Baden – Kosmetikerinnen gibt es viele. Sich als solche – wie Angelika Sabo – eine selbstständige Existenz aufzubauen, ist herausfordernd. «Der Markt ist hart umkämpft, und es wird immer härter», sagt sie. Trotzdem gelang es ihr, über die Jahre eine treue Stammkundschaft zu gewinnen. Vieles laufe in ihrer Branche über die mündliche Empfehlung: «Wenn jemand Komplimente für seine schöne Haut bekommt und dann sagt, dass das auch an den regelmässigen Besuchen bei der Kosmetikerin liege, ist das die beste Werbung», meint sie. Zahlreiche Kundinnen und Kunden finden tatsächlich, dass sich ihr Hautbild nicht zuletzt wegen der Behandlungen bei Angelika Sabo wesentlich verbessert hat.
Wundermittel gibt es keine
Angelika Sabo ist aber selbst ein gutes Aushängeschild für ihr Wirken. Mit knapp 60 Jahren hat sie nach wie vor eine glatte Haut. Falten sind bei ihr praktisch keine zu entdecken. Natürlich vertritt sie wie jede Kosmetikerin spezielle Pflegelinien. Aber wie viel können Cremes und Seren überhaupt bewirken? «Mit einer regelmässigen Pflege und guten Produkten verbessert sich das Hautbild definitiv», bekundet die Fachfrau überzeugt. «Allerdings spielt der Lebensstil eine grosse Rolle. Wer häufig stundenlang in der Sonne liegt, schädigt seine Haut schwer. Solche Schäden können auch mit Kosmetik nicht mehr rückgängig gemacht werden.»
Den fortschreitenden Alterungsprozess kann – trotz allen vollmundigen Werbeversprechen – niemand aufhalten. Wundermittel, wie sie auf den sozialen Medien zuhauf angeboten werden, gibt es keine. Selbst nach einem Lifting altern Haut und Gewebe weiterhin und verlieren an Spannkraft. Vor ungefähr acht Jahren hat Angelika Sabo, die sich ständig weiterbildet, eine spezielle Methode zum Aufbau der Gesichtsmuskulatur entdeckt. Entwickelt hat sie Christine Scheib, bei der sie sich schliesslich zur Facetrainerin ausbilden liess. Training für Bauch, Po und Beine kennen die meisten. Die verschiedenen Muskelgruppen im Gesicht mit speziellen Übungen zu kräftigen, ist aber für viele völlig neu.
Disziplin lohnt sich
Es gibt über 50 Muskeln im Gesicht. Falten entstehen vor allem, wenn sich diese mit den Jahren zurückbilden. Beim Facetraining werden die 23 Hauptmuskeln im Gesicht wieder aufgebaut. Angelika Sabo zeigt ihrer Klientel in drei Modulen 14 Übungen für die Hauptgesichtsmuskulatur. Das Rollen der Augen und das Verziehen des Mundes mutet anfangs etwas ungewohnt an, wird aber mit einem täglichen Training von etwa 15 Minuten mit der Zeit ganz selbstverständlich. «Es ist sehr wichtig, dass man die Übungen exakt macht», betont Angelika Sabo.
Die Kosmetikerin nimmt sich viel Zeit für ihr Gegenüber und übt mit ihren Kundinnen und Kunden so lang, bis alles perfekt sitzt. Dabei geht sie individuell auf Problemzonen wie Doppelkinn oder Augenringe ein. Zugegebenermassen erfordert das Facetraining etwas Disziplin. Aber wer sie aufbringt, wird belohnt. «Eine Kundin liess regelmässig ihre etwas aus der Form geratenen Lippen und die Kinnpartie unterspritzen. Seit sie Facetraining für Mund und Wangen macht, braucht sie das nicht mehr», erzählt sie. «Eine andere Dame litt unter enormen Stauungen rund um die Augen. Nachdem sie einige Zeit ihre Übungen gemacht hatte, verschwanden all ihre Schwellungen.» Aber nicht nur die Gesichtszüge werden definierter. Sogar auf die Psyche können die Übungen Auswirkung haben. «Viele Kundinnen, die Facetraining machen, fühlen sich insgesamt vitaler», betont die Kosmetikerin aus Baden.
Beautyexpertin seit 40 Jahren
Nach Baden kam Angelika Sabo mit 20 Jahren, kurz nach ihrer Lehre als Kosmetikerin in Aarau, und war einige Jahre in einer Filiale von Yves Rocher an der Badstrasse tätig. Im Anschluss an einen Sprachaufenthalt in London arbeitete sie eine Saison lang im Palace-Hotel St. Moritz und hübschte die anspruchsvollen Damen der High Society in ihren Suiten auf.
Danach machte sie sich selbstständig und eröffnete ihr erstes Kosmetikstudio im Gstühl. «Das Geschäft lief am Anfang harzig», erinnert sie sich. Dank Durchhaltewillen und harter Arbeit zeitigte sich mit den Jahren zunehmenden Erfolg. Dann wurde sie Mutter eines Sohnes und schraubte ihre Tätigkeit zugunsten der Familie zurück. Zehn Jahre lang arbeitete sie Teilzeit bei sich zu Hause. Später, als ihr Junge grösser war, eröffnete sie ihren Beautybetrieb im Eichtal auf der Badener Allmend, der sehr erfolgreich lief. Das half ihr über eine schwierige Scheidung hinweg. Seit Juli 2025 ist sie in einer atmosphärischen alten Villa an der Oberstadtstrasse 9 vor dem Bahnhof Oberstadt tätig.