Grossanlass an der Kantonsgrenze

1984 lockte die «Phänomena» über eine Million Besuchende nach Zürich. Jetzt gibt es eine Nachfolgeausstellung zwischen Spreitenbach und Dietikon.
Eine Kugel nach der anderen erhebt sich vor der Silhouette Spreitenbachs. (Bild: zvg)

Auf einer Wiese zwischen Spreitenbach und Dietikon befindet sich seit letzter Woche das grösste aufblasbare Zelt der Welt. Was wie eine Raumstation anmutet, wird ab dem 14. März die Ausstellung Phänomena beherbergen. Bei ihrer ersten Austragung 1984 lockte die Ausstellung, damals zu den Themen Wissenschaft und Natur, über eine Million Besuchende nach Zürich. Die «Phänomena» ging damals mit zahlreichen interaktiven Experimenten neue Wege. Noch heute ist am Zürichhorn, wo die «Phänomena» stattfand, ein Exponat von damals ausgestellt: eine tonnenschwere Steinkugel, die sich von Hand drehen lässt, weil sie auf einer dünnen Wasserschicht liegt. Die Veranstaltung war derartig erfolgreich, dass sie in den Folgejahren in mehreren Ländern wiederholt wurde.

Die Nachfolgeausstellung startet in zwei Wochen auf halbem Weg zwischen Spreitenbach und Dietikon auf dem Niderfeld. Gleich hinter der Zürcher Kantonsgrenze wurden dafür sechs zusammenhängende Kuppeln errichtet. Dabei handelt es sich um das grösste aufblasbare Zelt der Welt, in dem auf 2200 Quadratmetern die «Phänomena» untergebracht wird. Die grösste frei stehende Kuppel ist 15 Meter hoch, misst 30 Meter im Durchmesser und wird durch eine mit Druckluft gefüllte Doppelwand sowie wassergefüllte Schläuche zur Stabilisierung am Boden gehalten.

Die neue «Phänomena» ist seit 2017 in Planung und beginnt drei Jahre später als ursprünglich vorgesehen. Die ­Leitung obliegt Urs Müller, dem Sohn des «Phänomena»-Erfinders Georg Müller. Das Projekt ist auf fünf Jahre an­gelegt, wobei die Ausstellung jährlich neu konzipiert werden soll.

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2200 Quadratmeter Bodenfläche umfasst das aufgeblasene Konstrukt der Phänomena. (Bilder: Fabian Welsch)

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Zukunftsaussichten erkunden
Die kommende «Phänomena» widmet sich in diesem Jahr ganz dem Thema künstliche Intelligenz (KI), das wiederum durch zahlreiche interaktive ­Exponate erlebbar gemacht werden soll. Ziel ist es zu zeigen, wie Menschen KI wahrnehmen und wie KI umgekehrt den Menschen «sieht». Besucherinnen und Besucher können ein KI-generiertes Ebenbild von sich erstellen und mit diesem in einen Dialog treten oder mithilfe von KI ein Bienenvolk steuern.

Auch ethische Fragestellungen rund um den Einsatz von KI werden auf spielerische Weise thematisiert. Die Inhalte und Exponate entstanden in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Unternehmen. In den Jahren darauf sollen bis 2030 weitere Schwerpunkte wie Energie und Mobilität, Klima und Biodiversität, Weltraum sowie Physik und Chemie unter die Lupe genommen werden. Jede dieser thematischen Ausgaben soll als Wanderausstellung durch die Schweiz reisen. Einer der sechs Dome fungiert als Eingangsbereich. In den weiteren Kuppeln sind ein Eventraum und ein Kino vorgesehen, während die übrigen Räume die eigentliche Ausstellung beherbergen.

Zudem ist vorgesehen, dass die Wissensshow 2026 nach der sechs­wöchigen Premiere in Dietikon erst nach Basel und dann nach Yverdon, Luzern, Altstätten, Biel, Chur und ­Zürich zieht. Pro Standort rechnen die Veranstaltenden mit mehreren Zehntausend Besucherinnen und Besuchern.

Prominente Unterstützung
Die Kosten für die gesamte Wiederauflage der «Phänomena» belaufen sich voraussichtlich auf rund 26 Millionen Franken. Für den Besuch der Ausstellung zahlen Erwachsene 38 Franken Eintritt. Kinderbillette kosten 28 Franken. Wer aus dem Limmattal kommt, erhält 5 Franken Rabatt.

Eröffnet wird die «Phänomena» bereits am 13. März in Anwesenheit von Bundespräsident Guy Parmelin, der auch das Patronatskomitee der Veranstaltung präsidiert. Diesem gehören neben dem Magistraten und dem Zürcher Ständerat Daniel Jositsch die Zürcher Regierungsrätin Silvia Steiner und ihr Kollege Martin Neukom sowie der Dietiker Stadtpräsident ­Roger Bachmann und der ehemalige Wettinger Gemeindeammann Roland Kuster an.

Der Kugelbrunnen am Zürichhorn war 1984 eines der Phänomena-Exponate. (Bild: commons.wikimedia.org/wiki/User:Roland_zh)