Im Zeichen des Wolfhundes

Der Tag des Hundes widmet sich der Welt der Wolfhunde. Die Wolf Dog Association lädt zu einem Tag mit vielen Höhepunkten ein.
Wolfhunde sind faszinierend und anspruchsvoll. (Bild: zVg)

Rüfenach – Der Reiz des Wolfhundes liegt in seiner Ursprünglichkeit und Ehrlichkeit. Das findet zumindest Ernst Wiedemeier, Präsident der Wolf Dog Association. «Ein Wolfhund folgt nicht einfach – er entscheidet, ob er einem folgt», sagt er. «Das habe ich mit meinem Wolfhund Loki täglich erlebt. Diese Tiere funktionieren nicht über klassischen Gehorsam, sondern über Beziehung. Vertrauen, Klarheit und Respekt sind entscheidend.» Gerade das mache sie so faszinierend, aber auch anspruchsvoll.

Als Halter werde man ständig gespiegelt, so Ernst Wiedemeier. «Man kann sich nicht verstellen. Wenn man unsicher ist, sind sie es ebenfalls. Wenn man klar und ruhig ist, folgen sie einem – nicht aus Pflicht, sondern weil sie einen als verlässlichen Partner akzeptieren.» Das mache die Beziehung intensiver. Es gehe um ein gemeinsames Unterwegssein auf Augenhöhe, um Erlebnisse gemeinsam zu erfahren.

Für Anfänger ungeeignet
Ernst Wiedemeier kommt aus dem Schwärmen nicht heraus, wenn er von Wolfhunden spricht. Aber zugleich sagt er warnend: «Diese Hunde sind nicht für Anfänger geeignet.» Und viele Menschen würden ihnen mit ­Zurückhaltung begegnen. Das wolfähnliche Aussehen löse bei vielen Menschen automatisch Respekt oder Angst aus.

«Bei einem Labrador bekommt man Vertrauen geschenkt – bei einem Wolfhund muss man es sich erarbeiten», erklärt Wiedemeier. «Als Halter bedeutet das: Man muss vorausschauend handeln und Situationen in den Begegnungen richtig einschätzen können, hohe Präsenz und Achtsamkeit gegenüber Menschen und Kindern aufbringen und oft Aufklärungsarbeit im direkten Gespräch verrichten. «Ein gut geführter Wolfhund ist nicht gefährlicher als andere Hunde. Aber er verlangt vom Halter deutlich mehr Verantwortung.»

Der Wolfhund steht am 9. Mai in Rüfenach im Fokus. (Bild: zVg)

Vorurteile abbauen
Die Wolf Dog Association hatte die Idee, einen Tag des Hundes zu veranstalten, um die Vorurteile gegenüber Wolfhunden abzubauen und Menschen einen echten Einblick zu geben, wie Ernst Wiedemeier erläutert. «Viele Menschen kennen Wolfhunde nur aus Bildern oder Filmen. In Rüfenach möchten wir Begegnungen ermöglichen – ruhig, respektvoll und ohne Inszenierung. Man kann die Tiere beobachten, mit Haltern sprechen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie diese Hunde wirklich sind.» Und natürlich hoffe die Vereinigung, Faszination für diese Hunderasse zu wecken.

Die Programmpunkte am Tag des Hundes sind vielfältig. Sie reichen von einem Geschicklichkeitsparcours unter Anleitung der erfahrenen Trainerin Manuela Lemmenmeier über Diskussionen mit Andrea Zähner, einer ehemaligen Züchterin von tschechoslowakischen Wolfhunden, oder mit Regula Plüss von Ahanu Animals bis zu einem Erfahrungsaustausch unter Wolfhundehaltern, Produktproben wie Snacks und Pflegeartikeln und einer Fotobox für ein Erinnerungsfoto mit dem eigenen Hund. Für das leib­liche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

Samstag, 9. Mai, 10 bis 16 Uhr
Waldhütte, Rüfenach