Von der Schule in die Berufswelt

Behördenmitglieder gewährten anlässlich des von der ­Gemeinde offerierten Apéros Einblicke in ihre vielfältigen Aufgabenbereiche.
Interessiert verfolgen die Teilnehmenden die Ausführungen der Behördenvertretungen. (Bild: pg)

Obersiggenthal – Der Tradition folgend, konnte Frau Gemeindeammann Bettina Lutz Güttler Mitglieder des Gewerbevereins Siggenthal, der die gewerblichen Interessen der verschiedenen Berufsgruppen und Branchen vertritt, im Foyer des Gemeindesaals zum Gewerbeapéro willkommen heissen. Begrüssen konnte sie am Donnerstag, 5. März, ausserdem Behördenmitglieder und Verwaltungsmitarbeitende. In Ihrer kurzen Ansprache informierte sie über den zu Beginn der Legislatur durchgeführten Workshop, in dem Ziele definiert und aktuelle Themen behandelt wurden.

So war es interessant zu erfahren, dass zwischen 2019 und 2024 die Anzahl Kinder zwischen 0 und 5 Jahren um 11 Prozent abgenommen hat, hingegen jene der über 80-Jährigen im gleichen Zeitraum um 24 Prozent gestiegen ist, was sich auf das Budget der Gemeinde auswirkt. So ist unter anderem die Restkostenfinanzierung in den vergangenen zehn Jahren um 2 Millionen auf 3 Millionen Franken gestiegen. Weiter wurde festgestellt, dass das Siggenthal wohl über eine beachtliche Anzahl an Arbeitsstätten, jedoch über zu wenig Arbeitsplätze verfügt. Bettina Lutz Güttler informierte daneben über die notwendigen Sanierungen und den Unterhalt der gemeindeeigenen Liegenschaften. Zudem gilt es, das Parkierungskonzept im Zusammenhang mit Grossveranstaltungen zu überarbeiten.

Arbeitswelt kennenlernen
Seit 2024 setzt die Oberstufe Obersiggenthal das Jugendprojekt Lift um, das bereits vielerorts angeboten wird und anlässlich der Gewerbeschau ­Undob vom vergangenen Herbst vorgestellt wurde. Die Idee des Projekts ist, Jugendliche mit erschwerten Bedingungen bei der Integration in die Arbeitswelt zu unterstützen, indem sie durch Arbeit in ihrer Freizeit in der zweiten Oberstufe die Arbeitswelt kennenlernen und sich bewähren können, bevor sie sich in der dritten Oberstufe um eine Lehrstelle bewerben. Michael Weibel, Gemeinderat und Ressortvorsteher Schulwesen, nahm die Gelegenheit wahr, um den Gewerbetreibenden das Projekt näher vorzustellen.

Aktuell wird schweizweit jedes vierte Lehrverhältnis aus unterschiedlichen Gründen aufgelöst. «Viele Jugendliche haben gute manuelle Fähigkeiten, die sie im Rahmen von Lift entdecken und vertiefen können, und sie sind auch bereit, das zu zeigen. In wöchentlichen drei- bis vierstündigen Praxiseinsätzen an schulfreien Nachmittagen oder am Samstag, was mit 5 bis 8 Franken pro Stunde entschädigt wird, können sie erste Erfahrungen sammeln und sich ihre Leistungen in einem Arbeitszeugnis bestätigen lassen.» Die Teilnahme an Lift sei freiwillig, benötige jedoch Einsatz und Durchhaltewillen. «Jugendliche und Eltern werden von der Schule über Lift informiert, und mit einem Vertrag erklären sie sich einverstanden, bei Lift mitzumachen», so Michael Weibel weiter. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, ermunterte er die Anwesenden, den ­Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen.

Gutscheine statt Werbe­geschenke
Am Beispiel eines in der Asylunterkunft lebenden jungen Sudanesen berichtete Sozialvorsteherin Tanja ­Marullo über alltägliche Erfahrungen. Der junge Mann macht sich in der Denner-Filiale im Markthof nützlich und überzeugt den Filialleiter durch Arbeitseifer und Pünktlichkeit. Durch den Arbeitseinsatz erlernt er ausserdem die deutsche Sprache. Tanja ­Marullo empfahl das Beispiel zur Nachahmung.

In Vertretung von Peter Huber brachte Vizeammann Peter Marten seine Freude über die gelungene Sanierung des Hallen- und Gartenbades zum Ausdruck. «Auch wenn die Abrechnung noch nicht vorliegt, gilt es nun, das Angebot zu nutzen», so Peter Marten. Er empfahl den Gewerbetreibenden, Kundinnen und Kunden anstatt mit Werbegeschenken mit Gutscheinen für eines der schönsten ­Bäder der Region zu belohnen.

Zum Schluss bedankte sich die Präsidentin des Gewerbevereins, ­Therese Schneider, für die Einladung. Sie rief die Mitglieder dazu auf, auch nach der erfolgreichen Gewerbeschau Undob aktiv zu bleiben und der Wahrnehmung des leistungsstarken Siggenthaler Gewerbes durch die Bevölkerung und die Kundschaft grösste Aufmerksamkeit zu schenken.