Die Überraschung ist geglückt

Marianne Binder-Keller schlägt Benjamin Giezendanner im Rennen um den zweiten Aargauer Ständeratssitz um 5002 Stimmen.
Die-Mitte-Politikerin und Badenerin Marianne Binder-Keller ist erst die dritte Frau, die den Aargau im Ständerat vertritt. (Bild: sim)

Marianne Binder-Keller ist die Überraschung geglückt: Dank dem besseren Wahlergebnis vor allem in Städten und Agglomerationsgemeinden entschied die Mitte-Politikerin das Duell mit Benjamin Giezendanner (SVP) im zweiten Wahlgang am Sonntag für sich und zieht neben Thierry Burkart (FDP) für den Aargau in den Ständerat ein. Die SVP verliert hingegen ihren Ständeratssitz. Giezendanner erhielt gesamthaft 79 429 Stimmen – rund 5000 weniger als seine Kontrahentin. Das ist insofern über­raschend, als dass Giezendanner für die mit Abstand stärkste Partei im Kanton angetreten ist und im ersten Wahlgang ein Glanzresultat erzielte. Die weiteren Kandidaturen von Nancy Holten (parteilos, 2879 Stimmen) und Pius Lischer (IG Gesundheit, 1385 Stimmen) spielten im zweiten Wahlgang nur eine untergeordnete Rolle. Für Binder-Keller wird die Lenzburger Grossrätin Maya Bally (Die Mitte) in den Nationalrat nachrücken.

Nachdem das Ergebnis des zweiten Wahlgangs offiziell bekannt war und die Formalitäten in Aarau abgewickelt werden konnten, traf Binder-Keller kurz nach 16 Uhr in Baden ein, wo sie vom Stadtrat in Empfang genommen und mit einem historischen Feuerwehrauto zum Schlossbergplatz gebracht wurde. Dort warteten neben der Spanischbrödlizunft und der Zunft zur Sankt Cordula hunderte Schaulustige, die die neue Aargauer Ständerätin begrüssen und feiern wollten.

Um 16.30 Uhr wurde Marianne Binder-Keller in ihrer Wohngemeinde herzlich empfangen. «Baden gratuliert Nationalrätin Marianne Binder-Keller herzlich zur Wahl als Stände­rätin. Es ist Freude und Ehre, dass unsere Stadt künftig wiederum durch eine Ständerätin in Bern vertreten ist», sagte der Badener Stadtammann Markus Schneider (Die Mitte) hocherfreut.

Neue Grossrätin für den Bezirk
Der mit dem Rücktritt von Simona Brizzi (SP) am 17. November frei­gewordene Sitz im Grossen Rat des Kantons Aargau wird neu besetzt. Auf die Ennetbadenerin folgt die Badener Einwohnerrätin Selena Rhinisperger. Sie vereinte an den letzten Grossratswahlen die meisten Stimmen der Nichtgewählten auf der Liste 02 des Bezirks Baden auf sich und war somit nächster Ersatz. Ihre Inpflichtnahme erfolgte an der Sitzung des Grossen Rats am Dienstag.