Hottwil – Letzte Woche lud der Verein Spielleute Hottwil zu einer etwa einstündigen Pressekonferenz in die Turnhalle. Mit viel Charme und noch mehr Begeisterung stellten sie ihre aktuelle Produktion «Achtsam morden» vor. Sogar drei kurze Szenen wurden aufgeführt. «Was beim Theaterstück zunächst nach einem Achtsamkeitsseminar klingen könnte, entfaltet sich rasch zu einer bitterbösen Geschichte über Kontrolle, Gelassenheit und die Tücken moderner Selbstoptimierung», berichtete Christa Leber, Präsidentin der Spielleute Hottwil.
Aber worum geht es im mörderischen Zweiakter, in dem es heiter, aber keineswegs harmlos zugeht? Im Zentrum der Geschichte steht Philipp Röthlisberger, ein überarbeiteter, eher nicht empathischer Strafverteidiger, der auf Wunsch seiner Frau endlich mehr Balance in sein Leben bringen soll. Widerwillig besucht er ein Achtsamkeitstraining – mit unerwarteten Folgen. Denn der smarte Anwalt lernt, Grenzen zu setzen, den Fokus zu halten und konsequent zu handeln. Vielleicht ein bisschen zu konsequent.
Über 20 Figuren
Unter der Regie von David Imhoof, der bereits mehrere erfolgreiche Produktionen mit den Spielleuten realisiert hat, hauchen 11 Darstellerinnen und Darsteller insgesamt über 20 Figuren Leben ein. Die Laienschauspielerinnen und -schauspieler sehen sich also teilweise mit Doppelrollen konfrontiert, einige sogar mit Dreifacheinsätzen. Mit Tempo, Witz und feinem Galgenhumor gelingt ihnen eine bewundernswerte Gratwanderung zwischen Krimikomödie und Achtsamkeitsratgeber. Die Bühne, bestehend aus drei einfachen kargen Holzwürfeln mit Treppen, wird zum Schauplatz eines tragikomischen Selbstfindungstrips, bei dem Entspannungstraining und Mordlust Hand in Hand gehen. Die Dialektfassung von Joëlle Dolder verleiht dem Stück zusätzlichen Charme und Lokalkolorit, während das Ensemble mit Spielfreude und präzisem Timing überzeugt. Das Publikum darf sich also auf eine stringente Inszenierung freuen.
Neben dem kulturellen Genuss kommt das leibliche Wohl am Theaterabend nicht zu kurz. 90 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnen Kasse, Bar und Theaterwirtschaft. Dort können die Gäste den Abend mit einem Glas Wein, einem Cüpli oder einem kühlen Bier einläuten.
Ab 18.30 Uhr stehen warme und kalte Speisen bereit, dazu Patisserie in der Pause. Und nach der Aufführung hat man Gelegenheit, den Abend bei Kaffee und Kuchen oder einem Drink an der Theaterbar ausklingen zu lassen. Für zusätzliche Spannung sorgt eine Tombola, bei der es an allen Aufführungstagen Preise zu gewinnen gibt. Selbstverständlich sind Rollstuhlplätze vorhanden, was bei der Reservation entsprechend angegeben werden kann.
Die Theatergruppe hat sich in den vergangenen Jahren einen festen Platz in der regionalen Kulturszene erarbeitet. Die Spielleute Hottwil sind bekannt dafür, dass sie sich auch an eher unkonventionelle Theaterstücke wagen. Mit «Achtsam morden» beweist die Truppe erneut ein feines Gespür für zeitgemässen Humor und gesellschaftliche Themen, umgesetzt mit einer grossen Portion Spielfreude und Engagement.
Ab Freitag, 13. März, 20 Uhr
Turnhalle, Hottwil