Drei Wohnhöfe im Grünen

Mit dem Spatenstich fiel letzte Woche der offizielle Startschuss für die neue Überbauung des Brisgi-Areals im Kappelerhof.
Auf dem Brisgi-Areal sollen preisgünstige Wohnungen entstehen. (Bild: Alex Spichale)

Baden – Im Badener Quartier Kappelerhof entsteht neuer Wohnraum. Am 2. April hat mit der Grundsteinlegung die Realisierung eines seit Jahren geplanten städtebaulichen Projekts auf dem Brisgi-Areal offiziell begonnen. Auf dem zwischen Limmat und der Bahnlinie Baden–Turgi gelegenen Gebiet, das ungefähr der Grösse von neun Fussballfeldern entspricht, wohnten einst vornehmlich Gastarbeiter der damaligen BBC mit ihren Familien. In den 1960er-Jahren wurden die Barackensiedlung, das Hochhaus und die beiden neunstöckigen Mehrfamilienhäuser fertiggestellt, die heute noch auf dem Areal stehen.
Nach dem Abbruch der Barackensiedlung war das Brisgi-Areal zuletzt aber wieder weitgehend unbebaut und deswegen eine der letzten grossen Baulandreserven der Stadt Baden. Bereits Anfang der 2000er-Jahre wurde seine zentrale Bedeutung für die Quartierentwicklung erkannt, doch verzögerten Einsprachen und planerische Anpassungen die Umsetzung über Jahre hinweg.

Preisgünstiger Wohnraum
Nun entstehen auf dem Brisgi-Areal bis 2028 insgesamt 225 preisgünstige Wohnungen mit 1½ bis 6½ Zimmern, die Wohnraum für etwa 500 bis 600 zusätzliche Bewohnerinnen und Bewohner bieten sollen. Seit letztem Herbst laufen die baulichen Vorbereitungen für das Grossprojekt. Das ­geplante Wohnungsangebot richtet sich bewusst an unterschiedliche ­Lebenssituationen und umfasst Familien, Singles, Paare, Senioren sowie junge Erwachsene. Hinter dem Vorhaben stehen mit der Wohnbaustiftung Baden, der Logis Suisse AG und der Graphis Bau- und Wohngenossenschaft drei gemeinnützige Bauträgerinnen, die den Fokus auf bezahlbaren Wohnraum legen. Jede von ihnen übernimmt eine der drei Hofbauten, die jeweils aus drei konzentrisch angeordneten Gebäuden bestehen. Das Areal selbst befindet sich im Eigentum der Einwohnergemeinde Baden, die es im Baurecht abgetreten hat.
Umgesetzt wird das Projekt Kandalama, entworfen von Meier Leder Architekten gemeinsam mit Müller ­Sigrist. Es setzt auf eine ressourcenschonende Bauweise in Form von ­Hybridkonstruktionen aus Holz und Beton. Dabei wird Beton gezielt dort eingesetzt, wo statische, akustische oder sicherheitstechnische Anforderungen das erfordern, während Holz eine effiziente und nachhaltige Bauweise unterstützt. Ergänzt wird das Konzept durch eine umweltfreundliche Energieversorgung mit Anschluss an das Fernwärme- und Fernkältenetz sowie durch Solaranlagen auf einem Teil der Dächer, die einen Beitrag an die Stromproduktion leisten sollen.

Letzte Woche fand die feierliche Grundsteinlegung für die neue Überbauung auf dem Brisgi-Areal statt. (Bild: sim)

Sichtbare Werte
Neben der baulichen Entwicklung soll der Aussenraum aufgewertet werden. Grosszügige Grünflächen und gemeinschaftliche Bereiche sollen die Lebensqualität erhöhen und das Zusammenwachsen des neuen Quartierteils mit der bestehenden Nachbarschaft fördern. Die Einbettung der ­bestehenden Wohnbauten aus den 1960er-Jahren ist dabei integraler Bestandteil der Planung.
Die symbolische Grundsteinlegung unterstrich die sozialen und städtebaulichen Leitgedanken des Projekts. Fünf beim Aushub gefundene Steine wurden mit Begriffen versehen, die zentrale Werte der künftigen Siedlung repräsentieren und später sichtbar integriert werden sollen. Die fünf Steine tragen die Begriffe «Gemeinsam», «Nachhaltig», «Wohnen», «Zahlbar» und «Zukunft». Gleichzeitig betonten Vertreter von Stadt und Quartier die Bedeutung des Projekts für die weitere Entwicklung Badens. Mit dem Brisgi-Areal entstehe ein «Quartier im Quartier», wie es Stadtammann Markus Schneider ausdrückte, das nicht nur zusätzlichen Wohnraum schaffe, sondern auch die Identität des Kappelerhofs aufnehmen und weiterentwickeln solle. «Wir freuen uns auf die neuen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner. Der Quartierverein wird sich dafür einsetzen, dass Kappelerhof und Brisgi zusammenwachsen», bekräftigte Maurizio Savastano, Präsident des Quartiervereins Kappelerhof.