«Jede zusätzliche Person hilft uns»

In sechs Wochen beginnt in Brugg das grosse Stadtfest. Doch das Organisationskomitee ist nach wie vor auf der Suche nach Freiwilligen.
Für Franziska Senn und das Stadtfest-OK beginnt nun die heisse Phase. (Bild: zVg)

Brugg – Der Countdown läuft. Ab dem 20. August steht ganz Brugg im Zeichen des Stadtfests 2026 (Stafe 26). Den Verantwortlichen fehlt es aber noch an Helferinnen und Helfern. Franziska Senn vom Organisationskomitee (OK) erläutert die Situation und ruft die ­Bevölkerung zum Mitmachen auf.


Franziska Senn, das OK ist auf der Suche nach Freiwilligen für über 1000 Helferschichten in den verschiedensten Bereichen. Wofür ­stehen diese 1000 Helferschichten konkret?
Mit den Helferschichten sind alle einzelnen Einsätze gemeint, die während des Stadtfests besetzt werden müssen – verteilt über die gesamte Veranstaltungsdauer und über alle Einsatzbereiche hinweg. Eine Helferschicht entspricht somit einem konkreten Einsatz während eines bestimmten Zeitfensters und dauert in der Regel vier Stunden. Da viele Helferinnen und Helfer mehrere Schichten übernehmen, benötigen wir deutlich weniger als 1000 einzelne Personen. Realistisch rechnen wir mit mehreren Hundert freiwilligen Helferinnen und Helfern, die diese Einsätze abdecken sollen. Jede zusätzliche Person hilft uns enorm, vor allem wenn jemand bereit ist, mehrere Schichten zu übernehmen.

Um welche Bereiche oder Funk­tionen handelt es sich konkret?
Hauptsächlich suchen wir Unterstützung in den Bereichen Kasse und Ticketumtausch, Eintrittskontrolle, Verkehrsdienst, Bühne, Administration und Büro sowie Springer. Gerade in den Bereichen Kasse, Eintrittskon­trolle und Verkehrsdienst haben wir aktuell erhöhten Bedarf. Besonders gefragt sind zudem Helferinnen und Helfer für Abend- und Spätschichten. Die Aufgaben sind vielseitig – vom ­direkten Kontakt mit Besucherinnen und Besuchern bis zu organisatorischen Tätigkeiten im Hintergrund. Besonders als Springer sind Flexibilität und die Bereitschaft gefragt, dort einzuspringen, wo kurzfristig Unterstützung benötigt wird.

Welche Voraussetzungen muss man als Helferin oder Helfer erfüllen?
Wir suchen motivierte, zuverlässige und engagierte Personen, die Freude daran haben, Teil eines grossen regionalen Events zu sein. Das Mindestalter beträgt grundsätzlich 16 Jahre. Einsätze von Jugendlichen sind mit dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten aber möglich. Je nach Aufgabe sind unterschiedliche Fähigkeiten gefragt. Für die Kasse oder das Ticketing sind Freundlichkeit, Genauigkeit und ein sicherer ­Umgang mit Menschen wichtig. Im Verkehrsdienst braucht es Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit. Bühnenhelfer sollten ausserdem körperlich belastbar und flexi­bel sein. Wichtig ist vor allem die Bereitschaft, mitanzupacken und ­gemeinsam etwas Grosses auf die Beine zu stellen. Als Anerkennung für ihren Einsatz erhalten unsere Helferinnen und Helfer 10 Franken pro Stunde, ein Helfershirt, einen Verpflegungsgutschein sowie ein Getränk. Und bereits ab einer übernommenen Schicht erhalten sie einen ­Tageseintritt. Wer drei oder mehr Schichten übernimmt, erhält anstelle des Tageseintritts einen Festivalpass. Einzelhelferinnen und Einzelhelfer werden direkt nach Ende ihrer Schicht entschädigt. Bei Vereinen erfolgt die Abrechnung gesammelt nach dem Fest mit dem jeweiligen Verein. Zusätzlich findet im Rahmen des Hauptprogramms eine offizielle Ehrung unserer Volunteers statt. Damit möchten wir das grosse Engagement unserer Helferinnen und Helfer sichtbar machen und ihre wertvolle Unterstützung würdigen.

Wo sollen sich Interessierte ­melden?
Die Helfersuche läuft über die Plattform Swiss Volunteers. Interessierte können sich dort registrieren und für passende Einsätze anmelden unter: stafe26.ch/helfer.

Sie sagen, dass ein Anlass dieser Grössenordnung ohne freiwillige Helferinnen und Helfer nicht möglich sei. Heisst das, dass das OK abhängig ist von der Freiwilligkeit von Helfern – beziehungsweise bei der Planung von Anfang an fix damit ­gerechnet hat?
Ja, ganz klar. Bei einem Anlass dieser Grössenordnung ist freiwilliges Engagement ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Das ist keine spontane Notlösung, sondern von Beginn an Teil der Planung. Stadtfeste leben von Gemeinschaft, lokalem Engagement und Menschen, die bereit sind, sich für ein gemeinsames Erlebnis einzusetzen. Ohne diesen Einsatz wäre ein Fest in dieser Form organisatorisch und finanziell kaum realisierbar.

Hat sich das OK beim Einsatzwillen von potenziellen Freiwilligen verrechnet, dass es jetzt erneut einen Aufruf starten muss?
Nein, überhaupt nicht. Bei Grossveranstaltungen ist es völlig normal, dass die Helfersuche über mehrere Phasen läuft und man insbesondere in der Schlussphase nochmal gezielt zusätzliche Helferinnen und Helfer sucht. Zudem entwickelt sich der genaue Helferbedarf bei einem Anlass dieser Grössenordnung laufend weiter. Je konkreter die Planung in den einzelnen Bereichen wird, desto präziser lässt sich abschätzen, wie viele Einsätze und Helferschichten effektiv nötig sind.

Und was geschieht, wenn sich keine Helferinnen und Helfer mehr melden? Ist die Durchführung dann gefährdet?
Derzeit gehen wir davon aus, dass wir die offenen Schichten besetzen können, wir erhalten laufend neue Anmeldungen. Trotzdem ist klar: Für einen reibungslosen Ablauf brauchen wir genügend Freiwillige. Jede zusätzliche Anmeldung erhöht unsere Planungssicherheit und entlastet das bestehende Team.