Qualität sichern und weiterentwickeln

Mit dem Bevölkerungswachstum steigt der Bedarf an Schulraum. Damit Wettingen attraktiv bleibt, ist eine intakte Schule entscheidend.
Das 2023 eingeweihte Provisorium der Bezirksschule ist Teil der Planung. (Bild: Archiv)

Wettingen – Gross war das Interesse der Wettingerinnen und Wettinger, die der Einladung des Gemeinderates gefolgt waren, um sich im Tägi über die Zukunft Schulraum Wettingen «Horizont 2040» informieren zu lassen. Musikalisch begrüsst wurden sie durch die Bläserklasse, die auch ihr gesangliches Können unter Beweis stellte. Seitens des Gemeinderates hiess Gemeindeammann Markus Haas (FDP) das Publikum willkommen. Dabei unterstrich er die Attraktivität der mittlerweile 22 000 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden, lebenswerten Gemeinde hinsichtlich Bildung und Wohnen. «Damit dies auch in Zukunft so bleibt, braucht es zeitgemässe Infrastrukturen. Dabei ist es umso entscheidender, dass wir vorausschauend planen, in bestehende Standorte investieren und neuen Schulraum schaffen. Nur so können wir Wettingen in eine positive Zukunft führen».

Nun gilt es, die Masterplanung für den Schulraum Wettingen, die nicht nur auf die spezifische Quartierentwicklung abgestimmt ist, sondern auch Nachhaltigkeit und eine stimmige Integration in ein bestehendes Umfeld berücksichtigt, für die Umsetzung vorzubereiten.

Was darf die Zukunft kosten?
In einem ersten Podium beantworteten Vizeammann Christian Wassmer (Die Mitte), Ressort Bildung, und Gemeinderat Martin Egloff (FDP), Ressort Hochbau, die Fragen der Moderatorin Martina Liebert. Dabei stellte Christian Wassmer fest, dass sich seine Haltung mit dem Wechsel von der Legislative, wo er 18 Jahre lang tätig war, in die Exekutive, nicht wesentlich verändert habe: «Mit dem Schulraum sind wir immer wieder an Grenzen gestossen und mit der ‹Pflästerlipolitik› stets hinterhergehinkt. Der Entscheid zur Masterplanung war mit Blick auf diese Herausforderung wohl die richtige.»

Auf die Frage nach dem Preisschild für das Oberstufenzentrum antwortete Martin Egloff: «Das aus dem Wettbewerb zum Studienauftrag hervorgegangene, aus drei Baukörpern bestehende Siegerprojekt von Burkard Meyer Architekten, Baden, in welchem dereinst 1200 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, wurde als nachhaltig beste und auch günstigste Lösung evaluiert. Ob die in der Studie aus dem Jahr 2020 mit 120 Millionen Franken bezifferten Kosten reichen werden, wird sich nach der Ausarbeitung des Baukredites, welcher der Bevölkerung voraussichtlich 2028 unterbreitet wird, zeigen. Die Betriebskosten dürften jedoch tiefer ausfallen.»

Gemeinderat Martin Egloff und Vizeammann Christian Wassmer beantworten Fragen zur Schulraumplanung. (Bild: pg)

Raum für Entwicklung
«Für die Masterplanung wurden sämtliche Faktoren und Rahmenbedingungen vertieft analysiert. Damit am Ende ein optimales Vorgehen definiert werden konnte, wurden zahlreiche Varianten geprüft», so Serge Bütler, Projektleiter Landis AG. Die Rea­lität hat Grenzen aufgezeigt. Auch Nicole Merkli, Geschäftsführung Schule Wettingen, äusserte sich positiv zu den klar definierten Standorten. Die Pädagogik hat sich in den ­vergangenen Jahren und Jahrzehn-
ten stark weiterentwickelt, und der Lehrplan erfordert unterschiedliche Arten von Schulräumen. Klassische Unterrichtsräume, Cluster- und Gruppenräume sowie eigentliche Lernlandschaften sollen dereinst die Grundlage für einen zeitgemässen Unterricht bilden, der den Anforderungen und den Kindern gerecht wird. Wichtig ist aber auch die Einbindung der Schule in die Planung.

Es gibt keinen Plan B
In einem weiteren Podium stellten sich Tanja Temel, Jurypräsidentin Studienauftrag Schullandschaft Margeläcker, Judith Zimmermann, Schulleitung Bezirksschule, Markus Zoller, Einwohnerrat, und Grossrat Alain Burger den Fragen der Moderatorin. «Der Schulunterricht in den Provisorien ist nicht anregend», so Judith Zimmermann. Markus Zoller erachtet ganzheitliches Denken als wichtig und Alain Burger merkt an, dass attraktiver Schulraum die Rekrutierung von Fachkräften erleichtert. Tanja Tremel weist darauf hin, dass der Schulraum sich auch auf die pädagogischen Herausforderungen auswirkt.

Auch darüber, dass nun die Weichen gestellt werden müssen, ist man sich einig. «Als erster Schritt soll in der Jahren 2028/2029 die Erweiterung der Schule Altenburg erfolgen, um das zu erwartende Bevölkerungswachstum im Bahnhofareal und dem Klosterbrühl und die damit zu erwartenden neuen Schülerinnen und Schüler aufzunehmen», so Jlko Müller. Mit der Realisierung der Schullandschaft Margeläcker, die in den Jahren 2034/2035 angedacht ist, erfolgt der zweite Schritt und damit der Umzug der Bezirksschule an den neuen Standort.

Fragen aus dem Publikum, etwa nach der Realisierung einer Theaterbühne oder zu den vom Kanton geregelten Schulgeldern für Schülerinnen und Schüler aus Nachbarsgemeinden, wurden durch Fachpersonen beantwortet. Angemerkt wurde auch, dass es für den Schulraum keinen Plan B gebe. Zum Schluss rief Markus Haas dazu auf, den Weg für die Kinder, die Jugend und Familien mit Mut und Zuversicht gemeinsam zu gehen.