Ein Plädoyer für die Menschlichkeit

Im 103-jährigen Kino Orient zeigt der Trägerverein auch Filme, von denen einige sonst wohl kaum mehr zu sehen ­wären.
Senio Region Baden zeigt regelmässig Spielfilme im Kino Orient Wettingen. (Bilder: pg)

Wettingen – Um das Kino Orient, das mit 103 Jahren zu den ältesten Kinos der Schweiz zählt vor der Schliessung zu retten, wurde 2002 der Verein Kino Orient gegründet. Seit November 2008 zeigen Senio Region Baden, der Badener Filmverleih Trigon-Film und der Verein Kino Orient regelmässig jeweils am zweiten Donnerstag jeden Monats (ausgenommen im Juli), zum Teil auch neuere, erfolgreiche Spielfilme, vorab für Seniorinnen und Senioren. Willkommen sind aber auch andere Filmliebhaberinnen und Filmliebhaber, die das Ambiente im historischen Lichtspieltheater geniessen möchten.

Die kleine, nach der Vorstellung durch Gertraud Müllauer und Gertrud Burkhard geführte Bar erlaubt es dem Publikum, sich nach der Vorstellung auszutauschen. Als versierter Operateur wirkt Jörg Salvadè im Hintergrund. Walter Ruggle, der Programmmacher des Kinos Orient, der sich als Filmkritiker und Filmverleger einen Namen gemacht hat, gelingt es, die Wünsche des SeniOrient zu erfüllen. Im Februar war es mit dem 1965 entstandenen Film «Akahige – Dr. Rotbart» von Regisseur Akira Kurosawa. Der Film erzählt die Geschichte des frisch promovierten, ambitiösen Arztes Yasumoto (Toshirō Mifune) der um 1820 nach Edo, dem heutigen Tokyo zurückkehrt, um in der öffentlichen Klinik zu arbeiten. Das Kinopublikum war sich nach drei Stunden einig, dass es sich um ein genial gestaltetes Plädoyer für die Menschlichkeit handelt.

wet_SeniOrient – 5St

Marianne Ingold, Wettingen: «Das ‹Orient› kenne ich noch aus der Zeit, als man es
im Volksmund die ‹Revolverküche› nannte. Mittlerweile zähle ich zum Stammpublikum des ‹SeniOrient› und bin bestrebt, keinen Film zu verpassen.»

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