«Die Integration läuft auf Hochtouren»

Ab dem 1. September gehören unsere Gratisanzeiger offiziell zu CH Media. Peter Wanner erklärt, was sich damit ver­ändert.
Peter Wanner, Verleger und Verwaltungsratspräsident von CH Media. (Bild: CH Media | Alex Spichale)

IN EIGENER SACHE – Verleger Peter Wanner spricht im Interview über die Zukunft des «General-Anzeigers» und der «Rundschau», welche von CH Media erworben wurden.

Peter Wanner, ab dem 1. September gehören die «Rundschau» und der «General-Anzeiger» zu CH Media. Wie verläuft die Integration der ­Anzeiger?
Die Integration läuft auf Hochtouren, und wir sind auf Kurs. Das ist nicht zuletzt der tatkräftigen Unterstützung zu verdanken, die wir vom Team der Effingermedien erfahren. Die Zusammenarbeit ist sehr kons­truktiv und erfreulich.

CH Media verfügt bereits über zahlreiche Zeitungen und Anzeiger. Was gab für Sie den Ausschlag, die drei Anzeiger der Effingermedien zu ­erwerben?
Die Titel der Effingermedien ergänzen unsere Anzeiger-Palette inhaltlich sowie geografisch ideal: Der «General-Anzeiger» und die «Rundschau» sind in den Regionen Brugg und Baden etablierte journalistische Gefässe mit starker lokaler Verankerung. Sie fügen sich sehr gut in unser bestehendes Anzeiger-Portfolio entlang der A1 ein, zu dem der «Land­anzeiger», der «Lenzburger Bezirks-Anzeiger», die «Limmatwelle» und der «Wiggertaler» gehören.

Gewisse Schweizer Verlage trennen sich zunehmend von ihren Gratiszeitungen. Weshalb glauben Sie weiterhin an das Format?
Gratis zugestellte Regionalzeitungen haben den Vorteil, dass sie in alle Haushaltungen geliefert werden. Das macht die Anzeiger für Werbekunden attraktiv.

Welche Auswirkungen hat die ­Übernahme aus Ihrer Sicht auf die Medienvielfalt in der Region?
Die Medienbranche steht unter starkem wirtschaftlichem Druck. Ich bin überzeugt, dass der «General-­Anzeiger» und die «Rundschau» diesen Herausforderungen als Teil unseres Medienunternehmens besser begegnen können. So werden wir den Werbekunden künftig noch attraktivere Angebote unterbreiten können. Das wiederum ist die Grundlage dafür, die regionale Berichterstattung aufrechtzuerhalten und die Medienvielfalt zu sichern.

Welche Chancen ergeben sich aus Ihrer Sicht für CH Media durch die Übernahme?
Für CH Media bedeutet die Übernahme eine gezielte Ergänzung des bestehenden Anzeiger-Portfolios. Die Titel der Effingermedien stärken unsere Marktposition im Aargau. Unsere Angebote sind jetzt sehr ­attraktiv für unsere Inserenten und Prospektkunden.

Bleiben die Anzeiger nach der Übernahme redaktionell eigenständig?
Ja, die redaktionelle Eigenständigkeit bleibt auch unter dem Dach von CH Media erhalten. Der «General-­Anzeiger» und die «Rundschau» sind in den Regionen Brugg und Baden sehr beliebt. Es liegt in unserem ­eigenen Interesse, den Leserinnen und Lesern weiterhin Kontinuität in der Berichterstattung zu bieten.

Ist im Rahmen der Übernahme mit Entlassungen oder Anpassungen der Personalstruktur zu rechnen?
Wir freuen uns, alle Mitarbeitenden in Redaktion und Verkauf übernehmen zu können. Für eine Person mit einem anderen Aufgabengebiet suchen wir innerhalb von CH Media eine Anschlusslösung. Drei weitere Personen gehen in Pension.

Sind inhaltliche oder gestalterische Veränderungen vorgesehen?
Den Leserinnen und Lesern möchten wir in erster Linie Beständigkeit sowie Verlässlichkeit in der Berichterstattung bieten. Was sich bewährt hat, werden wir natürlich beibehalten. Zum Beispiel das Layout und das Zeitungsformat, das uns gut gefällt – so gut, dass die «Limmatwelle» dieses übernimmt und ab September neu im gleichen Format erscheint.

Die Titel sind bisher amtliches Pu­blikationsorgan diverser Gemeinden. Wird das weiterhin so bleiben?
Sowohl der «General-Anzeiger» als auch die «Rundschau» sind wichtige Foren für behördliche Mitteilungen und offizielle Bekanntmachungen. Diese Funktion wollen wir sichern. Es liegt auf der Hand, dass das im Inte­resse beider Seiten ist: Wir möchten die bestehenden Verträge weiterführen und sind dazu im Austausch mit den Gemeinden.

Wird der Onlineauftritt «Ihre ­Region online» inklusive E-Paper übernommen?
Onlineauftritt und E-Paper sind wichtige Bestandteile all unserer ­Anzeiger-Titel. Das gilt auch für den «General-Anzeiger» und die «Rundschau». Beide Titel erhalten künftig je einen eigenen Onlineauftritt für ihre Region, die jeweiligen E-Paper werden dort integriert.

Derzeit sind die Redaktion und die Produktion in Unterwindisch ­angesiedelt. Bleibt der Standort ­bestehen?
Im Zuge der Integration haben wir uns entschieden, die Arbeitsplätze künftig an unseren bestehenden Standorten in Baden und Brugg anzusiedeln.

Werden die jeweiligen Titel nach wie vor gratis an jeden Haushalt verteilt und erscheinen wöchentlich am Donnerstag?
Beim Erscheinungstag sind keine Änderungen geplant. Und natürlich bleiben die Anzeiger für die Leserinnen und Leser kostenlos. Allerdings passen wir das Verbreitungsgebiet der «Rundschau» an. Es ergibt nicht mehr viel Sinn, wenn sie in den gleichen Gemeinden erscheint, wo bereits die «Limmatwelle» amtliches Publi­kationsorgan ist.