Wettingen – Wettingens Masterplanung für die Zukunft seiner Schulen basiert auf vier aufeinander abgestimmten Puzzleteilen. Diese stehen für vier auf kurzen Wegen erreichbare Primarschulstandorte in pädagogisch zeitgemässen, für die nächsten 20 Jahre dimensionierten Bauten. Ein Standort – die «Schullandschaft Margeläcker» – bekommt eine zusätzliche Funktion: Neben einer Primarschule soll er auch die Oberstufe mit Bezirks-, Sekundar- und Realschule beherbergen. «Diese Schullandschaft», so der für das Ressort Schule zuständige Vizeammann Christian Wassmer, «bildet das Herzstück der Strategie». In einem vom Einwohnerrat genehmigten Studienauftrag befassten sich spezialisierte Architekturbüros für die Schulanlage Margeläcker mit verschiedenen Konzepten und Varianten. Den Wettbewerb gewonnen haben im Juni 2025 die Burkard Meyer Architekten aus Baden.
1200 Kinder und Jugendliche sollen ab 2033 am Standort Margeläcker in 54 Oberstufen- und 12 Primarschulklassen unterrichtet werden. Damit kein Monster-Schulzentrum entsteht, bilden drei Neubauten mit separaten Eingängen und Pausenhöfen den Kern der Anlage. «Die Häuser sind als Skelettbauten konzipiert», stellt Wassmer fest, «was die Wände frei einteilbar und auf veränderte pädagogische Konzepte anpassbar macht.» Den Neubauten weichen müssen die heutigen Aussensportanlagen. Diese bekommen ihren Ersatz auf der Zirkuswiese, wo auch eine neue Dreifachturnhalle entstehen soll.
22 000 Einwohner erreicht
Von rückläufigen Geburtenraten verspürt Wettingen nichts. Im Gegenteil: Das Bevölkerungswachstum der Gemeinde ist mit dem Zuzug von Kindern verbunden. In den nächsten Tagen kann Gemeindeammann Markus Haas den 22 000. Einwohner offiziell begrüssen. «Es handelt sich um einen Säugling», sagt er. Auch Neuenhof und Würenlos – die beiden Gemeinden nutzen die Bezirksschule Wettingen – entsenden in Zukunft tendenziell mehr Schülerinnen und Schüler. Für den Fall der Fälle sind die drei Neubauten so ausgelegt, dass sie um ein zusätzliches Stockwerk erweitert werden können.
Das letzte Wort hat das Volk
Aus der Studie soll nun ein baureifes Projekt werden. Dafür beantragt der Gemeinderat am 5. März dem Einwohnerrat einen Kredit von 8,55 Millionen Franken. Genehmigt das Gemeindeparlament diesen Betrag, kommt es am 14. Juni zu einer Volksabstimmung. Baureif bedeutet auch, dass die vorliegende Grobkostenschätzung von 140 Millionen Franken, welche eine Ungenauigkeit von plus/minus 15 Prozent aufweist, präziser (mit einem Spielraum von 10 Prozent) berechnet werden kann. Die Ausarbeitungsphase ermöglicht es auch, da und dort kostensenkende Korrekturen anzubringen.
Dass die Realisierung der Schullandschaft Margeläcker nicht ohne eine Erhöhung des Steuerfusses möglich sein wird, ist für Haas und Wassmer unbestritten. Wassmer sagt, gute Schulen seien ein wichtiger Faktor der Standortqualität und er gehe davon aus, dass die Bürgerinnen und Bürger dies auch so sehen. «In Gesprächen mit Neuzuzügern wird das Bildungsangebot Wettingens immer wieder gelobt», sagt Wassmer. Auf Fussdistanz vom Kindergarten bis zur Kantonsschule über alle Bildungsangebote zu verfügen, werde geschätzt. «Der Steuerfuss ist bei einem Umzug nach Wettingen kaum je ein Thema.»