Mit Spülbohrungen die Aare unterqueren

Wegen des Rück- und des Neubaus der Brücke muss das Abwasser von Auenstein und des Ortsteils Au in neue Bahnen gelenkt werden.
Die Protagonisten beim Spatenstich (von links): Urs Suhner (Vizeammann, Auenstein), Roman Bieri (Betriebsleiter ARA Langmatt), André Weingart (Leiter Gemeindebauamt, Veltheim), Ken Joho (Leiter technische Dienste, Auenstein), Stefan Hurni (Projektleiter Porta AG) und Eduard Keller (Senior Consultant Porta AG). (Bild: pg)

Auenstein – Sauberes Wasser ist ein kostbares Gut, das nachhaltig geschützt werden muss. Damit die zentrale ökologische Aufgabe und die Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft wahrgenommen werden können, setzen sich die Mitarbeitenden der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Langmatt in Wildegg, in die auch das Abwasser aus Auenstein und dem Ortsteil Au der Gemeinde Veltheim fliesst, täglich ein.
Derzeit fördert das Pumpwerk der Gemeinden Auenstein und Veltheim, Ortsteil Au, das Abwasser mittels zweier Tauchpumpen in einer Druckleitung aus Asbestzementrohren über eine Distanz von 365 Metern zum Zulaufkanal der ARA Langmatt. Die Druckleitung hängt an der Strassenbrücke, welche die Gemeinden Wildegg und Auenstein verbindet. Die Brücke soll 2027 zurückgebaut werden und einem Neubau weichen. Es wurden verschiedene Varianten für ein Provisorium geprüft, die alle als nicht realisierbar verworfen werden mussten. Als einzige Möglichkeit für eine betriebssichere Förderung des Abwassers zur ARA Langmatt während und nach dem Brückenbau ging die Erstellung einer neuen Druckleitung hervor.

Neue Brücke als Auslöser
Anlässlich des Spatenstichs für das neue Abwasserpumpwerk und die Druckleitungen zeigte sich Urs Suhner, Vizeammann Auenstein und Ressortvorsteher Technische Dienste, erleichtert, dass das Abwasser von Auenstein auch künftig der ARA Langmatt zur Klärung zugeführt werden kann. Obwohl die neue Brücke der Auslöser für die nun zu bereitstellende Infrastruktur ist, gilt es doch festzuhalten, dass das bestehende Pumpwerk seit mehr als 50 Jahren in Betrieb ist und die elektromechanischen Einrichtungen die Lebenserwartung schon lang überschritten haben und Veränderungen daran nicht mehr riskiert werden können.
Seitens des mit der Planung beauftragten Ingenieurbüros Porta AG erläuterte Eduard Keller das Projekt. Die bestehenden Anlagen wie Zuleitungskanal, Regenauslass und Regenbecken werden wie bis anhin genutzt. Ein neues rundes Trennbauwerk leitet das Schmutzwasser dem neuen Pumpwerk zu. Die vier Pumpen und die Rohrleitungen sind im unterirdischen Teil des Pumpwerks untergebracht, das im Bereich des Grundwasser­vorkommens zu liegen kommt. «Das erfordert die Sicherung der etwa 8 Meter tiefen Baugrube mit rund 18 Metern langen Spundwänden. Überirdisch sichtbar bleibt das ungefähr 40 Quadratmeter grosse Betriebsgebäude», so Eduard Keller.

100 Meter oberirdisch
Etwa Ende April sollen vom gegenüberliegenden Aareufer zwei Spülbohrungen zur Aufnahme der Abwasserdruckleitungen mit einem Rohrdurchmesser von 225 Millimetern auf einer Länge von etwa 200 Metern unter der Aare hindurch zum neuen Pumpwerk vorangetrieben werden. Auf dem Areal der ARA Langmatt werden die Leitungen über 100 Meter oberirdisch geführt. Die Kosten werden mit 2,6 Millionen Franken beziffert. Die AEW Energie AG, die 0,5 Millionen Franken investieren wird, plant den Ersatz der bestehenden Freileitung über die Aare. Und so sollen gleichzeitig in einer weiteren Bohrung zwei Kabelschutzrohre für die AEW Energie AG sowie ein zusätz­liches Kabelschutzrohr für die Kommunikation verlegt werden. Eduard Keller erwähnte ausserdem die umfassenden Abklärungen und das breit gestreute Bewilligungsverfahren.
Der Terminplan darf als sportlich bezeichnet werden. Die geplanten Arbeiten müssen bis Ende November abgeschlossen sein. Eduard Keller bedankte sich bei den Behördenvertretungen der beteiligten Gemeinden für ihr Engagement. Bevor die Protagonisten zum symbolischen Spatenstich schritten, bedankte er sich bei den Landeigentümern und Anstössern für ihr Verständnis, da sie in den nächsten Monaten mit Emissionen rechnen müssen.