Kochabenteuer vor laufender Kamera

Hobbykoch Roman Gull wagte sich in die SRF-Sendung «Mini Chuchi, dini Chuchi», lernte kulinarisch hinzu und erhielt neue Kochideen.
Bei den Dreharbeiten mit Roman Gull. (Bild: Schweizer Radio und Fernsehen)

Mülligen – Wenn die heimische Küche plötzlich zum TV-Set wird, ist Aufregung garantiert. So erging es Roman Gull aus Mülligen. Der 49-Jährige machte bei der beliebten SRF-Kochsendung «Mini Chuchi, dini Chuchi» mit. Ein Erlebnis, das er so schnell nicht vergessen wird. Schon der Drehtag selbst war für ihn ein kleines Abenteuer: «Plötzlich steht ein ganzes Fernsehteam in deiner Küche, Kameras überall, der Puls steigt automatisch», erzählt er im Gespräch.
Roman Gull kochte für seine drei Mitstreiter ein veganes Menü. So lautete die Vorgabe des TV-Senders. Alles musste selbst hergestellt werden, Fertigprodukte waren nicht erlaubt. Für die Macher der Sendung war das Thema eine Premiere: Noch nie zuvor wurde eine vegane Woche produziert. Angemeldet wurde Roman Gull von einem Arbeitskollegen. Als sich das Redaktionsteam ein halbes Jahr später meldete, erklärte Roman Gull, dass er sich ausschliesslich vegan ernähre, und fragte, ob es überhaupt möglich sei teilzunehmen. Nach interner Beratung seitens der Programm- und Inhaltverantwortlichen des TV-Senders erhielt er vier Monate später grünes Licht. Damit war klar: Zum ersten Mal würde eine rein vegane Woche ausgestrahlt. Wie alle Teilnehmenden musste Roman Gull ein kurzes Bewerbungsvideo einreichen und sich so offiziell bewerben.

Reuss und Rampenlicht
Am Drehtag bei ihm zu Hause Mitte Februar zeigte er sich besonders beeindruckt von der guten Atmosphäre während der Aufnahmen. «Man denkt zuerst, Fernsehen sei total stressig. Aber das Team war supernett, und wir Teilnehmenden hatten viel zu lachen. Es war fast wie ein Ferientag, einfach mit Kameras», meinte er schmunzelnd.
Natürlich lief nicht alles perfekt. «Aber genau darin liegt der Reiz. Diese kleinen Herausforderungen machen das Ganze authentisch.» Spannend sei auch gewesen, dass in seiner Küche sämtliche Gerätemarken abgedeckt worden seien, um unbeabsichtigte Werbung zu vermeiden. Zudem musste Roman Gull genügend Zeit einplanen, denn über ihn wurde noch ein persönliches Porträt gefilmt, das ihn am Ausstrahlungstag in einer kurzen Einspielung vorstellt. Diese Gelegenheit nutzte der Mülliger, um seinen aussergewöhnlichen Beruf als Barfusscoach zu präsentieren. Und dass ein Bad in der sechs Grad kalten Reuss ebenfalls Teil der Reportage ist, erstaunt kaum.

Vom Hobbykoch zum Juror
Mitgemacht habe er aus reiner Freude am Kochen, betonte er. «Kochen ist für mich Entspannung und Kreativität zugleich. Ich probiere gern Neues aus und wollte wissen, wie das im Fernsehen abläuft.» Dabei sammelte er viele neue Erfahrungen – zum Beispiel wie aufwendig Dreharbeiten tatsächlich sind. «Im Fernsehen dauert eine Szene vielleicht eine Minute, in Wirklichkeit braucht es dafür manchmal eine Stunde.» Besonders speziell war für Roman Gull, seine Mitstreiter bewerten zu müssen. «Ich bin eher wertfrei unterwegs. Deshalb war es ungewohnt, Punkte zu vergeben und ­Menüs zu beurteilen.» Auch kulinarisch habe er dazugelernt: «Ich habe spannende Ideen gesehen, neue Gewürzkombinationen kennengelernt oder wie man einfache Gerichte optisch aufwertet.» Kochen bleibe für ihn aber etwas Bodenständiges. «Ich koche nicht, um zu beeindrucken, sondern weil ich gern gut esse. Ein feiner Pastateller mit Gemüse ist für mich das Allerbeste.»
Am Ende blieb für Roman Gull vor allem die schöne Erinnerung an einen aussergewöhnlichen Tag und das Gefühl, weit über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut zu haben. «Es war aufregend, lehrreich und toll, dabei gewesen zu sein», fasste er zusammen. Roman Gull hatte das Glück (oder das Pech), gleich am ersten Wochentag als Kandidat in den Kochwettbewerb zu starten. «Ich konnte mir von den Mitstreitern keine Inspirationen holen, aber dafür durfte ich nach dem ersten Tag nur noch geniessen.» Was Roman Gull letztlich gekocht hat und ob er am Ende der ­Woche gewonnen hat, darf der Hobbykoch im Vorfeld nicht verraten. «Ich musste eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben», so der Mülliger. Es bleibt also spannend.

Ausstrahlung «Mini Chuchi, dini Chuchi»
mit Roman Gull:
SRF1, Dienstag, 21. April, 18.10 Uhr