Die einzige ­Seniorenmesse im Aargau steht bevor

An der Exposenio werden rund 4500 Besuchende erwartet. Die Messe rund um den dritten Lebensabschnitt geht in ihre sechste Ausgabe.
Für Lukas Voegele ist es die dritte Exposenio. (Bild: zVg)

Region – Lukas Voegele, Projektleiter der Exposenio Baden, erklärt im Interview, weshalb das Sonderthema «Rundum vital» auf die Messe, die am ­Samstag, 14. März, im Kongresszentrum Trafo stattfindet, zutrifft und warum der Anlass, bedingt durch ein ­spannendes Rahmenprogramm und den damit verbundenen Publikumsandrang, vergrössert werden musste.

Lukas Voegele, die Exposenio ist eine Erfolgsgeschichte. Wie kommen Sie dem gestiegenen Interesse der Aussteller entgegen, und wie hat sich die Messe verändert?
Das ist tatsächlich so. Die Messe wurde zu einem Leuchtturmprojekt von Senio Region Baden. Die Exposenio, die alle zwei Jahre stattfindet, verzeichnete einen neuen Besucherrekord. Durch die Teilnahme von mittlerweile über 80 Ausstellenden sahen wir uns gezwungen, die Ausstellung im Trafo auf zwei Geschossebenen zu verteilen, was uns eine grössere und trotzdem behindertengerechte Gestaltung erlaubt. Dadurch kann für die Interessierten der vielfältigen Referate das Sitzplatzangebot flexibler gestaltet werden. Wir haben die Exposenio im Verlauf der Jahre laufend den neuen Anforderungen angepasst und erweitert, und sie hat sich zu einem eigenen Brand entwickelt, weshalb wir den Namen nun markenrechtlich unter Schutz gestellt haben. 

Die Exposenio gibt es nun seit einigen Jahren. Was war der Auslöser für diese Seniorenmesse, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut?
Der Auslöser für eine solche Messe war, dass für alle und jedermann irgendeine Messe organisiert wird, jedoch eine der wichtigsten Klientel, die Älteren, nicht berücksichtigt wurde. Zudem soll damit eine Plattform für die Bedürfnisse der Älteren, ich gebrauche bewusst nicht die Worte Seniorinnen und Senioren, in Form eines «one step shop» geschaffen werden, wo auf die vielfältigen Fragen und Bedürfnisse beim Älterwerden Antworten und Angebote gefunden werden können. Die Exposenio ist in diesem Sinne ein Marktplatz, wo alles, was auch digital zur Verfügung gestellt wird, vor Ort besichtigt, geprüft, hinterfragt und getestet werden kann.

Die Messe setzt die Mitwirkung und die Hilfe zahlreicher ehren­amt­licher Helferinnen und Helfer voraus und ist mit erheblichen Kosten verbunden. Wie bewältigen Sie das?
Mit einem Organisationskomitee (OK), in dem sich Personen uneigennützig mit ihrem Fachwissen wie Führung, Sekretariat, Finanzen, Sponsoring, Technik, Sicherheit und Kommunikation für eine solche Aufgabe zur Verfügung stellen. Die Zusammensetzung und das persönliche Engagement im OK ist dabei von entscheidender Bedeutung. Ich darf mich als Projektleiter glücklich schätzen, dass ich bereits die dritte Exposenio mit einem kompetenten und engagierten OK durchführen kann. Unser erklärtes Ziel ist es, keinen Eintritt zu erheben, was sich auf die Beschaffung der Finanzen auswirkt. Dem Sponsoring muss grösste Beachtung geschenkt werden. Aufgrund des Erfolgs können wir auf Grosssponsoren wie den Schweizerischen Lotteriefonds, den Aargauischen Seniorenverband, die Aargauische Kantonalbank und die Stadt Baden zählen. Um jedoch die erheblichen Kosten einer solchen Ausstellung zu stemmen, benötigt es die Unterstützung zahlreicher weiterer Sponsoren, was sich zusehends als schwieriger erweist. Es ist uns ausserdem wichtig, die Aussteller, die den Aufwand für eine eintägige Messe auf sich nehmen, nicht mit überrissenen Standgebühren zu belasten.

Auch die ältere Generation setzt verstärkt das Smartphone für den öffentlichen Verkehr und das Reisen ein. Doch es bleiben Ängste vor der Komplexität und Betrug. Was empfehlen Sie?
Wir nehmen solche Themen bewusst auf und versuchen, sie in die Exposenio zu integrieren. So wird an einem Stand, der von den Berufsschülern der Berufsbildung Baden geführt wird, den interessierten Besucherinnen und Besuchern die Handhabung von Mobiles erklärt. Die regionalen Verkehrsbetriebe erklären den Besucherinnen und Besuchern die Bezahlapp Fairtiq für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs, und nicht zuletzt werden wir, um zeigen zu können, dass wir Innovation ernst nehmen, in der Ausstellung einen Roboter, den «Pepper», zeigen. Solche Roboter werden in naher Zukunft in Spitälern, Pflege- und Alterszentren eingesetzt, um die menschlichen Ressourcen anderweitig besser zu nutzen. Zudem wird im Rahmenprogramm in Referaten auf diese Themen eingegangen.

Gibt es gute Gründe, trotz der ­Informationen und Ratschläge für ein erfülltes Leben im Alter die Exposenio zu besuchen?
Die Messe versteht sich als Plattform und Marktplatz, wo man sich über die verschiedenen Möglichkeiten im Alter in vielfältiger Weise vor Ort informieren und sich mit anderen austauschen kann. Die Themenbereiche sind vielfältig, und eventuell werden durch den Besuch der Messe neue Bedürfnisse geweckt und abgedeckt. In den verschiedenen Referaten wird nicht nur viel Wissen vermittelt, sondern es werden auch individuelle Fragen beantwortet. Zudem ist die Messe ein Begegnungsort, was sich ebenfalls in der regen Benutzung der Cafeteria zeigt. 

Welche Bedeutung hat die ­Exposenio im Aargau?
Die Exposenio ist die einzige ­Seniorenmesse im Kanton. Die früheren Anbieter haben sich mangels notwendiger OK-Mitglieder zurückgezogen. Die Exposenio, die zu einem ­Markenzeichen geworden ist, hat inzwischen nicht nur eine regionale, sondern eine kantonale, teilweise sogar interkantonale Ausstrahlung. Die Besuchenden kommen aus dem ganzen Aargau und dem Limmattal. Das Konzept mit Ausstellern und einem parallel geführten Rahmenprogramm mit Einbezug von Kurzreferaten des Kantonsspitals Baden hat sich bewährt. Wir sind stolz darauf, das Kantonsspital Baden mit uns im Boot zu haben. Politisch hat die Messe eine grosse Bedeutung erlangt, was durch die Aufwartung der Behördenvertretungen bestätigt wird.