Brugg – Richard «Ritsch» Hug ist seit 1982 im Moto Club Brugg mit dabei, davon die letzten 30 Jahre als Präsident. «Früher waren die Mitglieder vor allem Männer, heute hat es ein paar Frauen dabei, aber immer noch sehr wenige», erzählt er. «Sowieso hatten Töff-Fahrer früher einen schlechten Ruf. Wenn wir auf einer Ausfahrt einkehren wollten, gab es Restaurants, die sofort die Türen abschlossen und uns nicht bewirten wollten», erinnert sich Hug. Mit einem Augenzwinkern sagt er, dass die Mitglieder aber keine «Herrenfährtchen» machen würden, also Kurzfahrten, die kaum länger als eine Stunde dauern und eher im Restaurant stattfinden.
Der Moto Club Brugg sei seit jeher markenneutral unterwegs, erzählt er weiter. «Fahrende mit absolviertem Fahrtraining und Töffs ab 125 Kubik dürfen bei uns schnuppern», ergänzt Roland Bacher, der seit Ende Januar neuer Club-Präsident ist. Wenn ein Ausflug zum Grillieren oder Baden geplant sei und die ganze Familie mitkomme, dann fahre meist der Vater Töff, der Rest der Familie komme mit dem Auto, so Bacher.
Geselligkeit und Freundschaft
Die beiden Männer betonen, dass seit 46 Jahren Geselligkeit, Freundschaft und die Freude am Fahren das Motto seien: «Wir alle sind ein Team. Früher waren viele Arbeitskollegen dabei, heute haben die Mitglieder verschiedenste Berufe, und alle haben Freude am Motorsport», sagt Ritsch Hug. Das Ziel sei, eine gute Zeit zusammen auf der Strasse zu haben und an geselligen Abenden auch mal ein Bier zu trinken, ergänzt Roland Bacher.
Der Moto Club Brugg sei ein lockerer Verein, bei den Ausfahrten heisse das Ziel: zusammen losfahren und zusammen heimfahren. Und unterschiedliche Fahrweisen seien kein Problem. «Wir achten aufeinander. Macht jemand ein Zeichen, dass er anhalten muss, tun wir das bei der nächsten Gelegenheit. Niemand wird abgehängt», so Hug. Von Tagesfahrten bis zu Fünftagesreisen in ganz Europa steht alles auf dem Jahresprogramm.
Per Zufall Mitglied geworden
Roland Bacher ist seit dem Jahr 2021 Vereinsmitglied, und das aus purem Zufall: Er zügelte mit seiner Frau von Basel nach Brugg, und am Zügeltag gönnten sich die beiden einen Abend in der «Uferlos»-Bar. Sie fragten, ob noch Plätze am Tisch frei seien, man kam ins Gespräch, man kam aufs Töff-Fahren, und da hiess es: «Also, morn am Morge am nüüni bi de Tankstell fahred mer los. Bis morn!».
Mit einem Lachen erinnert sich Ritsch Hug an diesen Sonntag, als Roland Bacher mit seiner chromblitzenden Harley angedonnert kam: «Wir haben eigentlich alle Enduro-Tourenmotorräder, und dann kommt er mit seiner Harley. Er hat sich aber auf dieser Schwarzwald-Ausfahrt wirklich gut ‹gmetzget›.» Roland Bacher hat sich in der Zwischenzeit die erste auf dem Markt erhältliche Enduro-Harley gekauft und hat somit zwei Motorräder, wie viele andere Clubmitglieder auch. «So kann man passend zur Tour den geeigneten Töff wählen.»
Um in der Öffentlichkeit präsent zu sein, nimmt der Club jeweils am Stadtfest Brugg mit einer Bar teil, und auch am Argovia-Fäscht hatte der Verein schon eine eigene Beiz. «Dieses Jahr freuen wir uns ganz besonders, wenn uns viele ehemalige Vereinsmitglieder am Stadtfest besuchen. Diese können auch gerne am 2. April auf den Bözberg in den Landgasthof Vierlinden kommen und alte Fotos und Geschichten mitbringen», so Roland Bacher. Er möchte nämlich eine Vereinschronik erarbeiten und hofft auf viele Dokumente und Erinnerungen aus den alten Zeiten des Moto Club Brugg. «Am Donnerstag, 2. April, sind wir ab 18 Uhr im neu eröffneten Landgasthof Vierlinden anzutreffen. 1980 wurde unser Verein übrigens im damaligen Bözberger Gasthof gegründet.»