Von Aladdin bis Scheherazade

Das Sommerkonzert «1001 Nacht» der MG Schinznach-Dorf entführte das Publikum in einen mitreissenden musikalischen Orienttraum.
Ein Konzert vor exotischer Kulisse. (Bild: isp)

Schinznach-Dorf – Der Abend hatte sich sanft über den Feldschenplatz gelegt, als sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher zum Sommerkonzert «1001 Nacht» einfanden. Für das diesjährige Sommerkonzert hatte sich die Musikgesellschaft ein schattiges, idyllisches, ruhiges und vor allem kühles Plätzchen ausgesucht, was von vielen wohlwollend geschätzt wurde.
Bereits ab 19 Uhr, während die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwand, füllte sich der Platz, und die Anwesenden genossen ein Nachtessen inklusive Kuchenbuffet. Später, und zwar pünktlich um 21 Uhr, wurde die Open-Air-Bühne vom Ensemble und von seinem Dirigenten Christoph Vogt übernommen, dessen klare Gestik und ruhige Präsenz den musikalischen Abend prägten.

Majestätische Klänge
«In diesem Jahr reisen wir mit unserem Musikprogramm in den mythischen Orient. Das Konzert ‹1001 Nacht› ist von gleichnamigen Klassikern der Weltliteratur inspiriert, von Geschichten wie ‹Die Geschichte vom Prinzen Kalandar›, ‹Sindbad der Seefahrer› oder ‹Aladdin und die Wunderlampe›», sagte die sympathische ­Moderatorin Linda Wettstein freudig, die durch den Abend führte.
Mit dem ersten Ton von «Oracles of the Sirocco» von Robert Sheldon begann die musikalische Reise. Die 40  Musikerinnen und Musiker der Musikgesellschaft Schinznach-Dorf zeichneten mit präzisen Bläserlinien und warmen Harmonien das Bild eines warmen Wüstenwinds, der Geschichten aus längst vergangenen Zeiten ­heranträgt. Das Publikum war sofort gefesselt. Der Übergang zu «Arabian Dances» von Brian Balmages gelang fliessend. Plötzlich pulsierte der Platz im Rhythmus orientalischer Tänze, und das während gut sechs Minuten, so lang dauerte das Stück nämlich. Die Perkussion trieb das Ensemble ­voran, die Melodien wirbelten bunt durch die Luft. Mit «Cleopatra, The Last Queen of Egypt» von Thierry ­Deleruyelle wurde es majestätisch. Die Komposition entfaltete eine dramatische Erzählkraft, die an goldene Paläste, Machtspiele und die geheimnisvolle Aura der ägyptischen Königin erinnerte.
Ein Höhepunkt folgte dem anderen: «Aladdin», arrangiert von Willy Hautvast, zauberte ein Lächeln auf viele Gesichter. Bekannte Melodien, liebevoll orchestriert, liessen die ­Funken der Nostalgie sprühen. Mit «Oriental Postcard» von Etienne Crausaz wurde das Publikum auf eine musikalische Postkartenreise geschickt. Mal verspielt, mal geheimnisvoll, immer farbenreich. Und dann: «Scheherazade». Die Erzählkunst der legendären Geschichtenerzählerin schien in jedem Takt zu leben.

Ein Finale, das nachhallte
Natürlich liess das Publikum die Formation nicht ohne Zugabe ziehen. Mit «Arabian Dances» von Roland Barrett verabschiedeten sich die Musikerinnen und Musiker kraftvoll und mitreissend. Ein Finale, das lang nachhallte.
Wer sich über kommende Veranstaltungen informieren möchte, findet auf der Website der Musikgesellschaft eine Liste der nächsten Anlässe. Denn nach diesem Abend war klar: Diese Konzertreihe mit den zwei rund 90-minütigen Abendveranstaltungen am Freitag und Samstag hat Lust auf mehr gemacht.