Brugg – Ab dem 16. März wird Brugg zum zweiten Mal mit einer Aktionswoche ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Es wird unter anderem eine Medienausstellung geben, einen Talk mit einem Gewaltberater, eine Führung durch das Vindonissa-Museum zum Thema «Rassismus im Römischen Reich», ein Theaterstück über die Erfahrungen einer Dolmetscherin im Asylwesen oder einen Workshop für Eltern und Fachleute unter dem Motto «Kinder rassismuskritisch begleiten». Mehrere Institutionen werden sich an der Woche beteiligen, federführend ist die Regionale Integrationsfachstelle in Brugg.
«Der Internationale Tag gegen Rassismus erinnert daran, dass rassistische Diskriminierung kein Randthema ist, sondern fest in unserer Gesellschaft verwurzelt und damit eine Herausforderung, die alle betrifft – Einzelpersonen, Institutionen oder auch Vereine», sagt Luisa Fehlmann von der Fachstelle. «Mit der Aktionswoche wollen wir sensibilisieren, informieren, Begegnungen ermöglichen und bestehendes Engagement sichtbar machen.»
Keine zentrale Veranstaltung
Die Regionale Integrationsfachstelle organisierte die Aktionswoche gegen Rassismus in der Region Brugg zum ersten Mal im vergangenen Jahr. «Mit einem offenen Aufruf an Vereine, Institutionen, Schulen und Kulturschaffende luden wir die Bevölkerung ein, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen», erzählt Fehlmann. «Unser Ziel war von Anfang an: keine zentrale Veranstaltung von uns alleine auf die Beine zu stellen, sondern eine Woche, die von der Region selbst getragen wird.»
Am 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Dieser Gedenktag wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen und erinnert an das Massaker von Sharpeville 1960 in Südafrika. In der Schweiz machen an diesem Datum Städte, Kantone und Organisationen mit Veranstaltungen und Aktionen jeweils auf das Thema aufmerksam. Mit der ersten Durchführung im vergangenen Jahr ist nun auch die Region Brugg Teil dieser kantonalen und nationalen Aktion.
«Von Ausgrenzung betroffen»
Doch wie kam es zum Engagement in Brugg? «Wir erleben in unserer Arbeit regelmässig Situationen, in denen Menschen von Ausgrenzung betroffen sind oder unsicher sind, wie sie damit umgehen sollen», erzählt Luisa Fehlmann – auch im Namen ihrer Kolleginnen Nadine Ringele und Carol Karafiat von der Fachstelle.
«Das Thema Rassismus spielt in unserer Region eine Rolle – sichtbarer und unsichtbarer, im Alltag, in der Schule, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum.» Gleichzeitig sei der Internationale Tag gegen Rassismus ein schweizweit stark verankerter Bezugspunkt. «Viele Regionen setzen seit Jahren Zeichen für Vielfalt. Für uns war deshalb klar: Auch Brugg soll Teil dieser Bewegung sein – mit einem eigenen Programm, das lokal verankert ist und gleichzeitig den Blick für grössere Zusammenhänge öffnet.»
Mit der ersten Ausgabe war die Fachstelle insgesamt zufrieden. «Die Aktionswoche vom vergangenen Jahr war eine inspirierende Premiere. Auch wenn manche Veranstaltungen mehr Teilnehmende verdient hätten, war die Resonanz insgesamt positiv», sagt Fehlmann. «Die Woche zeigte eindrücklich, wie wertvoll es ist, Räume zu schaffen, in denen man sich aktiv mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen und miteinander ins Gespräch kommen kann. Die Vielfalt der Formate – von Filmen und Workshops bis hin zu kulinarischen Begegnungen – sprach ein breites Publikum an.» So soll es auch dieses Jahr wieder werden, vom 16. bis 22. März.