Obersiggenthal – Die Feuerwehr Obersiggenthal zählt rund 100 Dienstleistende. Davon verfügen 16 Personen über den Ausweis C1-118, der es ihnen erlaubt, Feuerwehrmotorwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen und unabhängig von der Platzzahl zu fahren. Um das vorgeschriebene Soll von jährlich acht Fahrstunden zu erfüllen, fanden an verschiedenen Daten im Jahr Fahrübungen auf dem ganzen Gemeindegebiet statt – so am vergangenen Samstag.
Die Fahrer von Feuerwehrfahrzeugen sind bei Einsätzen grossem Stress ausgesetzt. Neben den hohen normalen Anforderungen beim Fahren von grossen Fahrzeugen kommen Zeitdruck und das eventuell unberechenbare Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmenden hinzu, die nicht zuletzt einen Unfall begünstigen können. Um ein besseres Gefühl für das Handling des Fahrzeugs zu bekommen und das Fahrzeug sicher zu fahren, wurden die Teilnehmenden vom Kommandanten Nicolas Schmassmann in das Thema eingeführt. Fahrlehrer Daniel Gadient hatte verschiedene Routen mit Fahr- und Sicherheitsübungen erstellt, die in der Folge umgesetzt werden mussten.
Beherrschen des Fahrzeugs
Die Mitfahrt auf dem über 8 Meter langen, 2,5 Meter breiten und 3,4 Meter hohen Tanklöschfahrzeug mit Sdt. Ivan Füglister am Steuer und Kevin Nolle als Unterstützung hat gezeigt, das Ivan Füglister gefährliche Verkehrsvorgänge vermied oder diesen mit Voraussicht begegnete. Die Fahrt führte über die Haldenstrasse, hinab durch die Talackerstrasse, wo nach der Erkennung des Hydranten das Rückwärtsfahren am Hang und die Weiterfahrt durch die schmale Sternenstrasse zur Landstrasse gefragt waren.
Dabei war festzustellen, dass überhängende Bäume und Sträucher die Sicht vermindern und sogar zu Schäden an den breiten Fahrzeugen führen können. Äusserst professionell bewältigte Ivan Füglister die Wendemanöver in einem Innenhof an der Landstrasse sowie beim Kindergarten Nuechtal. Geendet hat die Fahrt auf dem Areal des Technischen Zentrums. Die etwa 40-minütige Fahrt hat bewiesen, dass die Fahrübungen wertvoll sind und dem Fahrer neben einer vertieften Ortskenntnis ein Gefühl für das sichere Beherrschen des Fahrzeugs vermitteln.
Einparken will gekonnt sein
Bei der ersten Übung auf dem Areal des Zentrums waren Flächen mit Verkehrsleitkegeln abgesteckt, die in ihren Abmessungen gegenüber dem Fahrzeug um 20 Zentimeter breiter waren. Es galt, das Fahrzeug rückwärts in das Feld zu fahren. Bei der zweiten Übung stand das Fahrzeug in einem 90-Grad-Winkel zur abgesteckten Fläche. Hier musste man das Fahrzeug unter Einbezug einer Hilfsperson in die abgesteckte Fläche manövrieren.
Um Verständigungsprobleme auszuschliessen, war das Fenster auf der Fahrerseite stets offen. Hier kam die Routine zum Tragen, welche die Fahrer mittlerweile erlangt haben. Sowohl Kommandant Nicolas Schmassmann als auch Fahrlehrer Daniel Gadient waren mit den Leistungen zufrieden. Bevor die Teilnehmenden in das Wochenende entlassen wurden, informierte Oblt. Patrick Ecabert die Fahrer über die vielfältigen Möglichkeiten des Alarmmonitors.