Baden – Zweimal jährlich findet im Zeka-Wohnhaus in Dättwil ein Spielabend statt, der Freude bereiten und Hemmschwellen abbauen soll. Die Vereinigung Cerebral Aargau organisiert den Anlass in Zusammenarbeit mit dem Badener Spielefachgeschäft Miracoolix im Frühling und im Herbst. Die nächste Veranstaltung findet am 11. März statt. Die Spielabende sind dabei genauso für Menschen mit einer Beeinträchtigung wie für die breite Öffentlichkeit gedacht. «Leider besteht oft eine Hemmschwelle, und wir haben nicht so viele Teilnehmende von extern», erklärt Annika Schlatter, Fachfrau Betreuung bei der Stiftung Zeka.
Dabei seien die bisherigen Spielabende durchweg erfolgreich gewesen und von praktisch allen Teilnehmenden sehr positiv erlebt worden. «Wenn Externe einmal an einem Abend teilgenommen haben, sehen wir sie oft wieder», weiss die Betreuungsfachfrau. «Die Veranstaltungen sind öffentlich, und wir wollen die Bevölkerung einladen, daran teilzunehmen», bekräftigt Chantal Meier, Geschäftsführerin der Vereinigung Cerebral Aargau.
Denn im Grunde unterscheiden sich die Spielabende im Zeka-Wohnhaus nicht von vergleichbaren Veranstaltungen. Monica Weiss vom Spielefachgeschäft Miracoolix stellt eine Auswahl bewährter und neuer Spiele zur Verfügung, mit denen die Teilnehmenden einige Stunden in geselliger Runde zubringen. «Manchmal gibt es Anlaufschwierigkeiten, doch es sind stets genügend Betreuerinnen und Betreuer vor Ort, die bei Bedarf Hilfestellung leisten können», erläutert Annika Schlatter. Daneben gibt es Kartenhalter, die das Spielen bei motorischen Einschränkungen erleichtern, und schon kann es losgehen.
Folgenreiche Spitalgespräche
Entstanden ist der Spielabend bei einem gemeinsamen Spitalaufenthalt von Markus Hadorn und Michael Küng. Markus Hadorn, der im letzten Sommer verstarb, übernahm einige Jahre nach dessen Gründung mit Monica Weiss das Spielefachgeschäft Miracoolix, das damals noch in Wettingen residierte und heute an der Mellingerstrasse 22 in Baden zu finden ist. Die Geschichte von Miracoolix begann mit Jürg Haller, der das Geschäft 1998 gründete und damit seine Leidenschaft für Gesellschaftsspiele zum Beruf machte. Dabei legte er in seinem Fachgeschäft von Anfang an den Fokus auf Qualität und persönliche Beratung. Später übernahmen Monica Weiss und Markus Hadorn das Geschäft, sie führen die ursprüngliche Philosophie bis heute weiter. Öffentliche Spielabende gehörten für beide deshalb von Beginn an zum Konzept.
Michael Küng lebt mit einer zerebralen Bewegungsbehinderung und ist Mitglied bei Cerebral Aargau. Im Gespräch kam Markus Hadorn auf die Idee, einen Spielabend für Menschen mit einer Beeinträchtigung zu organisieren. Michael Küng trug den Vorschlag zurück zur Vereinigung Cerebral Aargau und rannte damit offene Türen ein.
Freundschaftliche Zusammenkunft
Auf der Suche nach einem geeigneten Ort anerbot sich das Wohnhaus der Stiftung Zeka in Dättwil, die im Kanton Aargau Menschen mit körperlichen und/oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen betreut und fördert. «Wir waren sofort Feuer und Flamme für die Idee», erklärt Annika Schlatter. «Wir sind ohnehin immer offen für neue Aktivitäten für unsere Klientinnen und Klienten.» Der erste Spielabend fand 2018 statt. Seither erfreut sich die Veranstaltung ungebrochener Beliebtheit. Die Stiftung Zeka offeriert den Teilnehmenden Getränke und Kuchen, die von den Bewohnenden des Wohnhauses gebacken werden.
Regelmässig nehmen zwischen 30 und 40 Spielfans an den Veranstaltungen teil. Das Zeka-Restaurant Risotto, wo die Anlässe stattfinden, würde aber noch weitaus mehr Interessierten Platz bieten. Viele Teilnehmende verpassen keinen Spielabend. Dadurch wurden die Veranstaltungen mit der Zeit auch zu einem Treffpunkt, bei dem Freundschaften gepflegt und neue geknüpft werden. «Dass mit den Jahren diese Beziehungen entstanden sind, freut mich besonders», sagt Monica Weiss. «Die Teilnehmenden freuen sich auf die Abende und aufeinander.»
Mittwoch, 11. März, 19 bis 23 Uhr
Zeka-Restaurant Ristoro, Hofstrasse 6, Dättwil