Noch steht der Motor still

Nach einem motivierten Start im letzten Jahr verlor das Projekt «Freiwilliger Fahrdienst» an Schwung. Nun arbeitet das Team an einem Neustart.
Milena Peter ist überzeugt, dass der Fahrdienst in Gebenstorf doch noch in Schwung kommt. (Bild: isp)

Gebenstorf – Als in Gebenstorf zunehmend spürbar wurde, dass ältere und mobil eingeschränkte Menschen im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind, entstand aus bürgerschaftlichem Engagement die Idee, einen eigenen Fahrdienst zu gründen. Ein Anliegen, das mit der Vereinsgründung vor etwas mehr als einem Jahr, am 14. Januar 2025, tragfähig umgesetzt wurde.

Leider nahm die Idee mit dem Fahrdienst Gebenstorf im wörtlichen Sinne nie so richtig Fahrt auf. Die ­Anfangseuphorie legte sich, es kam innerhalb des Vereins zu Unstimmigkeiten. «Der Motor stottert etwas», berichtet Milena Peter, Gemeinde­rätin und unter anderem Gründungsmitglied. «Bei Projekten, die von Freiwilligen getragen werden, benötigt es Zeit, bis alle Abläufe und Rollen klar sind», erklärt Milena Peter weiter. «Es braucht engagierte Leute, die gemeinsam erarbeiten, wie der Fahrdienst konkret organisiert werden soll. Vom administrativen Ablauf bis zur finanziellen Abrechnung muss alles definiert sein. Das führte letztlich leider zu Verzögerungen.»

Die Herausforderung liege vor allem darin, genügend freiwillige Personen zu finden, so die Gemeinderätin. Einige Ehrenamtliche mussten sich aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen zurückziehen, andere wollen erst mitmachen, wenn die Strukturen klar geregelt sind. Doch aufgeben möchte man in Gebenstorf keinesfalls. «Das Projekt bleibt wichtig und richtig», betont Milena Peter. «Gerade ältere Menschen sollen mobil bleiben können, damit sie so lang wie möglich selbstbestimmt in ihrem Umfeld bleiben können. Wir dürfen dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren.»

Idee darf nicht einschlafen
Im Hintergrund arbeitet eine kleine Kerngruppe weiter an der Neuorganisation. Klare Zuständigkeiten beispielsweise bei der Fahrkoordination und der Schulung der freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer sollen das Projekt weiter voranbringen. Zudem besteht ein Austausch mit Mobil im Alter, Obersiggenthal. Dort läuft ein ähnlicher Fahrdienst seit Jahren hervorragend und leistet grosse Unterstützung.

«Ich bin überzeugt, dass wir bald wieder Fahrt aufnehmen», sagt Milena Peter zuversichtlich. «Vielleicht war dieser Zwischenhalt nötig, um das Projekt stabil und langfristig aufzubauen. In Gebenstorf gibt es viele engagierte Menschen. Man muss sie nur zusammenbringen.» Ihr Appell ist klar: Die Idee darf nicht einschlafen. Der Fahrdienst soll echte Lebenshilfe bieten, und dafür sind jetzt Mut, Geduld und neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter nötig. «Ein guter Anfang ist gemacht», so Milena Peter. «Jetzt müssen wir den nächsten Gang einlegen, dafür braucht es aber in allen ­Bereichen freiwillige Helferinnen und Helfer. Das bestehende freiwillige und ehrenamtliche Kernteam kann diese Aufgabe nicht allein bewältigen.»

Wer sich beim sinnstiftenden Projekt einbringen möchte, darf sich melden unter: milena.peter@gebenstorf.ch. Gesucht werden insbesondere ­Personen in der Administration/Organisation (Backoffice), Fahrerinnen und Fahrer sowie Interessierte für den Telefondienst/Koordination.