Politisches Sommernachtsfest

Rechnung mit 1,15 Millionen Franken Überschuss und ein Fussball-Public-Viewing mit Schweizer Sieg auf dem Platz vor der Mehrzweckhalle.
Bei hochsommerlichen Temperaturen fand letzte Woche die Gemeindeversammlung in Fislisbach statt. (Bild: bkr)

Fislisbach – Einer Temperatur von 33 Grad gerecht werdend, servierte der Gemeinderat seinen Stimmbürgerinnen und -bürgern politisch leichte Kost und verlegte die Abarbeitung der Traktandenliste auf den Platz vor der Mehrzweckhalle Leematten. Ziel von Frau Gemeindeammann Simone Bertschi: die Versammlung rechtzeitig vor dem Anpfiff des Fussballspiels Schweiz – Kanada zu schliessen, damit die Teilnehmenden das Public Viewing der ­Jugendarbeit Fislisbach geniessen können. Apropos Fussball. An der Gmeind abwesend war Gemeinderat Diego Sandmeier. Er ist Fitness-Coach für Schiedsrichter des Weltfussballverbands und weilt zurzeit in Amerika.

Gewinn statt Defizit
Freude bereitete den 137 anwesenden Stimmberechtigten die Rechnung 2025. Sie schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 1,15 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 341 000 Franken. ­Gemeinderat Rony Füglistaller, zuständig für das Ressort Finanzen, sagte: «Der erfreuliche Abschluss wurde durch viele Faktoren beeinflusst. Den grössten Einfluss hatte ein höherer Steuerertrag.» Schaut man sich die Entwicklung der Ausgaben an – 1 Million Franken mehr Aufwand als budgetiert –, wird das positive Resultat noch eindrücklicher.
Während für die beinflussbaren Positionen, wie beispielsweise die Kosten der Verwaltung, eine Ziellandung gelang, war das bei den gebundenen Ausgaben für Bildung oder Gesundheit nicht möglich. Bei der sozialen Sicherheit kam der Gemeinde entgegen, dass sie im Bereich Alimentenbevorschussung und -inkasso eine hohe Rückerstattung bekam. Fügli­staller hatte sich die Mühe gemacht, bei der Position Spitex die Ausgaben der Gemeinde in Stellen umzurechnen. Das ergab sechs Personen im Bereich Pflege und eine für die Haushaltshilfe. Schulden hat die Gemeinde 5 Millionen Franken oder 739 Franken pro Kopf der Bevölkerung.
Die sechs Quellen im Möösli – dieses liegt im Oberwald – sind saniert. Gekostet haben die Arbeiten 347 000 Franken statt der budgetierten 415 000 Franken. Vizeammann Christoph Schott zur Kreditunterschreitung von 16,3 Prozent: «Zum einen mussten wir für die Arbeiten massiv weniger Wald roden. Zum anderen mussten wir für die Neufassung von Quelle 1 eine geringere Menge Erdreich ausgraben als angenommen.» Seit der Sanierung liefern die Fassungen rund 12 Prozent mehr Wasser.

Die Fislisbacher Stimmberechtigten hielten ihre Gemeindeversammlung im Freien ab. (Bild: bkr)

Befragung der Stimm­berechtigten
Unter «Verschiedenes» informierte der Gemeinderat über das weitere Vorgehen nach der Ablehnung des 5,28-Millionen-Franken-Kredits für die Sanierung des Schulcampus Leematten in der Referendumsabstimmung vom 14. Juni. Als Erstes will man nun erfahren, was im Detail die Gründe für die 977 Nein-Stimmen sind, denen 932 Ja gegenüberstanden. Zu diesem Zweck wird ein externes Büro mit einer Befragung der Stimmberechtigten beauftragt. Die Ergebnisse sollen in die Überprüfung und gegebenenfalls in die Überarbeitung des Sanierungsvorhabens einfliessen. Gleichzeitig wird abgeklärt, welche Massnahmen kurzfristig notwendig und dringend sind, um den Schulbetrieb sicherzustellen.
Bevor es zum Apero ging, gab es ein grosses Dankeschön für Gemeindeschreiber Donat Blunschi. Dieser tritt im Verlauf des Jahres in den Ruhestand und hat seine letzte Gemeindeversammlung protokolliert. Eine gebührende Verabschiedung werde es später geben, sagte Simone Bertschi.