Löschdecke kann Leben retten

Eine Präventionsaktion der Feuerwehr klärte über die Gefahren der Adventszeit auf. Eine kleine Unachtsamkeit kann bereits genügen.
Waren vor Ort, um die Bevölkerung während eines Tages präventiv zu orientieren. (Bild: isp)

Gemäss Statistik der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) ereignen sich in der Schweiz während der Advents- und Weihnachtszeit bis zu 70 Brände pro Woche, meist ausgelöst durch Kerzen. Das sind fünf Mal mehr Brände als in den restlichen Wochen des Jahres. Diesen Umstand nahm die Feuerwehr Fislisbach vergangene Woche zum Anlass, die Bevölkerung mit imposanten Branddemonstrationen auf dem Guggerplatz für die Gefahren zu sensibilisieren. 

«Kennen Sie die Gefahren von brennenden Adventskränzen und Tannenbäumen», fragt Unteroffizier und Maschinist Matthias Schibli eine gerade vom Einkauf kommende Passantin. Diese schüttelt vage den Kopf und lässt sich in den nächsten Minuten von dem versierten Feuerwehrmann aufklären. «Obschon die Weihnachtszeit für Besinnlichkeit und Gemütlichkeit steht, kann eine kleine Unachtsamkeit schlimmstenfalls innert Kürze eine Wohnung zerstören.» Im Halbstundentakt wurden Tannenbäume oder Adventskränze absichtlich in Brand gesetzt, um zu demons­trieren, wie schnell diese Feuer fangen können und wie man sich im Notfall richtig verhält.

Die Gefahr im Ansatz ersticken (Bild: isp)

Löschmittel richtig einsetzen
Wer sich traute, durfte übungsweise eine in Brand geratene Pfanne löschen. Alessandra Wyrsch und ihr Partner Yves Godat aus Oberrohrdorf gleich nach ihrer erfolgreichen Bekämpfung des Feuers mit der Löschdecke: «Schon eindrücklich», sagt die junge Frau, «sonst liest man ja nur immer den Beschrieb, wie man mit so einer Decke umgehen soll. Es nun aktiv selbst zu machen, ist eine andere Sache.» Yves Godat pflichtet ihr bei und betont, dass das nicht einmal eine Stresssituation gewesen sei. Eine Feuerlöschdecke für zu Hause sei sicher eine gute Investition, ist Matthias Schibli überzeugt. Die Löschdecken werden hauptsächlich zum Ablöschen von Entstehungsbränden verwendet. Die Hauptlöschwirkung, nämlich das Ersticken des Feuers, entsteht dadurch, dass das brennbare Material von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten wird. Löschdecken werden aus flammhemmend behandelter Wolle, aus Glasfasergewebe oder Nomex (Aramidfasern) hergestellt.

Was tun, wenn es brennt?
Idealerweise platziert man Adventskranzkerzen stabil und aufrecht und lässt brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt. Es ist ausserdem ratsam, stets genügend Abstand zu Textilien, Dekorationen und anderen brennbaren Materialien zu halten. Kerzen an dürren Gestecken oder Weihnachtsbäumen sollte man nicht mehr anzünden, und besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kinder oder Tiere im Raum sind. Den Weihnachtsbaum stellt man am besten ins Wasser, damit er nicht austrocknet. Streichhölzer und Feuerzeuge sollten ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden, was aber nicht nur in der Weihnachtszeit gilt. Auch beim Auspacken von Geschenken ist Vorsicht geboten, da Geschenkpapier leicht in die Flamme einer Kerze gerät. Am besten steht ein Eimer voll Wasser in der Nähe des Tannenbaums, und man schafft sich eine Feuerlöschdecke oder gar einen Feuerlöscher an. Es ist zudem ratsam, Kerzen auszuwechseln, bevor sie ganz niedergebrannt sind. Was aber tun, wenn es trotz allem brennt? Man sollte versuchen, Ruhe zu bewahren, sich in Sicherheit zu bringen und sofort unter der Telefonnummer 118 die Feuerwehr zu alarmieren. Danach sollte man versuchen, Menschen und Tiere zu retten, sofern das ohne Gefahr für die eigene Person möglich ist. Um den Brand möglichst zu ersticken, sollten Türen und Fenster geschlossen werden. Danach kann man ver­suchen, den Brand zu bekämpfen, bis die Einsatzkräfte der Feuerwehr eintreffen.