Der Weg des Wassers

Technik, das Dorf und seinen Werdegang bei der Wasserversorgung möchte man in diesem Jahr dem Publikum im Ortsmuseum näherbringen.
Die Küche im historischen Wohnraum des Ortsmuseums. (Bild: sma)

Untersiggenthal –Der Neubau des Reservoirs Schachen schreite voran, hiess es im November 2025 an der Gemeindeversammlung in Untersiggenthal. So soll das Eine-Million-Franken-Projekt in diesem Jahr nach einer Verzögerung umgesetzt werden. Der Generationenbau hat auch die Aufmerksamkeit von Katja Stücheli, Präsidentin des Ortsmuseums Untersiggenthal, auf sich gezogen und ist einer der Gründe, warum das Museum in diesem Jahr ganz im Zeichen der Wasserversorgung steht. Denn neben der Sonderausstellung, welche im Mai eröffnet wird, drehen sich auch der monatliche Museumsmittwoch und der internationale Museumstag im Mai um das kühle Nass. «Für mich als Leiterin des Museums ist es etwas extrem Schönes, wenn man etwas Aktuelles aufgreifen kann. Wir wollen mit der Ausstellung das Thema vertiefen und den historischen Kontext aufzeigen – alles auf Untersiggenthal spezialisiert», so Stücheli zum erst dritten Jahresthema der Museumshistorie.

Im letzten Jahr hielt noch durch Clown Billy die Zauberei im Museum Einzug. Mit der Wasserversorgung hat man nun ein eher technisches Thema, welches auch für die Museumskommission anspruchsvoll in der Umsetzung ist. «Wir wollen nicht nur Pläne und Theorie zeigen», sagt Stücheli. Mit Experten vor Ort, aber auch Exkursionen in Untersiggenthal möchte man das Thema vielfältig beleuchten. Wie funktioniert ein Pumpwerk, wo befinden sich überall Reservoirs und wie verläuft der Neubau Schachen? Dies sind einige Fragen, die man dem Publikum an den Museumsmittwochen näherbringen will.

Ein historischer hydraulischer Widder vom Standort Moos. (Bild: sma)

Der verwunschene Brunnen
Es ist das erste Mal, dass das Jahresthema und die Sonderausstellung das gleiche Sujet haben. «Ich muss die Informationen so präsentieren, dass sie verständlich sind», erklärt die Museumsleiterin die Arbeit an der Sonderausstellung, die bis Ende April abgeschlossen sein muss.

Dazu zählen auch kleine Geschichten, wie die der letzten Bewohnerin des Hauses, in dem sich heute das Ortsmuseum befindet. Erst in den 1940er-Jahren kam ein Wasseranschluss, und als später ein Zähler montiert wurde, zog es Marie Umbricht wieder zurück zu ihrem Brunnen. Zudem verrät Stücheli, dass es in Untersiggenthal sogar einen verwunschenen Brunnen gibt.

An den neun Museumsmittwochterminen, welche sich von Februar bis November erstrecken, kommt jeweils eine Fachperson ins Ortsmuseum: vom Brunnenmeister über den Feuerwehrkommandanten bis zur Ingenieurin. So erklären Experten und Gemeindevertreter in Workshops die bestehende Infrastruktur der Gemeinde, inklusive des neuen Reservoirs, die Bedeutung von Regenwasser und Grundlagen von Leitungssystemen. «Wir wollten auch unter der Woche ein Angebot schaffen. Nach meiner Erfahrung kommt niemand einfach so in unser Museum», kommentiert Stücheli den Museumsmittwoch, der gerade vom älteren Publikum gut angenommen worden ist.