Preisgekrönte Kuh in Therapie

Mit dem Schwank «Kuh in Therapie» sorgte die Seniorentheatergruppe Herbschtrose beim Seniorennachmittag für viele Lacher.
Magd Hildi schwärmt gegenüber Knecht Isidor von ihrem Blind Date. (Bild: pg)

Spreitenbach – Am Freitagabend zeigte die Seniorentheatergruppe Herbschtrose ihr aktuelles Stück nach 29 Vorführungen ein letztes Mal in Windisch. Noch bevor der Vorhang anlässlich der Dernière fiel, kam die ältere Generation von Spreitenbach am Mittwoch im katholischen Pfarreiheim in den Genuss des humorvollen spritzigen Schwanks «Kuh in Therapie» von Lukas Bühler.
Ermöglicht wurde der unterhaltsame Nachmittag von der Spreiten­bacher Ortsbürgergemeinde. Gemeindepräsident Markus Mötteli dankte in seiner Grussbotschaft den Ortsbürgerinnen und Ortsbürgern sowie den Helferinnen und Helfern um Heidi Sami für ihr Engagement. In seiner Ansprache streifte er aktuelle Entwicklungen in Spreitenbach: «Wegen Schliessungen steht der Bevölkerung weder das Restaurant Central noch der Limmat-Beck zur Verfügung», so Markus Mötteli. Er verwies zudem auf die Ausstellung des Ortsmuseums im Gemeindehaus zum Thema Geschichte der Fotografie, auf den Aufbau des Boostockstegs und die Einweihung der Schulanlage Althau im September.

Eine Kuh auf Abwegen
Danach stand Unterhaltung auf dem Programm. Lukas Bühlers Stück handelt von der Kuh Stella, die an einer Viehschau den ersten Preis gewonnen hat. Grund genug für die Bäuerin Anni, das prächtige Tier einem Viehhändler zu verkaufen. Doch leider verhält sich die Kuh plötzlich sehr auffällig, bockt und muht ununterbrochen. Auf dem Hof fragt man sich, was mit Stella los ist. Da kann doch etwas nicht stimmen. Die bewährten Hausmittelchen helfen ebenfalls nicht, um das Tier zu beruhigen. Kurzerhand bestellt die Bäuerin Anni eine Kuh­psychologin, die Stella behandeln soll.
Bestimmt wäre diese in der Lage, das Vorhaben zu meistern, wenn Hildi, die Magd, nicht ihr Blind Date erwarten würde. Erschwerend kommt hinzu, dass Bauer Jakob über den Durst getrunken hat und von Kopfschmerzen geplagt wird. Zum Glück weiss die kräuterkundige Gerdi, was Stella helfen kann, und so mixt sie zusammen mit Hildi ein Allerheilmittel. Doch das Gebräu kommt in falsche Hände, und so sind auf dem Hof Verwechslungen über Verwechslungen vorprogrammiert. Und obendrauf trägt Knecht Isidor einiges zum Verwirrspiel bei.

Unbezahlbares Engagement
Die theaterbegeisterte Gruppe Her­bschtrose besteht aus Personen im Pensionsalter. Mit dem humorvollen Stück, das unter der Regie von Piera Wildi-Silvestri einstudiert wurde, hat die Truppe bewiesen, dass fortgeschrittenes Alter allein kein Hindernisgrund für kreative Betätigung darstellt. Das bunt zusammengesetzte Ensemble hat nicht nur durch schauspielerische Leistung, Witz und Humor, sondern auch mit seiner Freude am Theaterspiel überzeugt. Dass den 29 Aufführungen an unterschiedlichsten Orten intensive Proben vorausgingen, versteht sich von selbst.
Damit die Theatergruppe lebendig und aktiv bleibt, sind Personen, die auf der Bühne oder hinter den Kulissen mittun möchten, stets willkommen und zur Kontaktaufnahme ein­geladen. Das Gleiche gilt für Passiv­mitglieder, die so dazu beitragen möchten, dass die Freude am Theater in der Region verbreitet werden kann.

Einladung zum Festival in Basel
Obwohl nun die intensive Spielzeit vorbei ist, können Requisiten und Theaterroben noch nicht verstaut werden. «Die Seniorentheatergruppe Herbschtrose wurde nach Basel eingeladen, wo im Mai das erste Seniorentheaterfestival stattfindet. Zusammen mit sechs weiteren Seniorentheatergruppen aus der Nordwest- und der Ostschweiz sowie aus dem Welschland dürfen wir während zweier Tage unsere neueste Pro­duktion zeigen», so die Präsidentin Marlies Naur, die an der bevorstehenden Generalversammlung ihr Amt ­abgeben wird.
Abgerundet wird der Anlass in ­Basel mit einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Seniorentheater, der Kultur und der Politik. Ziel des Festivals ist es, das Seniorentheater zu würdigen und ins richtige Licht respektive ins richtige Scheinwerferlicht zu rücken und einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Das Seniorentheater leistet hierzulande einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt, was gewürdigt werden soll.