Bunte Glasfenster für die Nacht der Lichter

Im Rahmen des 500-Jahr-Jubiläums der Badener Disputation findet an Pfingsten «Ein Tag wie in Taizé» in und um die Stadtkirche Baden statt.
Von links: Religionslehrerin Nicole Serratore, Jugendarbeiter Jan Bucher, Religionslehrerin Gemma Cisternino und Kommunikationsfachfrau Katia Röthlin. (Bild: vr)

Baden – In der Stadtkirche Baden macht der Sakristan viele Hunderte Kerzen bereit für die «Nacht der Lichter», wie sie auch im französischen Taizé Woche für Woche mit Tausenden von jungen Menschen gefeiert wird. «Das gibt eine ganz besondere Stimmung», freut sich Claudio Tomassini, Pfarreileiter von Baden und Ennetbaden sowie Leiter des OK-Teams. Für die Pfingstfeier reisen extra Brüder der Taizé-Gemeinschaft aus Frankreich an. Der Anlass will Raum schaffen für Begegnungen und offenem Austausch. «Hoffnung und Frieden lebendig machen», so lautet das Motto.

Es sei eine Chance, dass die Brüder extra dafür in die Schweiz kommen, betont Claudio Tomassini. So können alle Interessierten für einmal ganz in der Nähe Taizé-Luft schnuppern. Für die «Nacht der Lichter» brauche es keine Anmeldung. Alle seien zum Mitfeiern eingeladen.

Grosse Vorfreude 
An einem Vormittag im Mai stehen auf dem Kirchplatz Baden Katia Röthlin vom Projektteam «Disput(N)ation» sowie Gemma Cisternino, Jan Bucher und Nicole Serratore vom Team der katholischen Pfarrei Baden zusammen mit der Kirchenkatze Mimi.

Sie bauen farbige Glasfenster zusammen, die von Jugendlichen gestaltet wurden. Diese bringen bei der Feier am Sonntag dann die vielen Kerzen in allen Farben zum Leuchten – wie ein mystisches Pfingstfeuer. Schon seit Wochen stimmen sie sich auf diesen Anlass ein. Jan Bucher sagt: «Die Taizé-Feiern an verschiedenen Orten im Vorfeld waren sehr schön.»

«Ein Tag wie in Taizé» ist Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten «500 Jahre Disputation zu Baden». Katia Röthlin vom Projektteam «Disput(n)ation» sagt: «Das passt gut, weil Taizé ein Ort ist, wo schon immer die Ökumene gelebt wurde und wo es seit seiner Gründung um Frieden und Hoffnung geht. Das sind zwei der vier Leitthemen des Jubiläums.» Das sei der Grund, warum das Projektteam die Taizé-Brüder nach Baden eingeladen habe.

Raum für Stille
«Ein Tag wie in Taizé» dauert von Sonntagmittag bis Montagmittag. Eingeladen sind junge Erwachsene von 18 bis 35 Jahren. Sie können für wenig Geld (10 Franken) teilnehmen. Sie können in einer Gastfamilie, einer Turnhalle oder einer Kirchgemeinde übernachten. Auch junggebliebene Ältere sind willkommen und können sich unter taize.ch jetzt noch anmelden. Vielen, die schon mal eine Woche in Taizé verbracht haben, kommen gewisse Elemente des Programmes wohl vertraut vor: Zwei Brüder der Taizé-Gemeinschaft, Bruder Raymon und Bruder Francis, leiten unter anderem am Pfingstsonntag und Pfingstmontag Bibeleinführungen. Wie in Taizé auch, geben sie danach Fragen mit, die in kleineren Gruppen diskutiert werden.

Besonders gespannt können die Gäste auch auf die Workshops sein: Priorin Irene Gassmann vom Kloster Fahr und Abt Urban Federer vom Kloster Einsiedeln bieten Workshops zum Thema Frieden an. Es gibt mitunter eine Stadtführung zum 500-Jahr-Jubiläum der Badener Disputation und eine Begegnung mit Geflüchteten aus der Ukraine, die zum Thema «Was ist Hoffnung?» sprechen werden. «Die ukrainischen Flüchtlinge werden erzählen, was Frieden für sie bedeutet und warum sie die Hoffnung in ihrer fast hoffnungslosen Lage nicht verlieren. Ich glaube, das geht unter die Haut», führt Claudio Tomassini aus.

«Ein Tag wie in Taizé» lädt dazu ein, sich auszutauschen. «Das ist, was viele junge Menschen wollen», meint Claudio Tomassini. «Sie möchten Gemeinschaft erleben. Viele haben einen Durst, den Sinn des Lebens zu suchen.» Gemma Cisternino war unlängst das erste Mal in Taizé. Die Atmosphäre dort und die intensiven Gespräche haben sie sehr berührt. «Da waren viele echte Begegnungen. Live und nicht nur per WhatsApp», sagt sie. So wünscht sie es sich auch an Pfingsten in Baden.

Badener Pfingstgeist
Für Claudio Tomassini ist Pfingsten kein Ereignis, das einmalig vor 2000 Jahren stattgefunden hat: «Pfingsten ereignet sich immer wieder dort, wo Menschen einander verstehen. Trotz verschiedener Sprachen und Kulturen – von Herz zu Herz.»

Ein weiterer Punkt ist für ihn zentral: Die Stille. «Die Stille ist eine Kraftquelle. Sie kann Liebe, Hoffnung und Frieden in dieser derzeitigen Welt befeuern.» Und er schiebt nach: «Vielleicht können die beiden Tage ein kleiner Mosaikstein dazu sein.»

Alle Interessierten sind zur «Nacht der Lichter» am Sonntagabend auch ohne Anmeldung eingeladen. Das Programm und alle weiteren Informationen sind unter disputnation.ch/taize zu finden.

Sonntag, 24. Mai, 20.30 Uhr
Stadtkirche Baden