Laster, Leid und Lustigkeit

Lalelu sorgten an der ­Lengnauer A-cappella-Night für Entertainment, bei dem der schräge Humor nicht zu kurz kam.
Der Hauptact Lalelu an der Lengnauer A-cappella-Night. (Bild: pg)

Lengnau – Seit 1998 fördert der Sportverein Lengnau (SVL) den Sport und die Gemeinschaft. Einmal mehr vermochte aber die A-cappella-Night, die alle zwei Jahre stattfindet und bei der ­musikalische Talente im Rampenlicht stehen, das zahlreich erschienene Publikum zu begeistern. Nachdem sich das Moderatorenduo Bianca Schellenberg und Reto Sutter äusserst sympathisch bei den vielen unverzichtbaren Sponsoren für die grosszügige Unterstützung bedankt hatte, brachte Reto Sutter seine Freude darüber zum ­Ausdruck, zusammen mit der 1985 in Los Angeles gegründeten Hard-Rock-Band Guns N’ Roses auf der Bühne stehen zu dürfen.
Seine Bühnenpartnerin berichtigte ihn unverzüglich, wurde doch der Abend von der Vorgruppe Guys N’ ­Roses eröffnet. Die sieben Stimmen und der Beatboxer bewiesen während etwa 30 Minuten, dass es nicht mehr benötigt als sehr viel Energie, starke Stimmen und Groove, also das rhythmisch mitreissende Gefühl, das den Körper zur Bewegung animiert. So bekam das Publikum alles serviert, was in den letzten 50 Jahren in den Hitparaden war. Dabei waren Popklassiker von Abba, Balladen von Coldplay oder Ed Sheeran sowie jede Menge Partykracher aus den 1970er- und 1980er Jahren.

Comedy-Quartett
Der Name des Hauptacts, Lalelu, des A-cappella-Comedy-Quartetts aus Norddeutschland, war wohl kaum von dem Schlaflied mit dem gleichnamigen Titel abgeleitet, das 1955 vom Schauspieler Heinz Rühmann gesungen worden war. Viel eher dürfte der Name als französisches «La, le, lu», (der, die, das) interpretiert oder als Anspielung auf Laster, Leid und Lustigkeit gewertet werden. Auf der ­Silvesterparty im Jahr 1995 fing alles an, und so begeistern Sanna Nyman, Tobias Hanf, Jan Metzler und Frank Valet das Publikum seit Jahren weit über Deutschlands Landesgrenzen ­hinaus.
«Sie können gut singen. Sie sehen gut aus. Sie sind wahnsinnig komisch. Und sie brauchen kein einziges Ins­trument, um die Halle zu rocken», so Moderator Reto Sutter. Seit der Gründung sind 17 abendfüllende Programme entstanden. Und so gelang es ihnen anlässlich ihres 30-Jahr-­Bühnenjubiläums im Rahmen ihrer Tour «Best-of», nur mit ihren aus­gezeichneten Stimmen und grenzenloser Kreativität die Musik- und ­Comedy-Fangemeinde in Lengnau zu begeistern.

Die Ballermann-Oper
Aus diesen 17 abendfüllenden Programmen wählte das Comedy-Quartett seine grössten Hits und Lieblinge aus und zog bei der Darbietung alle Register. Neben längst verschollen geglaubten Klassikern überraschten sie mit brandneuen Hits. Ob Jazz, Schlager, Hits von Herbert Grönemeyer und Max Raabe oder Jodel­lieder aus der Schweiz: Sie verstanden es, politische Satire und Parodie ohne Instrumente in musikalischen Hochgenuss zu verpacken. Titel wie die «Ballermann-Oper», «Koffer-Perkussion» oder «Isländisch Moos» riss das gut gelaunte Publikum zu Beifallsstürmen hin.
Das Resultat waren wundgeklatschte Hände und mehr als verdiente Standing Ovations. Der Prä­sident des Organisationskomitees, ­Linus Müller, bestätigte, dass neben der Verpflichtung hervorragender Acts die Bereitstellung der Infrastruktur und die Sorge um das leib­liche Wohl der Gäste mit erheblichem Aufwand verbunden seien, und er ­bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern für ihr grosses Engagement zum Wohle des SVL. Mit Bar- und Tanzbetrieb am Schwätz-Fäscht liess man den genussvollen Abend ausklingen.