«Vorverkauf ist gut angelaufen»

Im August geht das Stadtfest 2026 über die Bühne. Reto Wettstein, Präsident des Organisationskomitees, spricht über Hürden und Finanzen.
Das OK des Stadtfestes – v. l. hinten: René Schneider, Nik Përgjokai, Emina Caduff, Reto Wettstein, Severin Egli, Martin Kreienbühl, Kyle Bürki, Colin Maschall; v. l. vorn: Beyza De Rosa, Cäsar Bolliger, Noemi Zimmerli, Franziska Senn. Es fehlen: Mathias Matter, Yvonne Buchwalder, Jonas Stucki. (Bild: zVg)

Brugg – Die Vorbereitungen für das Brugger Stadtfest kommen voran. Noch 161 Tage, dann wird das «Stafe 26» die Altstadt für acht Tage, verteilt auf zwei verlängerte Wochenenden, in eine sommerliche Festivalmeile verwandeln. Das Motto lautet «Remix». Bekannte Schweizer Künstlerinnen und Künstler werden auftreten, darunter Zian, Dodo, Müslüm, Moser & Schelker, Loco Escrito, Joya Marleen, Gigi Malua und Azton. Zahlreiche Foodtrucks, Verkaufsstände, Bars und ein Lunapark mit Bahnen werden zum Feiern einladen.

Reto Wettstein, am 20. August geht es mit dem Stadtfest los. Wie laufen die Vorbereitungen?
Wir sind weitgehend im Zeitplan. Etwa 100 Standbetreiber haben sich für das Fest angemeldet. Im Moment beschäftigen wir uns vor allem mit dem Vorverkauf, der Werbung, mit Baugesuchen für die grossen Plakatwände und mit diversen Freigaben.

Sieben Jahre sind seit dem letzten Stadtfest in Brugg vergangen. Was wird 2026 anders als 2019?
Wir haben hauptsächlich das Eisi neu ausgestaltet. Es wird eine grosse Tanzfläche geben und beim Storchenturm eine grosse Bühne. Über den ­Rabatten werden wir eine Tribüne bauen. Und auf dem Eisi-Parkplatz wird es Bars geben. In der Hofstatt wird es ebenfalls eine Bühne geben. In der Stadtkirche wird die Stadtmusik zusammen mit der Rottweiler Musikgesellschaft am zweiten Wochenende in Wiederholung ein Konzert geben, in der Schulthess-Allee wird mit dem Electro Garden elektronische Musik mit DJ Tatana als Highlight spielen. Für Familien mit jüngeren Kindern wird sicherlich der Auftritt der Schwiizergoofe ein Highlight sein. 

Letztes Mal kamen an sechs Tagen ungefähr 70 000 Besuchende. Wie viele erwarten Sie dieses Jahr? An der ersten Sitzung des neuen Organisationskomitees war 2023 von 80 000 oder mehr Gästen die Rede.
Da das Fest dieses Mal an acht statt an sechs Tagen stattfindet, hoffen wir, dass am Ende auch mehr Leute kommen. Aber es ist schwierig, eine Zahl zu nennen. Unter anderem kommt es auf das Wetter an, das 2019 sehr gut war. Der Vorverkauf seit Ende November ist auf jeden Fall gut angelaufen, wir haben schon mehrere Tausend Tickets verkauft.

Sie sprechen es an: Die letzte Ausgabe dauerte insgesamt sechs Tage, jetzt sind es acht. Warum der Ausbau?
Der Verein holte nach dem letzten Stadtfest ein Feedback von den Standbetreibern ein. Heraus kam, dass viele Betreiber, vor allem jene mit aufwendigen Ständen, aber auch gewisse Barbetreiber, gern ein längeres Stadtfest gehabt hätten. So beschlossen wir, in beiden Wochen den Donnerstag hinzuzunehmen. Das Fest dauert also zweimal von Donnerstag bis Sonntag statt von Freitag bis Sonntag.

Wie sieht die finanzielle Situation aus? Können Sie das Budget von rund einer Million Franken einhalten? Die Finanzen des Stadtfests ­gaben im Einwohnerrat ja bereits im Herbst und Winter zu reden. Ein Vorschuss der Stadt in Höhe einer Defizitgarantie von 150 000 Franken wurde bewilligt, aus einem beantragten Kostenvorschuss von 300 000 Franken wurde aber nichts.
Im Moment bewegen wir uns im Budget. Wir haben es nach dem Entscheid des Einwohnerrats nochmal überarbeitet, damit wir mit den Kosten unter einer Million Franken bleiben. Offen ist im Moment, ob zwei bis drei grössere Sponsoren noch mitziehen. Unter anderem steht der Entscheid von Swisslos noch aus. Bis ­April sollten wir aber Bescheid bekommen. Wenn wir uns weiterhin im Budget bewegen, mit dem Darlehen der Stadt und wenn das Wetter am Ende mitmacht, sind wir überzeugt, dass alles gut kommt.

Werden Sie die Defizitgarantie der Stadt am Ende in Anspruch nehmen müssen?
Die Defizitgarantie wurde ja in ein Darlehen beziehungsweise einen Vorschuss umgewandelt, und wir planen jetzt mit diesen 150 000 Franken – natürlich in der Hoffnung, dass wir sie am Ende mit den budgetierten Eintritten zurückzahlen können. Wir möchten das Stadtfest aber in der ursprünglich geplanten Form mit drei Bühnen durchführen, mit allen wichtigen Bestandteilen, und nicht auf einzelne Programmpunkte verzichten.

Muss man bei einem Stadtfest wie dem «Stafe 26» grundsätzlich mit einem Defizit leben?
Das kann man so nicht sagen. 2013 gab es am Stadtfest in Brugg einen Überschuss, 2019 ein Defizit. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren, und weil der Verein kein Eigenkapital hat, kann sich das stark auswirken.

Was ist für Sie persönlich am Stadtfest das Wichtigste?
Das nicht alltägliche Gemeinschaftsgefühl in unserem Bezirkshauptort – wenn wir als Gesellschaft aus der Region und darüber hinaus zusammen etwas Schönes, Aussergewöhnliches und Friedliches erleben können.