile, Ecuador, Nicaragua und Äthiopien. Insgesamt zwölf Plantagen sind es an der Zahl. «Und weil wir die Bohnen ohne Umwege über lange Lieferketten bei den Kaffeebauern einkaufen, werden sie auch fair bezahlt», sagt der Firmengründer. Das Stichwort lautet: Direct Trade.

Die Firma bezahle einen Preis, der weit über dem normalen Weltmarktpreis liege, um die Lebensbedingungen der Familien vor Ort zu verbessern, so Bull. «Wir importieren nur hochwertigen Kaffee aus Plantagen, die wir auch kennen. Sie werden uns von sogenannten Coffee Hunters empfohlen», erklärt der 49-Jährige.

Ein Besuch in Kolumbien
Am Beginn der Geschichte stand ein Besuch des damaligen Mitarbeiters der Firma Melitta in Kolumbien. «Wir besuchten unzählige Kaffeeplantagen in Medellín und lernten den Alltag der Kaffeebauern kennen», erzählt der Produzent. Bull liess sich in der Folge eine Tonne Bohnen aus Medellín in die Heimat liefern, am Ende ist aus dem Engagement eine enge Zusammenarbeit mit vielen Kaffeebauern aus Mittelamerika gewachsen.

Ole Bull in seiner Kaffeerösterei in Brugg. (Bild: leh)

Seit 2021 arbeitet der Unternehmer nun ganz für seine eigene Firma. «Wir sind ein kleiner Familienbetrieb mit 3,5 Stellen.» Dem Gründer gehören 80 Prozent der Firma, Teilhaber sind seit 2022 auch der aus der Sendung «Bauer, ledig, sucht» bekannte Moderator Marco Fritsche sowie eine dritte Person, die sich im Hintergrund halten will. Und die Investitionen scheinen sich zu lohnen: Der Kaffee aus der Rösterei an der Aarauerstrasse in Brugg hat bereits Preise gewonnen. Er wurde zum besten Kaffee des Kantons gewählt. «Und im letzten Jahr wurde der Bulls Coffee aus 115 Teilnehmern als fünftbester Kaffee des Landes ausgezeichnet», erzählt der Inhaber. Dennoch bleibe der Kaffee neben den Holzkapseln ein Nebenprodukt. «Wir produzieren nur fünf Tonnen pro Jahr», sagt Bull. Das sei eine geringe Menge, gedacht vor allem für den regionalen Markt.

Zwei Kaffeesorten im Coop
Der Kaffee ist zum einen im kleinen Laden von Bulls Coffee in Brugg erhältlich, ausserdem online und in regionalen Volg-Filialen unter dem Label «Feins vom Dorf». Und seit kurzem stehen zwei der Kaffeesorten, eine dunkle Röstung mit Mandel-Karamell-Aroma und ein klassischer Kaffee mit nussiger Note, nun auch in zehn Coop-Filialen in Brugg, Baden und Umgebung im Regal. «Unsere erste Lieferung an Coop erfolgte vor Weihnachten, die zweite nach Silvester. Jetzt warten wir ab, wie das Feedback sein wird.»

In den nächsten Monaten werde sich wohl zeigen, wie die Zusammenarbeit weiterlaufen wird. «Es wäre natürlich toll, wenn es unseren Kaffee danach weiterhin im Coop geben würde», sagt Bull. Angewiesen sei man darauf aber glücklicherweise nicht.