Baden – Das Migros-Kulturprozent-Festival Steps trägt im März erneut den Zauber und die Vielfalt der Tanzkunst in alle Schweizer Landesteile. Insgesamt sind zwölf Compagnien aus dem In- und Ausland auf 38 Bühnen im ganzen Land zu sehen. Auch zwei Auftritte im Kurtheater Baden stehen auf dem Programm. Das Tanzfestival Steps eröffnet am 5. März Bern mit der Weltpremiere von «In The Brain» des international gefeierten, in London ansässigen Choreografen Hofesh Shechter und seiner Compagnie Shechter II.
Im Kurtheater sind zwei Vorstellungen am 11. und am 19. März geplant. Den Anfang macht das kanadische Tanzkollektiv People Watching mit dem Programm «Play Dead». Darin verschmilzt zeitgenössischer Tanz mit Zirkus und Physical Theatre. In ihrer ersten gemeinsamen Produktion widmen sich die sechs Tänzerinnen und Tänzer den vielseitigen Facetten des menschlichen Verhaltens. Dafür verwandeln sie die Bühne in eine typische Wohnung, in deren vier Wänden sich die Charaktere kennenlernen und einander näherkommen. So werden zwischenmenschliche Beziehungen erforscht, zerlegt und neu gedacht. Hauptprotagonist des Stücks ist das Kollektiv selbst – Seite an Seite mit der menschlichen Sehnsucht, dem Verlangen nach Intimität und der Absurdität des Alltäglichen.
Kooperation über den Atlantik
Am 19. März ist sodann die Göteborgsoperans Danskompani in Baden zu Gast. In einer Doppelaufführung werden «Spirit Willing», eine Neukreation von Tiffany Tregarthen und David Raymond aus Kanada, und «Ima» der in Frankreich ansässigen Choreografin Sharon Eyal gezeigt. Während Eyal bereits zu den Stars der zeitgenössischen Tanzszene gehört, gibt es daneben die künstlerische Handschrift von Tiffany Tregarthen und David Raymond zu entdecken.
Diese ist beeinflusst von ihrer gemeinsamen künstlerischen Reise in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen und Bewegungssprachen haben sich die beiden unlängst zu einem der gefragtesten Duos entwickelt. Für die Göteborgsoperans Danskompani kreierten sie im Herbst erstmals eine Arbeit.
Sharon Eyals unverkennbarer Stil spiegelt sich auch in ihrer neusten Choreografie für die Göteborgsoperans Danskompani wider. Präzision, Sinnlichkeit und Intensität prägen diese Arbeit. Der Titel verrät die Richtung: «Ima» heisst Mutter auf Hebräisch. Untermalt von pulsierender elektronischer Musik des französischen Komponisten Josef Laimon entsteht ein immersives Erlebnis.
Das Festivalprogramm umfasst insgesamt 74 Vorstellungen, die ein breites Spektrum des zeitgenössischen Tanzgeschehens abbilden. «Diesen Zauber möchten wir gern teilen. Tanz hat die Fähigkeit, Brücken zu bauen und Räume der Begegnung zu schaffen», ist Selina Beghetto, Mitglied des Programmteams, überzeugt. Während der vier Festivalwochen präsentieren zwölf Compagnien die Vielfalt des aktuellen Tanzschaffens.