Ehrendingen – Den Pfingstmontag haben viele Radfahrerinnen und Radfahrer im Kalender dick markiert. Einmal mehr fand das traditionelle Rundstreckenrennen des Radfahrervereins Ehrendingen statt. Radlerinnen und Radler aus der Region, der ganzen Schweiz und vereinzelt sogar aus dem Ausland fanden für die 46. Ausgabe den Weg nach Ehrendingen.
Gefahren wurde auf einer sieben Kilometer langen, eher flachen Strecke. Der Rundkurs führte von Ehrendingen über Freienwil nach Lengnau und wieder zurück nach Ehrendingen. Die Fahrerinnen und Fahrer mussten je nach Kategorie eine unterschiedliche Anzahl Runden zurücklegen. Für die Kategorien Frauen Elite, Frauen B und Männer U17 standen je neun Runden und für die Männer U19 zwölf Runden auf dem Programm. Amateur Elite und Master radelten am Nachmittag sogar 18-mal den Rundgang. Ausgestattet mit leichten und dynamischen Rennrädern, Bidons und Gels, flitzten die Radfahrerinnen und Radfahrer über den Asphalt.
Bei prallem Sonnenschein und etwa 30 Grad Celsius war es sicherlich nicht einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren, denn man muss jeden Moment auf einen Angriff einer Mitstreiterin oder eines Mitstreiters gefasst sein. Am Strassenrand machte die enorme Hitze den zahlreich erschienenen Fans keinen Strich durch die Rechnung. Sie waren ausgestattet mit Sonnenschirmen, Brillen, Hüten und Campingstühlen, feuerten die Fahrerinnen und Fahrer an und schauten dem Feld gebannt zu. Hier, wo Jan Christen, heute Profiradrennfahrer, mit einem Sieg vor ein paar Jahren auf sich aufmerksam machte, konnten sich auch dieses Jahr talentierte Radfahrerinnen und Radfahrer präsentieren: mit schnellen Aufstiegen, riskanter Fahrtweise und kräftigen Sprints.
Die 18 Runden in der höchsten Kategorie hat Cedric Graf vom Team Q36.5-Amacx am schnellsten bewältigt, vor Melk Zumstein vom Velo Club Mendrisio und dem Einheimischen Joel Iten aus Wettingen, der für das Team Bauer Sport/Glattgarage Cycling Team startete.
Radsport steht vor Herausforderungen
Mit über 260 Anmeldungen am 46. Pfingstrennen war der Präsident des Organisationskomitees (OK), Reto Küng, mehr als zufrieden, denn damit hatte man die vergangenen Jahre übertrumpft. Zudem war die Austragung keineswegs selbstverständlich. Wie Reto Küng erzählte, wurde das OK-Team ausgewechselt, um das diesjährige Pfingstrennen überhaupt möglich zu machen.
«Wir sind auf Helferinnen und Helfer angewiesen, sonst funktioniert das nicht», sagte Reto Küng mit Blick in die Zukunft. Es sei heute schwieriger, freiwillige Helferinnen und Helfer für ein Radrennen zu organisieren. Neben den Vorbereitungen benötigt es am Renntag unter anderem einen Streckensicherungsdienst, die Sanität, die sich um verletzte Fahrerinnen und Fahrer kümmert, eine Festwirtschaft, die Startnummernausgabe und Fahrzeuge, die Ersatzräder transportieren.
Des Weiteren bemerkte Reto Küng eine Abnahme bei der Anzahl von lizenzierten Fahrerinnen und Fahrern, da es weniger semiprofessionelle Velorennen in der Schweiz gibt und der Radsport primär als Hobby ausgeführt wird. Lizenzierte Fahrerinnen und Fahrer wie Seraina Candita vom RMV Chur wollen auf keinen Fall, dass das Pfingstrennen nicht mehr stattfindet. «Es ist eine coole Strecke, die nicht so steil ist, und das ganze Rennen ist einfach super», meinte Seraina Candita und versicherte, auch nächstes Jahr wieder am Rennen teilzunehmen. Für ein solches braucht das Team um OK-Präsident Reto Küng wieder so gute und zuverlässige Helferinnen und Helfer wie in diesem Jahr.