Depentor ist höchste Wettingerin

Schon im Elternhaus von Ursi Depentor, die nun zwei Jahre lang das Amt der höchsten Wettingerin ausübt, wurde viel über Politik diskutiert.
Der neue Fiko-Präsident Roland Brühlmann und Ratspräsidentin Ursi Depentor (beide Die Mitte). (Bild: pg)

Wettingen – Ursi Depentor ist diplomierte Masseurin und wuchs in Leibstadt sowie später in Brugg auf. Sie ist verheiratet, Mutter zweier erwachsener Kinder und wohnt seit 1992 in Wettingen. Dort übernahm sie nach der Eröffnung des «Weinstern»-Ladens an der Landstrasse mit grossem Engagement und Herzblut die Verkaufsleitung.

Das politische Geschehen in der Region und darüber hinaus thematisierte Wettingens neue Einwohnerratspräsidentin bereits in ihrer Jugend häufig am Familientisch. Ihr Interesse an Politik wurde daher bereits früh geweckt. Vor sechs Jahren entschloss sie sich dazu, für den Einwohnerrat zu kandidieren, in dem sie sich nun seit 2021 für die Belange der Mitte einbringt, deren Ortspartei sie seit acht Jahren präsidiert (früher CVP Wettingen).

Nebenberuflich war sie als Friedensrichterin tätig und während drei Jahren in der Sozialkommission aktiv. Um einen Einblick in die Kommunalpolitik, die Abläufe sowie die damit verbundene Arbeit zu erhalten, verfolgte sie bereits zwei Jahre zuvor beinahe jede Einwohnerratssitzung auf der Zuschauertribüne. «In dieser Zeit konnte ich einiges Erfahren und meinen politischen Horizont erweitern», reflektiert die neue Einwohnerratspräsidentin.

Kurze Einarbeitungszeit
Nachdem Christian Wassmer (Die Mitte), Vizepräsident des Einwohnerrates, nach seiner Wahl in den Gemeinderat im vergangenen Herbst das Amt abgegeben hatte, wurde Ursi Depentor anlässlich der Sitzung vom 13. November zur Vizepräsidentin gewählt. Ursi Depentor ist erst die zweite Frau, die das Vizepräsidium übernommen hat und nun, zwei Monate später, zur Präsidentin und damit zur höchsten Wettingerin gewählt wurde.

«Ich habe die kurze Zeit seit der Wahl zur Vizepräsidentin genutzt, um zahlreiche Protokolle und Sitzungs-Drehbücher meiner Vorgänger zu lesen und mich ins Geschäftsreglement vertieft. Ich bin mir auch bewusst, dass es Sitzungen geben wird, an denen ich schnell entscheiden und eingreifen muss», erklärt die strahlende Präsidentin. Sie stehe für Respekt und neutrale Haltung und fügt an, dass sie sich auf die Zusammenarbeit mit dem Ratsbüro verlassen könne. «Ich weiss, dass ich mich bei Fragen oder bei Unklarheiten immer auch an Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer und die Geschäftsleiterin Sandra Thut wenden kann.»

Der Verantwortung bewusst
Ursi Depentor freut sich, nun den Politikbetrieb von einer anderen Seite erleben zu dürfen: «Durch das Präsidialamt gerät meine inhaltliche Mitwirkung etwas in den Hintergrund. Ich bin mir aber der Verantwortung für den Prozess und damit des Weges bewusst. Ich werde versuchen, während den Sitzungen den Überblick zu behalten und zu spüren, wenn Diskussionen aus dem Ruder laufen oder wann man zu einer Abstimmung schreiten soll.» In ihrer neuen Rolle will Ursi Depentor in erster Linie moderieren und so zum reibungslosen Ablauf der Sitzungen beitragen. «Wichtig ist, dass am Schluss Entscheidungen vorliegen die akzeptiert und mitgetragen werden. Die vergangenen Jahre waren thematisch stark dominiert durch die angespannte Finanzlage. Es bleibt zu hoffen, dass diesbezüglich ein Wandel stattfinden kann», erklärt die frischgebackene Präsidentin.

Ihr Wunsch ist es, sich für Wettingen einzusetzen. «Wir leben in einer attraktiven und lebendigen Gemeinde, aber das ist nur so, weil es Leute gibt, die sich engagieren. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die Menschen, die hier leben sich auch wohlfühlen». Ihre Freizeit verbringt die quirlige Milizpolitikerin, die gerne kocht und sich für die Weinkultur interessiert, beim Wandern sowie auf oder am Wasser. Den Entscheid, ob sie sich nach dem zweijährigen Präsidium aus dem Einwohnerrat verabschieden wird, hat sie noch nicht gefällt.

Im Anschluss an ihre erste Sitzung genoss Ursi Depentor die durch die Guggenmusik «Räbeschläcker Wettige» lautstark eröffnete Wahlfeier im Rahmen der Familie, Freunde und Ratsmitglieder.