Villnachern – Raus in die Natur, so heisst die Devise: Kinder wissen heute kaum noch, woher ihr Essen stammt. Die Spargeln beispielsweise? Kauft Mama oder Papa beim Discounter. Dass dahinter viel Arbeit steckt, möchten die Landwirtinnen und Landwirte vermitteln, die beim Buurelandweg mitmachen.
Die Initiative kommt vom Bauernverband Aargau. Seit 2016 findet der Weg jedes Jahr in einer anderen Aargauer Gemeinde statt – ein Besuch lohnt sich aus der ganzen Schweiz, denn den Buurelandweg gibt es nur im Aargau.
Erlebnisse und Informationen
Start und Ziel befinden sich dieses Jahr auf dem Sonnehof von Renata und Willi Hartmann-Huggel am Steinlerweg. Parkplätze gibt es keine, eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Muskelkraft, in welcher Form auch immer, ist angesagt. Der Weg ist tauglich für Kinderwägen.
Von dort geht es durch eine liebliche Landschaft zu 16 Erlebnis- und Informationsposten, die Klein und Gross ansprechen. In der Hälfte des Buurelandwegs befindet sich eine Feuerstelle, bei der man Mitgebrachtes grillieren kann. Im Hofladen des benachbarten Schryberhofs kann man Feines kaufen, um es sofort zu essen oder nach Hause zu nehmen. Die Posten mit Themen aus Landwirtschaft, Natur und Ökologie behandeln zum Beispiel Bienen, alte Obstsorten, Galloway-Rinder, Getreide, die man selbst vergleichen kann, Milchwirtschaft, Pouletmast und Siloballen. An allen Posten wird man selbst aktiv, was Erwachsenen genauso gut gefällt wie Kindern.
Lob für die Bauern
An der offiziellen Eröffnung am vergangenen Montag auf dem Schryberhof von Miriam und Mike Mathys liessen es sich die Brugger Stadtpräsidentin Barbara Horlacher und Regierungsrat Markus Dieth nicht nehmen, lobende Worte für die Aargauer Bauern zu finden. «Der Buurelandweg ist ein Lehrort, ein Begegnungsraum, eine Einladung zum Dialog untereinander. Er zeigt, was die Landwirtschaft alles leistet», so die Stadtpräsidentin.
Wichtig findet sie, dass bei den Posten nicht belehrt, sondern erzählt wird. «Es wird auch nicht polarisiert, sondern verbunden. Stadt und Land sind aufeinander angewiesen.» Sie ist überzeugt, dass der Weg neue Perspektiven öffnet: «Man kann Momente der Ruhe geniessen und erleben, dass Lernen Freude machen darf.»
100 Prozent geben bei 100 Prozent Risiko
Regierungsrat Markus Dieth sagte: «Das ist mehr als nur ein Weg. Es ist ein Schaufenster, das zeigt, was unsere Bauernfamilien Tag für Tag leisten. Sie müssen immer 100 Prozent geben, und das bei 100 Prozent Risiko.» Er sprach damit Ernteausfälle und weitere Komplikationen an, die bei der Arbeit mit der Natur entstehen können.
«Der Aargau ist der fünftgrösste Agrarkanton. Wir sind einer der Haupternährer der Schweiz. Wir sind also nicht nur ein Erbsli.» Auch das Thema Littering, das achtlose Wegwerfen von Abfall, sprach er an: «Das geht noch weiter, nämlich dass man die Hinterlassenschaft seines Hundes einsammelt und nicht einfach in Feld, Wald und Wiese liegen lässt.» Diese ist nämlich schädlich für Weidetiere und gelangt beim Mähen und Heuen in ihr Futter. Das und vieles mehr lernt man auf dem Buurelandweg.