Gelungener Start unter der Kirche

Die katholische Kirche hat eine temporäre Gassenküche eröffnet. Nach erfolgreichem Start soll sie bis kommenden Herbst bestehen bleiben.
Christoph Hörmann (Zweiter von links) mit Freiwilligen des Projekts: Priska Aebli, Susanne van Bouwelen und Willy Deck. (Bild: zVg)

Brugg – Vor drei Wochen öffnete sie zum ersten Mal ihre Türen. Die Gassenküche der katholischen Kirche servierte obdachlosen und randständigen Menschen über Mittag eine kostenlose Mahlzeit. Und die Reaktionen auf das Angebot in den Räumlichkeiten unter der Kirche St. Nikolaus waren nach der Premiere gut. «Die Resonanz und die Rückmeldungen der suchterkrankten Menschen waren durchweg positiv», sagt Christoph Hörmann, Leiter des Fachbereichs Soziales.
Die Gassenküche der katholischen Kirche in Brugg ist ein zeitlich beschränktes Projekt. «Die Kirche übernimmt mit der Gassenküche ein temporäres Projekt, bis seitens der öffentlichen Hand eine passende Immobilie zur Verfügung steht», erklärt Hörmann. Er habe früh die herausfordernde Situation der suchterkrankten Menschen am Bahnhof wahrgenommen. Daraus sei die Idee eines niederschwelligen Angebots in Form einer Gassenküche entstanden.

Gemeinsame Lösung
«Im Zuge der aktuellen öffentlichen Diskussion über das Thema tauschte ich mich mit meinen Vorgesetzten aus und regte an, den Kontakt mit der Stadt zu suchen. In der Folge konnte rasch die gemeinsame Lösung gefunden werden», so Hörmann. Neben der Stadt Brugg wurden die Gemeinde Windisch und die Regionalpolizei Brugg über das Vorhaben informiert.
Das Projekt funktioniert vor allem dank der Arbeit von Freiwilligen. Das Essen wird von Helferinnen und Helfern zubereitet, wobei ein Teil der Zutaten regulär eingekauft wird. Ein anderer Teil stammt aus überschüssigen Lebensmitteln von Organisationen wie «Tischlein deck dich», so der Sozialpädagoge. Sie würden ansonsten entsorgt. Die Finanzierung erfolgt durch Geldspenden und durch Sachspenden vor allem in Form von Gemüse und weiteren Lebensmitteln aus regionalen Geschäften.

Verlängerte Öffnungszeiten
Die Gassenküche ist jeden Freitag geöffnet. Und die Öffnungszeit wurde unterdessen in den Nachmittag, bis 16 Uhr, verlängert. «Nach der ersten Durchführung Ende März wurde der Wunsch nach späteren Öffnungszeiten geäussert», sagt Hörmann. Dem wolle man Rechnung tragen.
Bis im kommenden Herbst soll die Gassenküche bestehen bleiben. Dann sollte die Stadt Brugg einen dauerhaften Standort für ihre Kontakt- und ­Anlaufstelle mit einer Gassenküche gefunden haben, ist die katholische Kirche überzeugt. Aber wenn nicht? «Dann werden wir uns mit den Verantwortlichen der Stadt zu gegebener Zeit erneut absprechen», so Hörmann. «Grundsätzlich sind wir bereit, weiterhin unterstützend tätig zu sein.» Er gehe davon aus, dass bei entsprechendem Bedarf eine Weiterführung des Angebots über den Herbst hinaus möglich sei.