Defekte Leitung unter dem Spielplatz

Passend zum Thema Hochwasserschutz hatte sich die Gemeindeversammlung Freienwil unter anderem mit einer kaputten Leitung zu befassen.
An der Gemeindeversammlung wurde über ein neues Kommunalfahzeug abgestimmt. (Bild: sim)

Freienwil – Ob trotz oder wegen der Hitze in der Mehrzweckhalle – die Gemeindeversammlung in Freienwil letzte Woche ging effizient über die Bühne. Die hohen Temperaturen hätten wohl dennoch ihren Tribut gefordert, mutmasste Gemeindeammann Othmar Suter, der nur 58 der 774 Stimmberechtigten zur Versammlung begrüssen konnte.
Nach der Genehmigung des Protokolls der letzten Gemeindeversammlung sowie des Rechenschaftsberichts 2025 hatten die Versammelten vor allem über abgeschlossene und künftige Bauprojekte zu befinden.

Wasser im Keller
Gleich zwei Traktanden befassten sich mit der geplanten Sanierung der Schulstrasse sowie mit der Neugestaltung des umliegenden Geländes. Direkt an die Strasse schliesst der Spielplatz der Schule Freienwil an, dessen Erneuerung für 190 000 Franken bereits an der Wintergemeindeversammlung im November beschlossen worden war. Noch bevor das Projekt umgesetzt werden konnte, wurde im Bereich des Spielplatzes und der Schulstrasse, wo das Grundwasser hoch steht, eine Verwässerung des Bodens festgestellt. In einem benachbarten Gebäude kam es gar zu einem Wassereinbruch.
Ursache dafür sei vermutlich eine defekte Drainageleitung, erläuterte Vizeammann Urs Rey. Diese verläuft unter dem Spielplatz und soll das Areal entwässern. Derweil befindet sich das Sanierungsprojekt Schulstrasse noch am Anfang der Projektierungsphase. Die Gemeindeversammlung bewilligte letzte Woche einen Projektierungskredit über 146 000 Franken für deren Sanierung. Weil der Gemeinderat aber nicht warten kann und will, bis das Projekt ausgearbeitet ist, wurden die notwendigen Mittel in Form eines Zusatzkredits für die Sanierung des Spielplatzes vorgelegt. Das sei die einzig rechtlich zulässige Möglichkeit, um die mutmasslich defekte Leitung rasch zu reparieren und sich dennoch Zeit für die Ausarbeitung des Projekts Schulstrasse nehmen zu können, wie Urs Rey ausführte.
Einziger Nachteil dieses Vorgehens: Ein Nein der Gemeindeversammlung zu dem Zusatzkredit über 45 000 Franken hätte die gesamte ­Sanierung des Spielplatzes blockiert. Doch die Rechnung ging auf, und der Kredit wurde einstimmig genehmigt.

Der Spielplatz der Schule Freienwil stand im Zentrum der Sommergemeindeversammlung. (Bild: sim)

Schutz vor Hochwasser
Zwei weitere Geschäfte betrafen die Abrechnung für die Planung der Hochwasserschutzmassnahmen und Sanierungsarbeiten am Hälslerweg, an der Dorfstrasse und an der Bergstrasse sowie für deren Umsetzung. Der Projektierungskredit von 108 000 Franken wurde um rund 5600 Franken unterschritten und die Abrechnung grossmehrheitlich genehmigt. Gleich danach war über die Abrechnung des Verpflichtungskredits von 900 000 Franken zu befinden. Dieser war für die Umsetzung des zweiten von vier Teilprojekten gesprochen worden, mit denen der Hochwasserschutz in Freienwil sichergestellt werden soll.
Die Sanierungsarbeiten der zweiten Etappe betrafen die obere Bergstrasse und den Hälslerweg. Weil weniger Wasserleitung ersetzt werden musste als gedacht und weil sonst keine unvorhergesehenen Ereignisse eintraten, wurde der Kredit um knapp 147 000 Franken unterschritten. Die Versammlung genehmigte die Abrechnung ohne Gegenstimmen.

Unerwarteter Geldsegen
Die Präsentation der Jahresrechnung 2025 fiel Gemeinderätin Prisca Hubschmid zu. Eine erfreuliche Aufgabe, denn statt des budgetierten Verlusts von etwa 6000 Franken schloss diese mit einem satten Plus von 384 232 Franken. Davon fliessen 50 000 Franken in den Fonds förs Dorf, und 80 000 Franken dienen als Vorfinanzierung für die Sanierung der Bergstrasse im Zuge des Hochwasserschutzprojekts. Die übrigen rund 254 000 Franken stärken das Eigenkapital Freienwils. Eine Vielzahl von Faktoren, darunter unerwartet hohe Einnahmen im Bauwesen und Einsparungen im Bildungsbereich, führten zu dem Ertragsüberschuss.
Trotz des guten Rechnungsabschlusses schloss Prisca Hubschmid ihre Ausführungen mit mahnenden Worten. «Wir haben aktuell Darlehen in Höhe von 9,2 Millionen Franken», so die Gemeinderätin. «Da in Zukunft weitere grosse Investitionen anstehen, gilt es, die Verschuldung im Auge zu behalten. Mit 2589 Franken pro Person liegt die Verschuldung in Freienwil im kantonalen Vergleich gegenwärtig im mittleren Bereich.
Ein unerfreuliches Traktandum betraf die Sanierung der Holzschnitzelheizung der Schule. Diese war nötig geworden, weil die alte Heizung die Vorgaben der Luftreinhalteverordnung nicht mehr erfüllte und Schäden am Brennraum bestanden. Wegen enger Platzverhältnisse vor Ort erwies sich das Vorhaben als recht kompliziert und musste mehrfach angepasst werden. Das führte dazu, dass der Kredit von 355 000 Franken am Ende um etwa 6000 Franken überschritten wurde. Genehmigt wurde die Abrechnung dennoch.
Schliesslich beschloss die Gemeindeversammlung den Kauf eines neuen Kommunaltraktors für 88 000 Franken. Der neue Traktor von John Deere soll den bisherigen ersetzen, der 2022 gebraucht gekauft worden war. «Seither hatten wir dafür Reparatur- und Servicekosten in Höhe von 15 000 Franken», führte Othmar Suter aus. Da nun wieder eine kostspielige Reparatur nötig wäre, beantragte der Gemeinderat den Versammelten den Kauf des neuen Traktors, die dem Antrag mit grosser Mehrheit folgten.