Minimer Rückgang beim Umsatz

Die Brugg Group hat ihre ­Bilanz für das vergangene Jahr präsentiert. Der Umsatz sank um rund 1 Prozent auf 646 Millionen Franken.
CEO Stephan Wartmann (l.) mit Markus Grüter, Chef von Brugg Lifting. (Bild: leh)

Birr – Verwaltungsratspräsident Jürg Suhner war an der Bilanzkonferenz direkt aus Singapur zugeschaltet. Er sprach von einer «extrem schwierigen globalen Situation auf dem Markt», von Handelsbarrieren und Protektionismus. Auch Stephan Wartmann, CEO der Brugg Group, erwähnte die neuen Zolltarife der USA neben den Kriegsschauplätzen in Nahost als grosse ­Herausforderung. Die Brugg Group habe darauf mit Preisanpassungen und einem fabrikeigenen Zollfreilager in den USA reagieren können. Und sie expandierte mit neuen Werken – nicht nur in den USA, sondern unter anderem in Indonesien.
«Für uns entscheidend ist, in solchen Situationen agil, flexibel und vor allem schnell zu sein», sagte Wartmann vor den Medien in Birr. Man wolle weiterhin neue Märkte erschliessen oder die Tätigkeit in Re­gionen wie Südostasien oder China ausbauen. «Denn wegen dieser ‹Trumperei› wird nicht alles über Bord geworfen», sagte Wartmann. Die Brugg Group ist als Hersteller von Transport-, Lift und Architektur-Seilen, Schutzsystemen gegen Naturgefahren, Rohrsystemen, Prozessleittechnik und Spezialkabeln weltweit tätig. 60 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen derzeit in Europa, gut 20 Prozent in Asien und knapp 20 Prozent in Nord- und Südamerika.

CEO Stephan Wartmann erläutert das Geschäftsjahr 2025. (Bild: leh)

Von Zuwachs bis Rückgang
Die sechs Unternehmen der Brugg Group schlossen das Jahr unterschiedlich ab. Brugg Pipes stellte sich 2025 strategisch neu auf und investierte gezielt in Produktionsstandorte in Deutschland und den USA. Der Umsatz von Brugg Pipes stieg um 10 Millionen Franken auf 219 Millionen Franken. Brugg Lifting, der weltweit führende Hersteller von Aufzug-, Architektur- und Drahtseilen, bekam 2025 die schwache Entwicklung im globalen Aufzugsmarkt zu spüren, das vor allem in China und Korea. Der Umsatz sank entsprechend um 20,3 Millionen Franken auf 87 Millionen Franken. Ebenso ging bei Brugg E-Connect der Umsatz im vergangenen Jahr zurück, und zwar von etwa 19,7 Millionen Franken auf 15,4 Millionen Franken. Hauptgrund ist, dass sich der Markt für die E-Mobilität entgegen den Erwartungen abkühlte. Beim Tochterunternehmen Geobrugg war der konsolidierte Umsatz ebenfalls rückläufig. Er sank um ungefähr 20 Millionen Franken auf 165,1 Millionen Franken.
Gute Zahlen präsentierte hingegen das Unternehmen Fatzer. Es konnte seine weltweit führende Marktstellung als Hersteller von Hochlastseilen halten. Die Nachfrage blieb 2025 hoch, und die Produktionskapazität wurde erhöht. Der Umsatz stieg von knapp 62 Millionen Franken auf 82,5 Millionen Franken. Die Rittmeyer AG konnte mit ihrer Prozessleittechnik schliesslich ebenfalls ein solides Ergebnis erreichen. Der Umsatz ging nur leicht zurück – von 71,5 Millionen Franken auf 69,7 Millionen Franken.

«Durchzogener Start»
Die Brugg Group blickt wegen der weltweit unruhigen Marktsituation kritisch auf das laufende Jahr. «Wir haben einen durchzogenen Start hingelegt», sagte Wartmann in Birr. «Einzelne Units sind besser gestartet als im Jahr davor, aber die Kurve zeigt zu wenig nach oben.»
Beim Umsatz hinke das Unternehmen per Ende Februar dem Vorjahr hinterher – was weiterhin unter anderem mit dem Krieg im Mittleren Osten zu tun habe. «Er bringt höhere Energie- und Transportkosten, höhere Rohmaterialpreise und Projektverzögerungen mit sich», erklärte Wartmann. «Wir sehen für das laufende Jahr aber auch Chancen, vor allem in Asien.»