Antritt im Kreis der besten Teams Europas

In den letzten Jahren hat sich der Aargau zu einer Hochburg der Schweizer Beachsoccer-Szene entwickelt. Nun will der BSC 54 noch höher hinaus.
Volley in den Kasten. (Bild: zVg)

Baden – Der Verein BSC 54 besteht seit vier Jahren. Gegründet wurde er von dem Badener Glenn Hodel und von Jan Gürtler. Die beiden sind Jugendfreunde und haben mit ihrer Vereinsgründung eine bemerkenswerte Geschichte in Gang gesetzt. Glenn Hodel war damals bereits einer der erfolgreichsten Schweizer Beachsoccer-Spieler, der international aktiv war und zahlreiche Titel errungen hat. Glenn Hodel ist in Dättwil aufge­wachsen und hat in Baden die Schulen besucht, wo er seit bald zehn Jahren lebt. Schon mit 14 Jahren wechselte der Neffe des ehemaligen Spielers der Nationalmannschaft, Marc Hodel, vom klassischen Fussball zum Beach­soccer. Mangels Juniorenteams trainierte er damals bei den Erwach­senen.
Inzwischen hat der heute 29-Jährige Hunderte Einsätze für die Schweizer Nationalmannschaft bestritten und mehr oder weniger alle Erfolge gefeiert, die es im Beachsoccer zu erringen gibt. Für seinen Sport investiert er Zeit wie ein Profi, lebt aber wie ein Amateur. Glenn Hodel absolviert in Magglingen ein Sportstudium und arbeitet neben seinem umfassenden sportlichen Engagement Teilzeit im Backoffice bei der Orthopädie und Podologie Malgaroli & Werne AG in Baden.
Dank seinem grossen Netzwerk ­gelang es, erfahrene Spieler aus der Region für die Idee eines Badener Vereins zu gewinnen. Jan Gürtler verfolgte selbst keine sportlichen Ambitionen im Beachsoccer, trägt jedoch die organisatorische Verantwortung. Gemeinsam wollten sie mit einem ­Badener Team die Schweizer Meisterschaft gewinnen, was inzwischen gelungen ist.

Auf Anhieb erfolgreich
Tatsächlich konnte der BSC 54 in der kurzen Zeit seit seiner Gründung bereits beachtliche sportliche Erfolge erzielen. In den vergangenen beiden Saisons gewann der Club die Schweizer Meisterschaft, 2024 zudem den Cup und damit das Double. Durch diese Erfolge qualifizierte sich das Team zweimal für den Euro-Winners-Cup, der jährlich im Juni im portugiesischen Nazaré ausgetragen wird. Während eine Teilnahme im Jahr 2025 aus finanziellen Gründen nicht möglich war, wollte der Verein versuchen, sich den Traum dieses Jahr zu finanzieren, um die Schweiz auf internationaler Ebene zu vertreten und sich mit den besten ­Beachsoccer-Teams Europas zu messen.
Trotz den Erfolgen der Schweizer Nationalmannschaft entwickelt sich Beachsoccer auf Clubebene im Inland bislang nur langsam. Der BSC 54 sieht in der Teilnahme am Euro-Winners-Cup eine Chance, die Sichtbarkeit und die Popularität der Sportart in der Schweiz zu steigern sowie die Region Baden und das Land insgesamt international zu repräsentieren. Da die finanziellen Mittel durch bestehende Sponsoren für eine Teilnahme aber nicht ausreichten, war der Verein auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Die geschätzten Gesamtkosten für die Teilnahme belaufen sich auf etwa 25 000 Franken. «Das Abenteuer Portugal kostet damit doppelt so viel, wie für unsere gesamte Saison budgetiert ist», erklärt Glenn Hodel.

Der BSC 54 reitet seit seiner Gründung auf einer Erfolgswelle. (Bild: zVg)

Gelegenheit beim Schopf packen
Um die nötigen Mittel zu beschaffen, lancierte der BSC 54 eine Crowdfunding-Kampagne, bei der rund 13 000 Franken zusammenkamen. «Glücklicherweise haben wir mit der SmartLS Electric AG einen zusätz­lichen Sponsor gefunden, sonst wäre die Teilnahme auch dieses Jahr nicht möglich gewesen», so Glenn Hodel. So steht dem Abenteuer nun nichts mehr im Weg. «Wir versuchen jetzt, für das Turnier ein möglichst kompetitives Team zusammenzustellen», fährt er fort. Dabei soll Beachsoccer-Star Noël Ott (32), der in Wettingen aufwuchs, für den BSC 54 auflaufen.
Glenn Hodel ist zuversichtlich, was die sportlichen Aussichten der Badener betrifft: «Wir haben ein sehr starkes Team, und wenn wir schon nach Nazaré reisen, wollen wir versuchen, etwas herauszuholen. Unser Ziel wird es sein, in Portugal vorn mitzuspielen.» Bis die ungefähr 15-köpfige ­Delegation des BSC 54 nach Nazaré aufbrechen kann, gibt es allerdings noch einige organisatorische Herausforderungen zu bewältigen.

Meisterschaft in Baden
Bei aller Vorfreude auf den Auftritt vor einem internationalen Publikum bleibt der Fokus des BSC 54 auf die Schweiz gerichtet. «Es ist toll, dass es geklappt hat», meint der Teamgründer. «Es wäre für uns aber keine Katastrophe gewesen, hätten wir nicht teilnehmen können.» Denn auch jenseits des Euro-Winners-Cup hat der BSC 54 grosse Pläne, dieses Mal in Baden selbst. «Wir planen im August einen grossen Beachsoccer-Event auf dem neu gestalteten Brown-Boveri-Platz», bestätigt er. Es handelt sich um den Final der Swiss Beach Soccer League, der nationalen Meisterschaft, der damit erstmals in Baden stattfinden könnte. Zwar stehen einige Bewilligungen noch aus, doch die Planungen sind laut Glenn Hodel bereits recht konkret: «Die Prozesse laufen, das Datum steht, und der Platz ist reserviert.» Die Schlussrunde der nationalen Meisterschaft wurde in den vergangenen Jahren im Aarauer Schachen ausgetragen, nun soll sie in die Heimat des amtierenden Schweizer Meisters umziehen, wo auch die Swiss Beach Soccer League ihren Sitz hat.
Läuft alles nach Plan, soll der Brown-Boveri-Platz vom 13. bis zum 16. August zum Zentrum der Schweizer Beachsoccer-Szene werden. Für die viertägige Veranstaltung soll eine temporäre Arena errichtet und mit rund 400 Tonnen Sand befüllt werden. Neben den Ligafinals der Swiss Beach Soccer League sind Showmatches, Kindertrainings und ein Spiel der Nationalmannschaft geplant.